Historische Kutschfahrt wird verschoben

„Eigspannt is‘!“Noch vor wenigen Wochen wurde mit der Postkutsche für die Reisegeprobt. Jetzt erfolgt die Absage durch die Corona-Pandemie. Nitzsche
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„Eigspannt is‘!“Noch vor wenigen Wochen wurde mit der Postkutsche für die Reisegeprobt. Jetzt erfolgt die Absage durch die Corona-Pandemie. Nitzsche

Samerberg – Von der Corona-Pandemie sind auch die Feierlichkeiten „50 Jahre Gemeinde Samerberg“ betroffen.

Jetzt steht fest: Die geplante historische Postkutschen-Reise von Südtirol zum Samerberg zum Festtag am 17. Mai ist abgesagt. Die Postkutsche ist zwar fertig, aber die große Reise wird – ebenso wie der Jubiläumstag – verschoben wie Erbauer Michael Sattlberger senior vom Samerberger Ortsteil Schweinsteig informierte.

Sattlberger, der beim Trachtenverein Hochries-Samerberg von Grainbach für das Historische Saumwesen zuständig ist, hatte sich in monatelanger Arbeit an Planung um Umsetzung gemacht.

Nach der Kriseeine Dank-Fahrt?

Nach dem Studium vieler Postkutschen aus vergangener Zeit entschied er sich für eine Form, die anhand der Außenverkleidung an eine Weltkugel erinnert. „Dem Ideenreichtum und der Kreativität für die weitere Ausgestaltung waren keine Grenzen gesetzt, lediglich die gelbe an die Post erinnernde Farbe war für mich vorgegeben“ – so der tüchtige Handwerker, der vor ein paar Jahren schon einmal mit dem Bau einer Inn-Plätte auf sich aufmerksam gemacht hatte und mit dieser bislang schon bei einigen Aktivitäten und Festumzügen auf die reiche Samer-Geschichte der Samerberger erinnerte.

Auch für die Postkutsche hatte er keine Mühen gescheut, zuletzt erfolgte der Anstrich und es wurden auch schon Vereinbarungen getroffen, dass die einwöchige Postkutsche-Reise ab Südtirol Teil des neuen Films „Zeitreise Bayern“ werden soll. Jetzt wird mit Film-Regisseur Klaus Bichlmaier über eine Alternative nachgedacht, gegebenenfalls wird eine Fahrt über den beschaulichen Samerberg nach Ende der Corona-Krisenzeit aufgenommen.

Auch wenn die Südtirol-Fahrt für den heurigen Mai abgesagt ist, gänzlich ist sie nicht in den Planungen von Michael Sattlberger, seinen Samer-Kollegen, dem Trachtenverein Grainbach und der Gemeinde Samerberg gestrichen. „Die Tour steht, heuer werden wir wohl eine kleine Testfahrt machen, dann die Kutsche einlagern und für 2021 machen wir einen neuen Anlauf, nachdem Route und Teilnehmer schon feststanden“, so die derzeitigen Überlegungen. Wie die Kutsche werden in Kürze die historischen Uniformen der insgesamt vier Kutscher (immer zwei wechseln sich bei der Reise ab) sein.

Diese werden dank der freundlichen Unterstützung der Stiftung Otto Eckart im benachbarten Tirol von einer mit den Samerberger Samern befreundeten Schneiderin gefertigt.

Vorstellbar ist, dass die Kutschfahrt auf historischen Pfaden auch als Bitt- und Dank-Fahrt durchgeführt wird, nicht zuletzt aufgrund einer grenzüberschreitenden guten Nachbarschaft und gemeinsamer geschichtlicher Schicksale bis in die Gegenwart. hö

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