Nußdorf: Zentnerschwere Steine gegen das Hochwasser

  • vonVolkhard Steffenhagen
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Bereits am Montagvormittag warnte der Deutsche Wetterdienst vor ergiebigen Dauerregen in Nußdorf und Umgebung für die kommenden Stunden bis zum Dienstag. So bestünde unter anderem Hochwassergefahr an Bächen und kleineren Flüssen. Außerdem sei mit der Überflutungen von Straßen zu rechnen. Alles dass traf schließlich in der Nacht von Montag auf Dienstag in Nußdorf ein.

Nußdorf – An der Wetterstation des Bayerischen Amtes für Umwelt am Samerberg-Geisenkam wurde innerhalb von 15 Stunden, seit dem Einsetzen des angekündigten Starkregens, eine Niederschlagsmenge von rund 130 Millimeter gemessen.

Hochwassereinsatz in Nußdorf am Inn

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Ein Großteil dieser Wassermenge floss schließlich über den Steinbach, der durch den Ort führt in den Inn ab. In der Spitze zeigte der Pegel im Mühltal einen Wasserstand von 151 Zentimeter an und überschritt damit knapp die Marke des jährlichen Hochwassers (HQ jährlich). 

Hochwasser in Nußdorf am Inn

Zum Vergleich dazu lag er bei der letzten Hochwassersituation am 02.06.2013 bei 131 Zentimeter. Damals flossen rund 41,9 Kubikmeter pro Sekunde durch den Bach und überflutete teilweise bereits Wege. Danach wurde mit der Planung der Steinbachsanierung begonnen, die seit einige Wochen umgesetzt wird (wir berichteten). Dadurch, dass bereits jetzt schon dem Bach ein breiteres Bett zur Verfügung steht, konnte es bereits besser und schneller abfließen.

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„Probleme haben wir an dieser Stelle mit dem Hochwasserschutz, weil die Randbefestigung noch nicht vorhanden ist“, erklärte Nußdorfs Erster Bürgermeister Sepp Oberauer, der gemeinsam mit dem Wasserwirtschaftsamt und der Feuerwehr die vom Hochwasser betroffenen Schwerpunkt koordinierte. Als Sofortmaßnahme wurden zentnerschwere Steine zur provisorischen Befestigung herangefahren. 

Hochwasser in Nußdorf am Inn

Als Nadelöhr stellte sich der noch nicht sanierte Übergang zum Inn heraus. Hier bangten die Einwohner darum, dass sie von den Fluten verschont bleiben. Da sich die Wassermassen nur wenige Zentimeter unterhalb der Nußdorfer Brücken herschob und relativ viel Treibgut mitführte, bestand hier die Gefahr, dass das Treibgut einen ungewollten Damm bildet. 

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Im Ortsteil Haus trat der Labach über die Ufer und löste eine Mure aus. Die RO1 zwischen Nußdorf und Hinterberg wurde von wilden Bächen aus dem Heuberggebiet überflutet. So hatte auch die Feuerwehr viel damit zu tun, Wasser aus Kellern abzupumpen.

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