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Eine Beziehung verändert sich stetig

Hermann und Marianne Kink aus Prutting feiern ihre Eiserne Hochzeit

Hermann und Marianne Kink schwelgen in Erinnerungen an ihren Hochzeitstag vor 65 Jahren.
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Hermann und Marianne Kink schwelgen in Erinnerungen an ihren Hochzeitstag vor 65 Jahren.
  • VonJohannes Thomae
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Gemeinsame Interessen pflegen und auch mal nachgeben können: Dieses Rezept für eine glückliche Ehe klingt wie ein wohlfeiler Allgemeinplatz. Hermann und Marianne Kink beweisen jedoch, dass es mehr ist: Sie sind mit Hilfe dieser Richtschnur seit 65 Jahren ein Ehepaar und dabei eines, das sich nach wie vor von Herzen gewogen ist.

Prutting – Kennengelernt haben sich die beiden, als der bald 96-jährige Hermann Kink Anfang der Fünfzigerjahre eine Pieta für ein Kriegerdenkmal in Fürstätt schaffen sollte. Dafür brauchte er ein Modell und sein Blick fiel auf die siebzehnjährige Marianne Pöll. Dass daraus mehr werden könnte, war offenbar recht bald klar. Hermann Kink erinnert sich, dass er Marianne Plastiken in den Kirchen der Region zeigte, damit sie eine Vorstellung gewinnen könne, worum es bei der Pieta gehen würde.

Mit Fürsorge und Tatkraft

„Auf einer dieser Touren“ so erzählt er, „kamen wir mit meinem Motorrad in einen Sturzregen, derart heftig, dass mir das Wasser in den Stiefeln stand. Als wir in ein Café wollten und ich vorher meine Stiefel ausleerte, sagte Marianne: Gib her, und fütterte sie anschließend mit Zeitungspapier aus, das sie sich im Café erbeten hatte“. Da habe er sich gedacht, dass ein hübsches junges Mädchen, das Fürsorge und Tatkraft so wunderbar in sich vereinte, vielleicht sogar eine Frau fürs Leben sein könnte. Marianne Kink (85) sagt dazu:

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„Ich war sowieso bald über beide Ohren in ihn verliebt“. Drei Jahre später, 1956, haben die beiden dann geheiratet.

Die Rolle einer Managerin des täglichen Lebens hat Marianne Kink die folgenden Jahrzehnte beibehalten, beileibe nicht als Hausfrau, sondern als Partnerin ihres Mannes im gemeinsamen Architekturbüro. „Ich habe dafür gesorgt, dass das Büro lief, damit mein Mann den Kopf frei hatte für seine kreative Arbeit“.

Gleichberechtigter Partner

Dies für sie keine zurückgesetzte, keine untergeordnete Rolle: „Ich habe immer das Gefühl gehabt, konnte es durch ihn auch haben, dass meine Arbeit für unseren gemeinsamen Erfolg nicht weniger wichtig ist als seine“. Und die Erfolge waren groß: Hermann Kink hat mit der Unterstützung durch seine Frau nicht nur die Innengestaltung des ehemaligen Bonner Kanzlerbungalows übernommen, sondern in der Folge auch die Repräsentationsräume vieler namhafter deutscher Firmen gestaltet.

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„Unsere gemeinsame Arbeit hat uns zusammengeschweißt“ sagen beide und wissen sehr wohl, dass dazu auch ein gütiges Geschick gehört, denn für manch andere wird eine derart enge Zusammenarbeit mit der Zeit zu einem Gefängnis, aus dem ein Entrinnen nur schwer möglich ist. Allerdings sind beide auch überzeugt, dass man es zu einem Teil schon selbst in der Hand hat, ob es so wird. Und können deshalb nur schwer verstehen, wie sich junge Paare heute so leicht trennen können, ob verheiratet oder nicht, oft mit der Begründung, sich im anderen getäuscht zu haben. „Die übersehen“, so meinen die beiden „dass eine Beziehung nie etwas Abgeschlossenes ist, deshalb auch nicht im Stadium der ersten übergroßen Verliebtheit verbleiben kann. Sie ist vielmehr immer in Veränderung und, wenn es gut geht, dabei im Wachsen begriffen“.

Nicht so schnell aufgeben

Vielleicht hat auch die damalige Zeit geholfen, eine Zeit, in der oft einige Jahre vergingen, in denen man sich immer besser kennenlernen konnte, bis man dann endlich ein Paar wurde. Umstände, die so heute nicht mehr vorstellbar sind: „Als wir standesamtlich verheiratet waren“, so erzählt Hermann Kink, „sagte ich zu Mariannes Mutter, dass ich Marianne doch jetzt auch über Nacht in mein Elternhaus nach Edling mitnehmen könnte, doch die war da rigoros ‚Nichts da‘, sagte sie, ‚erst nach der kirchlichen Trauung‘, die ja erst einen Monat später, am elften September 1956 stattfand“.

Den Rat, den die beiden erfahrenen Eheleute allen jungen Paaren geben würden, lautet deshalb: Gebt nicht vorschnell auf, sondern Euch und Eurer Beziehung eine Chance.

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