Hochwasserschutz: Bachbett am Steinbach in Nußdorf wird ausgeweitet

Am Steinbach ist der neue Damm fast fertiggestellt. Demnächst beginnen hier bereits Flussbauarbeiten.
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Am Steinbach ist der neue Damm fast fertiggestellt. Demnächst beginnen hier bereits Flussbauarbeiten.

„Glück gehabt“ hieß es 2013, als der Steinbach nach tagelangen Regenfällen über die Ufer trat. Die Schäden in Nußdorf hielten sich in Grenzen. Aufs Glück will sich das Wasserwirtschaftsamt Rosenheim nicht verlassen und verschafft dem Steinbach mehr Platz.

Nußdorf – Fußgänger zwischen Inn-Brücke und Nußdorf begegnen derzeit entlang des Steinbachs einer Flussbaustelle, an der umfangreiche Erdarbeiten stattfinden. Hier werden aktuell das Bachbett ausgeweitet und die Böschung abgeflacht. Im Anschluss werden die flussbaulichen Maßnahmen umgesetzt.

Überflutung verhindern

Dadurch wird der Abflussquerschnitt im Steinbach vergrößert und mehr Fläche geschaffen, die bei Hochwasser beansprucht werden kann. „So kann ein zu starkes Ansteigen des Wassers und eine Überflutung der angrenzenden Wohnbebauung sowie der Straßen und Wege verhindert werden“, sagt Josef Hamberger vom Rosenheimer Wasserwirtschaftsamt, der das Projekt am Nußdorfer Steinbach leitet.

Der Steinbach kann auch reißend

Denn nicht immer fließt der Steinbach sanft daher und lädt an warmen Sommertagen Jung und Alt zum erfrischenden Bad ein. Das letzte größere Hochwasserereignis im Juni 2013 machte deutlich, dass der Steinbach auch ein anderes Gesicht zeigen kann. Ein Tiefdruckgebiet, wie es jederzeit in dieser Form und in diesem Ausmaß wieder auftreten kann, sorgte dafür, dass der Steinbach über die Ufer trat.

Klimazuschlag beim Hochwasserschutz

Nußdorf hatte damals Glück, dass nichts Schlimmeres geschehen ist, die Schäden hielten sich in Grenzen. Daher wurde beschlossen, den Hochwasserschutz entlang des Gewässers so zu ertüchtigen, dass einem 100-jährlichen Hochwasser (HQ 100) plus 15 Prozent Klimazuschlag standhält.

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Der östliche Damm wurde bereits auf einer Länge von rund 400 Meter circa 20 Meter weiter östlich verlagert. Dabei wurde die Dammkrone erhöht.

Lückenschluss in den nächsten Tagen

Noch in diesen Tagen kann der Lückenschluss am Damm bis zur Brücke an der Straße „Am Inn“ abgeschlossen werden. „Anschließend beginnen die Flussbauarbeiten“, erklärt Hamberger. Dann wird auch der Damm auf der gegenüberliegenden Seite saniert.

Hochwasser läuft über die Staatsstraße

Außerdem wird westlich, kurz vor der Brücke „Am Inn“ eine künstliche Überflutungsmöglichkeit geschaffen, sodass bei großem Hochwasser die Fluten über die Staatsstraße 2359 (Brannenburger Straße) in den gegenüberliegenden Auwald abfließen können. Hamberger rechnet damit, dass der erste Bauabschnitt im Herbst 2021 abgeschlossen werden kann. Zum Ende der Maßnahme werden die Flächen wieder begrünt. „Hier entsteht dann ein neuer Naturraum, der vielen Pflanzen, Tieren und Insekten einen neuen Raum geben wird. . Volkhard Steffenhagen

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