Raublinger Ortsteil unter Wasser

Das Hochwasser hat Kirchdorf besonders hart getroffen – alle Keller vollgelaufen

  • vonBarbara Forster
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Weil der Litzldorfer Bach am Dienstag übergelaufen ist, kam es in Kirchdorf bei Raubling zu einem Hochwasser: Sämtliche Keller liefen voll und einige Straßen wurden überflutet. 63 Einsätze waren zu absolvieren. Insgesamt waren elf Feuerwehren sowie das THW Rosenheim im Einsatz.

Kirchdorf/Raubling – „Man schaut dem Wasser zu und kann nichts machen.“ So die fassungslosen Worte von Raublings Bürgermeister Olaf Kalsperger. So einen Unwetter-Vorfall habe er während seiner gesamten Amtszeit noch nicht miterlebt. Am Dienstag, 4. August, sind in Kirchdorf bei Raubling sämtliche Keller vollgelaufen und einige Straßen wurden überflutet. Auch zu Stromausfällen sei es gekommen. Laut Martin Gruber, Kreisbrandmeister vom Bereich Inntal, sind 63 Einsätze zu absolvieren gewesen. Insgesamt waren elf Feuerwehren sowie das THW Rosenheim im Einsatz.

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Wasser tritt über Ufer des Litzldorfer Bachs

Auch im evangelischen Kindergarten „Sonnenblume“ Kirchdorf war der Garten überschwemmt.

Grund für das Hochwasser war ein Überlaufen des Litzldorfer Bachs, erklärte Gruber auf Nachfrage. Zunächst habe sich der Regenwasserkanal zurückgestaut, und dann sei das Wasser über die Ufer getreten.

Wie das Landratsamt Rosenheim in einer Pressemitteilung mitteilte, waren drei Hochwasserpumpen im Einsatz, um ein Abpumpen des Wassers aus den Kellern zu ermöglichen. Sie transportieren das Wasser aus dem Regenwasserkanal über die Kreisstraße RO 7 in die sogenannte Arzer Wiese.

Den Häusern am Brunellenweg in Kirchdorf, direkt neben dem Ammerbach, reichte das Wasser bereits am Vormittag bis an die Haus- und Garagentüren. Ruprecht

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Abends musste dann die RO 7 in Kirchdorf überdies gesperrt werden, berichtete Gruber. Seit frühmorgens sei es rundgegangen, berichtete Kalsperger. Aufgrund des Hochwasser Alarmplans sei er am Dienstag um etwa 3.15 Uhr von einem Mitarbeiter informiert worden, dass zwei Pegelstände auf Meldestufe 1 sind. Um 6 Uhr sei dann Meldestufe 2 ausgerufen worden. Vorkehrungen mussten getroffen werden.

Selbst das Feuerwehrgerätehaus Raubling schien wie von einem Meer umgeben.

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Sämtliche Gehwege und Straßen seien überflutet gewesen. Darunter beispielsweise die Zufahrt zum Friedhof, erklärte Kalsperger. Auch die Kufsteiner Straße sowie Teile der Neubeurer Straße standen unter Wasser. Von der Neubeurer Straße sei das Wasser weiter in Richtung Kindergarten „Sonnenblume“ gelaufen und habe den Garten überschwemmt. Laut Martin Gruber wurde das Wasser vom Grundstück abgepumpt.

Sandsäcke gegen Hochwasser im Kieswerk gefüllt

„Man ist ratlos. Da fällt einem nix mehr ein“, äußerte sich Kalsperger. Wo es möglich war, wurde das Wasser am Dienstag noch abgepumpt, teilte Gruber auf Nachfrage mit. Weitere Maßnahmen konnten vereinzelt erst durch sinkende Wasserstände vorgenommen werden. „Die gefährdeten Objekte wurden mit Sandsäcken gefüllt.“

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Im Kieswerk Neuner in Neubeuern wurden die Säcke befüllt, welche die einzelnen Einsatzstellen durch Pendelverkehr versorgten. Auch die Autobahn A8 im Bereich Wasserwiesen, welche zum Gemeindegebiet Raubling gehört, wurde durch Sandsäcke gesichert.

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