Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Aus dem Gemeinderat

Hund, Katze, Maus: Vogtareuther zahlen künftig 50-Cent-Pauschale für Fundtiere

Fundtiere aus Gemeinden, wie diese Katze auf dem Symbolbild, werden meist in Käfigen in das Tierheim Rosenheim gebracht.
+
Fundtiere aus Gemeinden, wie diese Katze auf dem Symbolbild, werden meist in Käfigen in das Tierheim Rosenheim gebracht.
  • Alexandra Schöne
    VonAlexandra Schöne
    schließen

Die Gemeinde Vogtareuth greift ab Mai für Fundtiere im Gemeindegebiet tiefer in die Tasche. Die Gemeinderäte einigten sich mit einer Gegenstimme auf eine höhere Fundtierpauschale. Das freut vor allem Andrea Thomas vom Tierschutzverein Rosenheim.

Vogtareuth – 50 Cent – das ist der Betrag, den die Gemeinde Vogatreuth in Zukunft für Fundtiere ausgeben wird. 50 Cent pro Einwohner pro Jahr, um genau zu sein. Das macht 2021 bei über 3000 Einwohner rund 1500 Euro. Der Vertrag gilt ab dem 1. Mai für zwölf Monate.

Tierheim kostet halbe Million Euro im Jahr

Jede Gemeinde ist für die besitzerlosen Tiere zuständig, die auf dem Gemeindegebiet gefunden werden. Bisher hatten die Vogtareuther eine Pauschale über 20 Cent an den Verein überwiesen. Laut Andrea Thomas, Vorsitzende des Rosenheimer Tierschutzvereins, ist der Betrag von vorn bis hinten unzureichend. „Das entspricht in keiner Weise den Aufgaben, die der Verein für die Kommunen übernimmt“, sagt sie.

Das Tierheim zu betreiben, koste 500.000 Euro im Jahr. Außerdem hat der Verein erst kürzlich in Kolbermoor ein neues Tierheim für rund sechs Millionen Euro gebaut, da zähle jeder Cent. Deshalb freue sie sich über den Beschluss der Gemeinde, nennt ihn „einen Schritt in die richtige Richtung“.

„Solidargemeinschaft“ der Kommunen

Bislang zahlen 21 Kommunen im Landkreis Pauschalen an den Tierschutzverein. Laut Andrea Thomas macht die Pauschale nur Sinn, wenn sich möglichst viele daran beteiligten. „Solidargemeinschaft“ nennt sie das. Damit würden die Gemeinden sicherstellen, dass das Heimpersonal die Tiere auch stetig weiter versorgen könne, sagt sie.

Das könnte Sie auch interessieren: „Babensham erhöht Pauschale für Fundtiere“ (Plus-Artikel OVB-Online)

Die Alternative: eine Einmal-Zahlung an das Heim für jedes gefundene Tier. Das schlug in der Gemeinderatssitzung auch Johann Bauer junior (CSU-parteifreie Wähler) vor. Dabei müsste die Verwaltung für Impfungen, Entwurmungen und eventuelle Tierarztkosten aufkommen.

„Das kann schon bis zu 400 Euro oder mehr kosten“, sagte Bürgermeister Leitmannstetter (ÜWG). Das entsetzte vor allem Georg Hofstetter (ÜWG), der diese Lösung kategorisch ablehnte. Das Geld und den Aufwand solle sich die Gemeinde lieber sparen.

Weitere Berichte aus Vogtareuth finden Sie hier!

Und auch für die Mitarbeiter im Tierheim ist die Pauschalregel durch wegfallenden Verwaltungsaufwand einfacher. Laut Andrea Thomas hat sie noch einen Vorteil: Der Rosenheimer Verein garantiert, das gefundene Tier aufzunehmen – sofern bezüglich der Art eine tierschutzgerechte Unterbringung möglich ist.

Bei der Lösung mit der Einmal-Zahlung sei dies nicht gewährleistet, erklärt die Vorsitzende. Und wenn ein Finder aus Vogtareuth beispielsweise ein Tier im Tierheim Ostermünchen abgebe, entstünden für die Gemeinde trotzdem keine Kosten. Tierheim-Mitarbeiter aus Rosenheim würden es in einem solchen Fall dort abholen.

Zustimmung aus dem Gemeinderat

Für Gemeinderat Jakob Mayer (CSU-parteifreie Wähler) ist die pauschale Abgabe genau die richtige Entscheidung. Denn: „Nach Corona wird es viele Tiere geben, die ausgesetzt werden“, mutmaßte er.

„Dann ist die Pauschallösung gut.“ Dafür erntete er zustimmende Kommentare von seinem Ratskollegen und Zweiten Bürgermeister Anton Görgmayer (ÜWG) und aus dem Publikum. Am Ende stimmt nur Georg Hofstetter gegen den 50-Cent-Beschluss. Mehr Geld für den Tierschutzverein gibt es in Zukunft trotzdem.

Mehr zum Thema

Kommentare