Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


MITFAHRERBANKERL IN NUSSDORF INS LEBEN GERUFEN

Idee aus Hessen macht Schule im tiefsten Oberbayern

Nein, Mitfahrwillige müssen keinen Schirm dabei haben und sich damit beim Autofahrer bemerkbar machen. „Die Idee muss einfach noch bekannter werden“, sagen Renate Pröbstl (rechts) und Josef Firmkäs (links). Dann seien sie zuversichtlich, dass diese kostenfreie Beförderung auch im tiefsten Oberbayern Schule machen wird. ammelburger
+
Nein, Mitfahrwillige müssen keinen Schirm dabei haben und sich damit beim Autofahrer bemerkbar machen. „Die Idee muss einfach noch bekannter werden“, sagen Renate Pröbstl (rechts) und Josef Firmkäs (links). Dann seien sie zuversichtlich, dass diese kostenfreie Beförderung auch im tiefsten Oberbayern Schule machen wird. ammelburger

Renate Pröbstl (68) ist eine engagierte Frau. Sie leitet in Nußdorf mit viel Herzblut den Helferkreis Asyl und ist die Asylbeauftragte der Gemeinde. Zusammen mit dem Helferkreis will sie nun ein „Mitfahrerbankerl“ etablieren.

Die Idee stammt eigentlich aus Hessen. Von dort brachte sie Josef Firmkäs vom Helferkreis nach Nußdorf. Ursprünglich für Asylbewerber gedacht, weitete das Helferteam diese Idee für jedermann aus. Autofahrer, die in Richtung Brannenburg unterwegs sind, können einen Mitfahrwilligen mitnehmen. Wie lange allerdings die Geduld von Wartenden auf die Probe gestellt wird, ist noch unbekannt. Das Bankerl, so Pröbstl, müsse erst bekannter werden. Die Holzbank steht vor dem Verkehrsamt.

Wie entstand eigentlich die Idee für das Mitfahrerbankerl?

Ein Mitglied unseres Asylhelferkreises, Josef Firmkäs, hat die Grundidee in Hessen kennengelernt. Bei seinen Recherchen fand er heraus, dass in Tirol das Mitfahrerbankerl zum Alltag gehört. Da Nußdorf eine relativ schlechte Verkehrsanbindung hat, sich viele wichtige Anlaufstationen aber in Brannenburg befinden, es aber immer mehr Menschen gibt, die eine Fahrgelegenheit dorthin suchen, schien es dem Helferkreis sinnvoll, einen Antrag im Gemeinderat auf ein Mitfahrerbankerl zu stellen.

Für wen ist das Mitfahrerbankerl gedacht und wer darf darauf Platz nehmen?

Das Mitfahrerbankerl ist für jeden gedacht, der keine andere Möglichkeit sieht, Besorgungen oder Arztbesuche in Brannenburg zu erledigen. Ganz besonders denken wir aber an alte Menschen, Menschen ohne Führerschein und Geflüchtete. Natürlich soll die Bank auch nach wie vor einfach zum Ausruhen oder für anderweitig Wartende dienen.

Wo hakt es noch bei der Umsetzung?

Da wir erst mit dem Projekt beginnen, kennen wir noch nicht alle Hürden und Schwierigkeiten im Detail. Möglicherweise zeigt sich zu Beginn, dass das Kenntlichmachen des Mitfahrwunsches noch ein Problem ist. Die Bank ist noch nicht als solche gekennzeichnet. Es gibt eigene Schilder zu diesem Zweck, die wir aber erst besorgen und aufstellen müssen. Mit steigender Erfahrung werden sich die Mitfahrwilligen sicher bei den Autofahrern gut bemerkbar machen können. Eine andere Sache ist die Haftung. Private Autofahrer brauchen keine Insassenversicherung. Die normale Haftpflichtversicherung genügt.

Ist ausreichend Platz zum Stoppen des Autos und zum Einsteigen?

Ja, auf dem Platz vor dem Fremdenverkehrsamt.

Wie kommen die Mitfahrer wieder zurück?

Zum einen besteht natürlich die Möglichkeit, dass man sich darüber mit „seinem“ Fahrer verständigt, zum anderen ist angedacht, dass es zwei Einsteigstellen in Brannenburg gibt: gegenüber von Edeka bei der ehemaligen Kaserne und am Infocenter. Dies muss aber erst mit der Gemeinde Brannenburg abgesprochen werden. Wir hoffen hier natürlich auf Verständnis und Mitwirkung für zwei „Gegenbankerl“.

Interview: Sigrid Knothe

Kommentare