Im Mühltal bei Nußdorf: Hangsanierung abgeschlossen

Zwischenzeitlich konnten die Arbeiten am Hang abgeschlossen und von Nußdorfs Erstem Bürgermeister Sepp Oberauer abgenommen werden.
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Zwischenzeitlich konnten die Arbeiten am Hang abgeschlossen und von Nußdorfs Erstem Bürgermeister Sepp Oberauer abgenommen werden.

Nach den starken Regenfällen Anfang August sind im Nußdorfer Mühltal gleich zwei Muren abgegangen. „Gott sei Dank, dass das Mühltal wegen der Brückensanierung derzeit gesperrt ist“, sagte Nußdorfs Erster Bürgermeister Sepp Oberauer.

Von Volkhard Steffenhagen

Nussdorf/Mühltal – Ein kleinerer Murenabgang konnte jedoch recht schnell und unkompliziert durch die Mitarbeiter des Nußdorfer Bauhofes beseitigt werden. Eine größerer Erdrutsch hatte es allerdings dann schon in sich. „Hier haben sich rund 1 000 Kubikmeter Erdreich in Bewegung gesetzt und die Straße über eine Länge von rund 30 Meter mit Geröll zugeschüttet“, erklärte Oberauer. Neben Schutt und Geröll wurden auch zahlreiche Bäume mitgerissen. Rund 20 Kubikmeter Holz liegen nun aufgestapelt am Rande des Bachs.

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Das Erdreich wurde zunächst am Rande des Bachs abgelagert und Bodenproben entnommen. „Erst nach einer genauen Untersuchung des Erdreichs kann darüber entschieden werden, auf welche Deponie es verbracht werden kann“, erklärte Oberauer. Mithilfe eines örtlichen Unternehmens wurde der Hang nun gesichert. Dass Erdrutsche dieses Ausmaßes keine Seltenheit im Mühltal sind, zeigen die zahlreichen Wunden weit zurückliegender Ereignisse an den Hängen, die mittlerweile schon wieder bewachsen sind. Erst im Mai 2017 ereignete sich ein Murenabgang größeren Ausmaßes im Mühltal, der zu einer Vollsperrung der Straße bis September 2018 und Kosten von rund 900 000 Euro führte.

Mühltal sei aus geologischer Sicht ein junges Tal

Bereits der Heimatforscher Max Pröbstl stellte in seinem 1982 erschienen Buch „Der Samerberg im Eiszeitalter“ fest: „Aus geologischer Sicht ist das Mühltal, besonders in seinen unteren Gehängen, ein denkbar junges Tal. Das verrät sich dauernd im unruhigen Verhalten der Hänge. Ständige Rutschungen und Steinschläge zeigen, dass sie sich noch nicht genügend beruhigt und gefestigt haben.“ Prominentes Opfer dieser geologischen Aktivitäten war wahrscheinlich vor 350 Jahren der Einsturz der am Ausgang des Mühltals gelegene Ruine Klammenstein. Zur Sicherung des Hangs und um weitere Nachrutschungen auffangen zu können, wurde eine rund 1,90 Meter hohe Mauer aus massiven Felsen gebaut.

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Nach rund zweiwöchiger Räum- und Sanierungsarbeiten kann dieser Teilabschnitt nun wieder passiert werden. Allerdings bleibt die Straße wegen der Brückenbauarbeiten voraussichtlich noch bis Ende September weiterhin gesperrt (wir berichten). Diese Sperre gilt auch für Radfahrer und Fußgänger.

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