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NUSSDORFER GEMEINDERAT STARTET TESTVERSUCH FÜR „MITFAHRERBANKERL“

Wer hier sitzt, will weiterkommen

Künftig könnte die kleine Bank vor dem Nußdorfer Verkehrsamt zur „Mitfahrerbank“ werden, von der aus Nußdorfer Bürger in Richtung Brannenburg mitgenommen werden könnten. Steffenhagen
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Künftig könnte die kleine Bank vor dem Nußdorfer Verkehrsamt zur „Mitfahrerbank“ werden, von der aus Nußdorfer Bürger in Richtung Brannenburg mitgenommen werden könnten. Steffenhagen

Manchmal scheint die fünf Kilometer lange Entfernung zwischen Nußdorf und Brannenburg unüberwindbar. Die öffentlichen Verkehrsverbindungen sind rar. Ein „Mitfahrerbankerl“ könnte dieses Dilemma beseitigen, schlug ein Bürger vor. Der Nußdorfer Gemeinderat will einen Testversuch wagen.

Nußdorf – In der vergangenen Sitzung des Nußdorfer Gemeinderates wurde der Vorschlag „Mitfahrerban kerl“ kontrovers diskutiert. Die Idee stammte aus der Bürgerversammlung der Gemeinde, bei der ein Nußdorfer diese Transportmöglichkeit unter dem Motto „Fahrgast sucht Mitfahrgelegenheit“ vorgeschlagen hatte. Ihn ärgerte die aktuelle Situation: Wenn heute ein Nußdorfer mit öffentlichen Nahverkehrsmitteln in den nächstgelegenen Ort nach Brannenburg fahren möchte, dann benötigt er für die fünf Kilometer lange Strecke zu Fuß rund 50 Minuten, mit dem Fahrrad etwa 15 Minuten, mit dem Pkw nur fünf Minuten und mit dem öffentlichen Bus eigentlich auch nur zehn Minuten. Allerdings fährt der nur wenige Male am Tag zu Schulbeginn und -ende in Richtung der Brannenburger Schulen.

Findige Internetportale schlagen dem Reisenden, der den öffentlichen Personennahverkehr trotzdem nutzen möchte oder gar auf diesen angewiesen ist, sogar vor, zunächst mit dem Bus nach Raubling zu fahren, um dann von dort aus Brannenburg mit der Bahn zu erreichen. Wenn der Anschluss in Raubling funktioniert, dann erreicht man nach gut einer halben Stunde den Brannenburger Bahnhof.

Der Vorschlag des Bürgers: Wer sich auf das „Mitfahrerbankerl“ setzt, outet sich als Suchender einer Mitfahrgelegenheit in Richtung Brannenburg. Autofahrer, die in die gleiche Richtung möchten, könnten den Reisenden mitnehmen und in Brannenburg absetzen. Die Rückfahrt erfolgt auf ähnliche Weise, so der Plan.

Im Nußdorfer Gemeinderat stieß diese Idee nicht generell auf Zustimmung. Besser wäre die Einrichtung einer offiziellen Busverbindung zwischen den Orten, so war in dem Gremium zu hören. „Das hatten wir schon einmal, wurde aber von den Bürgern nicht angenommen“, erklärte Nußdorfs Erster Bürgermeister Sepp Oberauer. Da niemand mitgefahren sei, sei die Route wieder eingestellt worden. Auch die Wendelsteinringlinie lässt Nußdorf als Haltepunkt aus.

Die Einrichtung eines „Mitfahrerbankerls“ stieß aber auch deshalb auf Skepsis, weil einige Gemeinderäte der Meinung sind, dass dadurch Kaufkraft nach Brannenburg abwandern würde, die man gerne im eigenen Dorf halten möchte.

Rückfahrt wird schwierig

Außerdem müsse der Rückreiseverkehr organisiert werden. So könne sich Nußdorfs Erster Bürgermeister, Sepp Oberauer, vorstellen, dass in Absprache mit der Gemeinde Brannenburg, dort ebenfalls an einem zentralen Punkt eine Bank aufgestellt werde von wo aus die Rückfahrt starten könnte. Viele Fragen blieben allerdings offen: Was geschieht, wenn jemand in Brannenburg steht und ihn niemand mitnimmt? Diese Frage lieb ungeklärt.

Als Alternative käme die Fahrhilfe der Nußdorfer Nachbarschaftshilfe infrage. Allerdings könne diese nur von Mitgliedern in Anspruch genommen werden. Schließlich einigten sich die Gemeinderäte auf eine Testphase. Nach Klärung der offenen Punkte soll nach einem Probebetrieb die endgültige Entscheidung getroffen werden.

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