Hubert Wildgruber tritt nicht mehr an

Bürgermeister Hubert Wildgrubersteht seit 18 Jahren an der Spitze der Gemeinde Oberaudorf. Aus gesundheitlichen Gründen tritt er 2020 bei den Kommunalwahlen nicht mehr an. re

Bürgermeister Hubert Wildgruber (CSU) wird bei der Kommunalwahl 2020 aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr antreten. Für das scheidende Gemeindeoberhaupt gab es am Ende der Bürgerversammlung Beifall.

Oberaudorf – „Die ersten Ausschreibungen haben bereits stattgefunden“, sagte Bürgermeister Hubert Wildgruber zum Dauerthema Kläranlage. Wie berichtet, wurden die Baumeisterarbeiten, die den größten Anteil am Gesamtprojekt darstellen, an die Firma Schmölzl in Bayerisch Gmain vergeben. Die Kosten liegen bei 4,8 Millionen. Auch der symbolische Spatenstich hat bereits stattgefunden.

Gebühren werden kalkuliert

Wildgruber weiter: „Die Gebührenkalkulation ist ein wichtiger, weiterer Baustein. Hierzu wird sich der Gemeinderat im Juni über den Ablauf der Beitrags- und Ratenerhebung beraten.“ Im Juli werde der formelle Beschluss über die Satzung zur Beitragserhebung erfolgen, Anfang 2020 sei dann der Beginn zur Berechnung und Anhörung der einzelnen Anwesen sowie die Festsetzung der Raten vorgesehen, führte er aus. Im Herbst soll ein „Tag der offenen Tür“ stattfinden, damit sich die Bürger eingehend mit dem Neubau befassen können.

In Sachen neuer Kindergarten wurden der Förderantrag mit der Kostenschätzung für den Kindergartenanteil, der bei knapp unter drei Millionen Euro liegt, sowie die Vorentwurfsplanungen bei der Regierung von Oberbayern eingereicht. Nach Abzug der nicht förderfähigen Kosten sei mit einer Förderung von 80 Prozent zu rechnen. Für den Wohnanteil liegt die Kostenschätzung bei 785 000 Euro.

Wie berichtet, soll zunächst eine viergruppige Kinderbetreuungseinrichtung mit zwei bis drei Wohnungen im Dachgeschoss entstehen. Die Planung soll eine Ausbaumöglichkeit beinhalten, sodass einer möglichen Erweiterung nichts entgegensteht.

Als eine „endliche Baustelle“ bezeichnete Wildgruber die Generalsanierung der Rosenheimer Straße. Erneut betonte der Bürgermeister, dass der neu angelegte Straßenquerschnitt zu einer verbesserten Situation für den schwächeren Verkehrsteilnehmer sorgen wird.

Ein kombinierter Fuß- und Radweg auf der Westseite und ein gut erkennbarer Fußweg auf der Ostseite mit Trennung zu den Parkplätzen sowie Querungshilfen und eine verbesserte Situation an der Bushaltestelle sollen dafür sorgen.

Die Vergabe der Straßenbauplanungen 2019 zum Ausbau der Bad-Trissl-Straße ist derzeit in Vorbereitung. Anschließend wird der Förderantrag bei Regierung von Oberbayern eingereicht. Der Ausbau werde, so Wildgruber, voraussichtlich in drei Bauabschnitten erfolgen und verteilt auf drei Jahre abgewickelt werden. Baubeginn für den ersten Abschnitt ist für 2020 geplant.

Die bisherigen Linienführungen zum Brennerbasistunnel in den Trassenkorridoren für Oberaudorf liegen nahezu vollständig unter der Erde. Der Bürgermeister: „Meine Vorstellung ist es, dass dies auch so bleibt. Gelingt es, die Verknüpfungsstelle zwischen Kufstein und Rosenheim he rauszunehmen, wären noch weitaus mehr Streckenabschnitte unter die Erde zu bringen.“

Der Leiter der Gemeindewerke Oberaudorf, Michael Schmid, befasste sich mit den Themen Breitbandausbau und „Smart-Meter“. Vor allem die vom Gesetzgeber vorgeschriebene Einführung dieses elektronischen Messgerätes sorgte unter den Bürgern für Unmut. Schmid betonte, dass der Gerätewechsel wohl noch Jahre dauern werde.

Folgen des Hitzesommers 2018

Einen Schwerpunkt setzte Schmid auf die Auswirkungen des Hitzesommers 2018 auf die Gemeindewerke. Eine Folge war das erhebliche Nachlassen der Schüttung aus den Haslachquellen, welche auf ein historisches Tief zurückging. Die Versorgung von Niederaudorf erfolgte in diesem Zeitraum nahezu ausschließlich über Oberaudorf (Mühlau). Daneben kam es im Boden zu trockenheitsbedingten Setzungen und Spannungen, welche zu einem drastischen Anstieg der Wasserrohrbrüche führten. Mittelfristig sei die Gemeinde gehalten, in ihren Anstrengungen, alte Wasserleitungen, aber auch Hausanschlüsse zu sanieren und auszutauschen, nicht nachzulassen und auch die Frage eines zusätzlichen Hochbehälters neu zu überdenken.

Breitbandausbau wird gefördert

In Sachen Breitbandausbau nutzt die Gemeinde die Förderprogramme, um die Versorgung der Bevölkerung zu verbessern. Für das erweiterte zusätzliche Höfeprogramm wurde eine Markterkundung gestartet. Schmid bedauerte, dass am Markt teilweise keine Tiefbaukapazitäten mehr verfügbar seien. Dies führe dazu, dass in Teilbereichen keinerlei Angebote für die beabsichtigten Vorhaben seitens der Breitbandanbieter zu erhalten sind.

Zum Schluss der Bürgerversammlung herrschte Betroffenheit unter den etwas über 100 Teilnehmern der Versammlung: Mit wenigen Worten kündete Zweiter Bürgermeister Alois Holzmaier das Ende der Ära Wildgruber an. Die Ärzte hätten dem 56-Jährigen geraten, sich aus gesundheitlichen Gründen 2020 nicht mehr zur Wahl zu stellen. 18 Jahre leitete er als Bürgermeister die Geschicke der Gemeinde (Bericht folgt).

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