Hilfe aus Achenmühle für Beirut: Noch immer leiden Menschen unter Folgen von Mega-Explosion

Hilfe für Beirut aus Achenmühle: Der CEO der „Medi-Globe Group“, Martin Lehner, schickt zusammen mit dem Area-Sales-Manager und Initiator der Hilfsaktion, Samer Hammoud, medizinische Geräte nach Beirut.
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Hilfe für Beirut aus Achenmühle: Der CEO der „Medi-Globe Group“, Martin Lehner, schickt zusammen mit dem Area-Sales-Manager und Initiator der Hilfsaktion, Samer Hammoud, medizinische Geräte nach Beirut.

Eine Explosion im Hafen hat die libanesische Hauptstadt Beirut vor Wochen schwer getroffen. Um fünf besonders betroffenen Krankenhäusern zu helfen, schickt das medizinische Unternehmen „Medi-Globe Group“ aus Achenmühle dringend benötigte Geräte in das schwer getroffene Krisengebiet.

Achenmühle – 52 Tage ist es her, dass mehrere Tausend Tonnen Ammoniumnitrat im Hafen der libanesischen Hauptstadt Beirut explodierten. Eine Katastrophe, die ganze Straßenzüge rund um den Hafen verwüstete und laut libanesischer Regierung mindestens 190 Menschen das Leben kostete. Knapp zwei Monate später ist der Vorfall in der breiten Öffentlichkeit kaum noch ein Thema. Dabei kämpfen die Libanesen nach wie vor mit den Folgen der Zerstörung.

Die bestehenden Probleme wie die Finanzkrise und die unklare politische Situation sind weiterhin präsent,die medizinische Versorgung hat sich seit der Explosion drastisch verschlechtert. Zahlreiche Krankenhäuser rund um den Hafen wurden zerstört. Mehr als 300 000 Obdachlose benötigen Hilfe.

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Samer Hammoud, Sales Manager der „Medi-Globe Group“ aus Achenmühle, ist der Firmenverantwortliche für den Bereich Libanon und hat daher seit Jahren Kontakte zu den Händlern vor Ort. „Aufgrund von aktuellen Berichten der libanesischen Händler hat Herr Hamoud überlegt, wie wir als mittelständischer Vertrieb mit 100 Mitarbeitern am Standort Achenmühle die derzeitige Lage in Beirut verbessern können“, sagt Stephanie Schätzler, die Marketing-Referentin der Firma. Daraus entstand die Idee, eigene medizinische Geräte an Krankenhäuser in Beirut zu schicken, die aufgrund der Explosion in Not geraten sind. Diese Instrumente im Wert von 28.000 Euro werden laut Schätzler vor allem für filigrane Eingriffe im Magen-Darm-Bereich dringend benötigt. Mit ihnen können beispielsweise kleinste Fremdkörper entfernt oder Gewebeproben zur späteren Analyse entnommen werden.

Grundsätzlich eine gute Idee, darüber war man sich in Achenmühle einig. Die Umsetzung war jedoch in der Realität sehr viel schwerer als zunächst gedacht.

Die Logistik sorgt für Verzögerungen

Durch die zerstörte Infrastruktur sind die Lieferketten nach Beirut unterbrochen. Trotz guten Kontakten zu den Händlern vor Ort dauerte es zwei Monate den Bedarf der Krankenhäuser zu ermitteln und die eigenen Bestände aus den verschiedenen Lagern zusammenzufassen. Laut Schätzler bedurfte es bei der gesamten Abwicklung einer höheren Koordination und Organisation als üblich. Auch der Versand sorgte aufgrund der hohen Zollauflagen für die Waren für Komplikationen. „Wir haben versucht, den ganzen Prozess über Hilfsorganisationen zu verkürzen. Letztendlich mussten wir aber doch wieder auf die bestehenden Distributionswege zurückgreifen.“

Das Hilfspaket ist unterwegs

Jetzt aber ist das Achenmühlener Hilfspaket geschnürt und befindet sich auf dem Luftweg zu den libanesischen Zwischenhändlern. Diese sollen die Instrumente an fünf Krankenhäuser liefern, die allesamt in einem Umkreis von zwei Kilometern vom Explosionsort liegen und somit am stärksten betroffen sind. Auch Schätzler ist erleichtetr, dass die Lieferung mittlerweile in den Libanon versandt wurde. „Wir sind wirklich froh, dass jetzt alles geklappt hat und das Hilfspaket schon bald bei den Händlern in Beirut ankommen wird.“

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