Hans Bauer war der Mann hinter mehreren Bürgermeistern

Hans Bauer (links) war 18 Jahre Zweiter Bürgermeister in Vogtareuth, die letzten sechs Jahre im Team mit Rudolf Leitmannstetter. Im Gemeinderat saß Bauer schon zu Emmeram Spötzls Zeiten, genauer: seit 1984. Thomae

Dass er bei der Haushaltssitzung 2020 nicht mehr dabei war, muss für Hans Bauer ein ganz neues Gefühl gewesen sein – schließlich konnte man in Vogtareuth über 18 Jahre hinweg sagen: Die ersten Bürgermeister wechseln – Hans Bauer (CSU) als der zweite bleibt.

Vogtareuth – Zwei Amtsperioden von Matthias Maier, eine von Rudolf Leitmanstetter – sie alle hat er als der zweite Mann in Vogtareuth miterlebt. Oder anders gesagt: Als Hans Bauer vor 36 Jahren, also 1984, erstmals in den Gemeinderat gewählt wurde, war noch Emmeram Spötzl Vogtareuths Bürgermeister, Richard von Weizsäcker trat sein Amt als Bundespräsident an, das Anschnallen beim Autofahren wurde gerade Pflicht, die erste Email erreichte Deutschland. Und dort, wo heute die Schönklinik steht, war damals Baustelle und ansonsten viel freies Feld.

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Um sich so lange im Gemeinderat und in der Position des zweiten Bürgermeisters zu halten, dafür braucht es, so meint Bürgermeister Rudolf Leitmanstetter, vor allem zweierlei: Offenheit und Geradlinigkeit. Er schätzt Hans Bauer als jemanden, auf dessen Wort man immer bauen kann: „Wenn er was sagt, dann weiß man, er meint’s nicht nur so, sondern es stimmt auch – das ist etwas, worauf man sich wirklich verlassen kann.“

Wichtigste Tugend: Hartnäckige Geduld

Fragt man Hans Bauer selbst nach der wichtigsten Tugend eines so langjährigen Gemeinderatsmitgliedes, so meint er: hartnäckige Geduld. Schnellschüsse hätten im Gemeinderat noch nie Sinn gehabt, denn viele Dinge bräuchten einfach reifliche Überlegung, vor allem dann, wenn man die Bürger und ihre Anliegen wirklich ernst nähme.

Das Ringen mit der Bürokratie nahm zu

In den letzten Jahren sei zunehmend das Ringen mit einer immer dichter werdenden Bürokratie hinzugekommen. „Früher“, so sagt Hans Bauer, „konnte man da bisweilen noch zügiger etwas bewegen, heute muss man sich durch viel mehr Papierkrieg hindurchkämpfen, da braucht’s dann eine gewisse Zähigkeit“.

Man muss die Leute wirklich mögen

Unverändert ist aber die Grundvoraussetzung für das Amt: Man muss die Leute mögen, wirklich mögen. Wer als Gemeinderat und vor allem als zweiter Bürgermeister nicht gern mit „de Leid beinand“ sei, so sagt Hans Bauer, sei auf dem Platz eine Fehlbesetzung: „Einen Hund, den man auf die Jagd tragen muss, der taugt nix“. Er selbst war immer gern mitten unter den Vogtareuthern und daran wird sich auch nach seinem Ausscheiden aus dem Gemeinderat nichts ändern.

Feste feiern – gern auf Bauers Hof

Schließlich finden viele Feste im Dorf schon seit Jahren auf seinem Hof statt – das Landjugendfest ist dabei weit über Vogtareuths Grenzen hinaus schon fast legendär. Seine Frau Resi, ohne deren Verständnis und Unterstützung, wie er sagt, sein Engagement in der Kommunalpolitik nicht denkbar gewesen wäre, wird es also weiter mit einem umtriebigen Ehemann zu tun haben.

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