Bauarbeiten im Mühltal

Beliebte Radl-Route zwischen Nußdorf und dem Samerberg gesperrt: Brücken werden saniert

Das Mühltal ist derzeit gesperrt. Die Umleitung erfolgt über Breiten (blaue Linie). Klinger
  • vonBarbara Forster
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Zwei Brücken über den Steinbach werden derzeit saniert. Die Straße durch das Mühltal zwischen Nußdorf und dem Samerberg ist voraussichtlich für drei Monate gesperrt – auch für Radfahrer und Fußgänger. Die Ortschaften Mühltal und Gritschen sind aktuell nur vom Samerberg aus erreichbar.

Nußdorf – „Damit macht man keine Punkte bei den Bürgern“, weiß Bürgermeister Sepp Oberauer. Aber diese Maßnahme sei eben eine „Pflichtaufgabe“, die nicht mehr länger aufzuschieben sei: Zwei Brücken über den Steinbach werden derzeit umfangreich saniert, weshalb die Straße durch das Mühltal zwischen Nußdorf und Samerberg seit dem 29. Juni voraussichtlich für drei Monate gesperrt ist – auch für Radfahrer und Fußgänger. Die Ortschaften Mühltal und Gritschen sind aktuell nur von Samerberg aus erreichbar.

Im Jahr darauf folgt der Brückenneubau

„Je länger dass man wartet, desto größer werden die Kosten“, sagt Oberauer gegenüber unserer Zeitung. Und deshalb packt die Gemeinde Nußdorf das Projekt „Brückensanierung“ jetzt an. Nicht zuletzt deshalb, weil im nächsten Jahr eine weitere Brücke – die sogenannte Sapplbrücke – neugebaut werden muss.

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Es können dieses Mal nur zwei Brücken gleichzeitig in Angriff genommen werden, erklärt Ludwig Guggenberger, Geschäftsleiter der Gemeinde Nußdorf. Ansonsten funktioniere der Baustellenverkehr nicht mehr. An den beiden Brücken müssen neue Geländer angebracht sowie Abdichtungen und Brückenkappen saniert werden. „Dann sind sie wieder für den Verkehr tauglich“, sagt Oberauer.

Auch Abdichtungen und Brückenkappen müssen saniert werden, um die Verkehrssicherheit wieder herzustellen. Die Arbeiten sind bereits in vollem Gange.

„Das Mühltal ist aufgrund seiner Geologie und seinen vielen Brücken eine kostenträchtige und unterhaltsintensive Herausforderung für die anliegenden Gemeinden“, erklärt Guggenberger.

Vor zwei Jahren kam der Hang

Vor zwei Jahren gab es einen Hangrutsch. Die Hangsicherungsmaßnahmen hierfür seien zwischenzeitlich abgeschlossen worden. Durch diesen Vorfall musste die Reihenfolge der geplanten Brückensanierungen verschoben werden. Und das Mühltal sei ein enges Tal, in dem man nur „abschnittsweise“ vorgehen könne.

Jetzt seien die zwei Brücken vor dem Steinbach an der Reihe, die Bauarbeiten haben bereits begonnen. Demnächst soll in Holzmann in der Nähe des Gasthauses „Jägerhäusl“ noch ein Hinweisschild angebracht werden, dass Radfahrer und Fußgänger rechtzeitig davon abhalten soll, den Weg in das Mühltal einzuschlagen, berichtet Guggenberger. Eine Behelfsbrücke gebe es nicht. „Der Freizeitverkehr alleine rechtfertigt nicht den Bau von kostenintensiven Behelfsbrücken in gefährlichem Gelände.“

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Der Verkehr durch Nußdorf wird aktuell in Richtung Neubeuern, Abzweigung Breiten und dann rechts rauf Richtung Roßholzen umgeleitet. Der Geschäftsleiter appelliert an die Bevölkerung, sich an die Absperrungen auch zu halten, sodass die Arbeiten sicher durchgeführt werden können. Das Mühltal sei wie ein „kleines Venedig“. Da gebe es Brücken in großer Vielzahl. Dasbeliebte Tal zu erhalten ziehe deshalb hohe Kosten nach sich.

Zwei namenlose Brücken, die über den Steinbach gehen, werden aktuell erneuert. Für ein neues Geländer liegen schon die Bretter bereit.

Wann an den beiden Brücken das letzte Mal was gemacht worden ist, weiß Bürgermeister Sepp Oberauer nicht. In den vergangenen 18 Jahren wurden sie zumindest nicht saniert, merkt er an. Für die Arbeiten an den beiden Brücken müsse die Gemeinde Nußdorf etwa 200 000 Euro in die Hand nehmen.

Samerberg beteiligt sich am Brückeneubau

Kosten kommen auch auf die Gemeinde Samerberg zu – allerdings erst im nächsten Jahr. Die Kosten für den Neubau der „Sapplbrücke“ teilen sich die Gemeinden Nußdorf und Samerberg. Laut Georg Huber, Bürgermeister von Samerberg, werden sich die Kosten auf etwa 500 000 Euro belaufen. Das sei aber zunächst nur eine Schätzung. Diese Maßnahme werde auch vom Staat mit fünfzig Prozent Förderung bezuschusst.

Dass in Samerberg der Tourismus unter den Sanierungsarbeiten leidet, da hat Huber keine Bedenken: „Wir sehen das nicht als großes Defizit.“ Außerdem habe er Verständnis für die Lage: „Wo gehobelt wird, da fallen Späne“, so der Rathauschef. Brückensanierungen müssten rechtzeitig durchgeführt werden.

Wenn das nicht passiere, würden sie auf lange Sicht kaputt gehen. Wanderer und Radfahrer müssten derzeit jetzt einfach mal in Kauf nehmen, dass das Mühltal gesperrt ist – um eben jene „beliebte Strecke“ zu erhalten. „Das ist eine Kröte, die man schlucken muss.“

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