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KURZ VOR INBETRIEBNAHME

Hochbehälter fertiggestellt: Raubling investiert 3,5 Millionen Euro in Trinkwasserversorgung

Wassermeister Manfred Bichler hat jetzt 3000 Kubikmeter quellfrisches Trinkwasser im Griff.
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Wassermeister Manfred Bichler hat jetzt 3000 Kubikmeter quellfrisches Trinkwasser im Griff.
  • VonKarin Sönmez
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Gereinigt, desinfiziert und komplett befüllt – der neue Hochbehälter für die Raublinger Trinkwasserversorgung geht ans Netz. 1500 Kubikmeter quellfrisches Wasser, aufgeteilt in zwei Becken, warten darauf, in die Trinkwasserleitungen zu fließen.

Raubling – Dreieinhalb Millionen Euro hat die Gemeinde investiert, um langfristig die Wasserversorgung für Raubling sicherzustellen. Im Mai 2019 starteten die Stahlbetonarbeiten für den Rohbau. Dass sich die Fertigstellung bis Februar 2021 hinzog, war auch der Pandemie geschuldet.

Warten auf das „OK“ vom Gesundheitsamt

Auf dem Areal oberhalb von Litzldorf wurde 1974 bereits der alte Hochbehälter gebaut. Im Herbst 2018 wurde mit dem Baugrubenaushub nahe des alten Hochbehälters begonnen. Um das ältere Bauwerk nicht durch Erschütterungen zu gefährden, schlug man zur Baugrubenabsicherung keine Spundwände ein, sondern wählte ein Spritzbetonverfahren. Etwa drei Tage dauerte es, bis die beiden Becken mit etwa acht Grad kühlem Quellwasser gefüllt wurden. Wassermeister Manfred Bichler erläutert: „Jetzt werden noch Proben gezogen und ins Labor geschickt. Wenn dann auch vonseiten des Gesundheitsamtes das ‚OK‘ da ist, können die mechanischen Schieberegler geöffnet werden und die Gemeinde Raubling wird mit bestem Trinkwasser aus dem neuen Hochbehälter versorgt.“

Um die Qualität das Wassers zu sichern, gebe es zwölf mal im Jahr eine mikrobielle Wasseruntersuchung und zweimal eine große, chemisch-technische Untersuchung im Labor. Die Becken sind im Schatten des Sulzberges in der Erde versenkt, wodurch eine gleichbleibende Kühlung gewährleistet ist. „Beim Leeren der Becken entsteht ein Unterdruck, durch den Luft von außen eingesaugt wird. Damit das Wasser aber nicht beeinträchtigt wird, wird die Luft durch einen Filter geleitet. Außerdem sind die Anlagen mit Kameras und Bewegungsmeldern abgesichert“, erklärt Bichler.

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Das passiert mit dem alten Hochbehälter von Raubling

Wenn der neue Hochbehälter ein paar Wochen am Laufen ist, wird der Ältere abgelassen und gereinigt. Zudem bekommt die ältere Anlage ein neues Rohrsystem aus Edelstahl. „Mit den beiden voneinander unabhängigen Hochbehältern sind wir dann auf der sicheren Seite, auch an heißen Sommertagen, wo schon mal mehr als 2000 Kubikmeter pro Tag gebraucht werden. Oder, wenn es, wie bereits einmal geschehen, einen Rohrbruch gibt, der durch eine versteckte Lage nicht sofort entdeckt wird“, so Bichler.

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Verantwortlich für die Erschließung des Trinkwassers in Raubling ist der Wasserbeschaffungsverband Degerndorf. Dieser bezieht das Wasser aus vier Quellen und zwei Tiefbrunnen. Von den Bergquellen kommend, die sich im Wasserschutzgebiet im Förchenbachtal befinden, wird das Wasser in einem Quellsammler zusammengeführt. Dann geht es weiter ins Tal zu einer UV- Anlage, wo das Wasser untersucht wird. Wenn keine Trübstoffe erkennbar sind, erfolgt zum Schutz vor Keimen eine Bestrahlung mit ultraviolettem Licht.

Von den zwei Tiefbrunnen deckt einer den Bedarf für Raubling. Diese befinden sich am Fuße des Riesenkopfs inmitten der Wasserschutzzone. In 54 Metern Tiefe ist hier die wasserführende Schicht zu finden. Der Vorstand des Wasserbeschaffungsverbandes, Rüdiger Langanke, erklärt, dass es trotz der Tiefe notwendig sei, streng auf die Einhaltung der Wasserschutzverordnung zu achten. „Man könnte auch in dieser Tiefe noch einen Keimeintrag feststellen, wenn auch nur ein Hundehaufen in den Boden einsickert. Auch die Bauern haben Auflagen beim Ausbringen der Gülle, wofür sie dann Entschädigungen erhalten.“

Auch im Fall eines Blackouts ist gesorgt

Durch die Lage unterhalb des Riesenkopfs wird aufgrund der geologisch vorgegebenen Fließrichtung sichergestellt, dass das Wasser direkt aus dem Berg kommt. Mit einer Pumpe wird es nach oben befördert und über einen Verteilerschacht in Brannenburg zum Teil in das Ortsnetz eingespeist. Der andere Teil wird über eine Hauptwasserleitung nach Litzldorf in den Hochbehälter befördert. Alle Anlagen werden per Fernwarte von einem Leitstand aus überwacht. Bei einer Störung kann Bichler auf zwei Meldewegen – per Mobilfunk oder Festnetz – verständigt werden. Und im Falle eines Stromausfalls springt das Notstromaggregat an und übernimmt die Versorgung der Pumpen und die Steuerung der Wasserversorgung.

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