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Frühe Investition in die Grundschule

Andere reden, Prutting handelt: Luftfilter gegen Coronaviren in allen Klassenzimmern

Halten die Luftreinigungsgeräte einhellig für ein Riesenplus: Pruttings Bürgermeister Johannes Thusbaß, die beiden Grundschullehrerinnen Natalia Skuza und Peggy Reiß sowie die Elternbeiratsvorsitzende Barbara Kocis. Auch ihre Tochter Jolina ist begeistert: Die Tage des lüftungsbedingten Frierens im Klassenzimmer sind Vergangenheit.
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Halten die Luftreinigungsgeräte einhellig für ein Riesenplus: Pruttings Bürgermeister Johannes Thusbaß, die Grundschullehrerinnen Natalia Skuza und Peggy Reiß sowie die Elternbeiratsvorsitzende Barbara Kocis. Auch ihre Tochter Jolina ist begeistert.
  • VonJohannes Thomae
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„Wir machen das“, war sich der Pruttinger Gemeinderat schon vor einem Dreivierteljahr einig und kurbelte den Kauf von Luftfiltergeräten für alle zwölf Klassenzimmer der Grundschule an. Seit Ostern sind die Geräte im Einsatz. Eine erste Bilanz.

Prutting – Wo andere noch reden und diskutieren, hat man in Prutting schon gehandelt. Dieser Satz trifft zumindest für die Luftreinigungsgeräte zu, die helfen sollen, in den Schulen die Gefahr einer Corona-Ansteckung herabzusetzen. Während derzeit fast überall sonst noch über Nutzen oder Nutzlosigkeit dieser Geräte debattiert wird, beziehungsweise über die Frage, wer für ihre Anschaffung aufkommen muss, sind sie in Prutting schon seit Ostern im Einsatz.

Nicht an den Kindern sparen beginnen

Die Entscheidung, solche Geräte anzuschaffen, fasste der Gemeinderat schon bei seiner Sitzung im November letzten Jahres. Und dies, obwohl es damals eine staatliche Förderung nur für Geräte in denjenigen Räumen gab, in denen Fensterlüftung nicht oder nur sehr eingeschränkt möglich war. Der Haltung des gesamten Gemeinderates gab damals Petra Linner (CSU) Ausdruck, die meinte, Sparen dürfe nicht bei den Kindern beginnen.

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Deshalb wurden alle zwölf Klassenzimmer der Pruttinger Schule mit den Geräten ausgestattet. 45 000 Euro hat die Gemeinde dafür in die Hand genommen, wovon am Ende nach zwischenzeitlich großzügiger gestalteten Förderrichtlinien 24 000 Euro übrig blieben.

Lehrkräfte sind des Lobes voll

Die Installation der Geräte erfolgte rechtzeitig zur Rückkehr zum Präsenzunterricht nach den Osterferien und die Lehrkräfte sind des Lobes voll. Es sei, so sagt zum Beispiel Natalia Skuza, ein Riesendruck von den Lehrerinnen und Lehrern abgefallen. Am Anfang sei da immer die Befürchtung gewesen, dass man nicht genug oder zu spät lüfte. „Die Sorge hat durchaus Auswüchse gehabt“, erzählt Natalia Skuza, „nicht nur ich, sondern auch viele meiner Kolleginnen oder Kollegen haben sich eine Eieruhr oder sonst einen Wecker mit ins Klassenzimmer genommen, um nur ja rechtzeitig zu lüften. Dass die permanenten Unterbrechungen einem konzentrierten Unterricht nicht förderlich sind, kann man sich vorstellen“.

Kinder in Anoraks und Decken

Das Lüften habe noch andere, noch größere Probleme mit sich gebracht, ergänzt Kollegin Peggy Preiß. Alle zwanzig Minuten die Fenster und die Klassenzimmertür aufzureißen habe die Klassenzimmer rasant auskühlen lassen. Noch jetzt liegen in einem Regal Überbleibsel aus dieser Zeit: Decken, in die sich die Kinder einhüllten, und das obwohl viele eh schon im Anoraks im Klassenzimmer saßen.

Unterricht ist viel entspannter

Jetzt aber, dank der Luftreinigungsgeräte und auch der CO2-Ampeln sei der Unterricht viel entspannter, stellen die Lehrerinnen fest. Man fühle sich sozusagen doppelt abgesichert. Gelüftet werden müsste kaum noch außer der Reihe, denn die Ampeln zeigten eine Lüftungsnotwendigkeit je nach Größe des Klassenzimmers erst nach eineinhalb bis zwei Stunden an, bis dahin sei aber in der Regel schon sowieso gelüftet worden.

Überbleibsel aus kalten Tagen: Decken, mit denen sich die Kinder gegen die Kälte, die wegen des häufigen Lüftens die Klassenzimmer erfüllten, zu schützen versuchten.

Auch Barbara Kocis, die Elternbeiratsvorsitzende, ist der Gemeinde für die perfekte Ausstattung der Schule dankbar: „Die Eltern fühlen sich jetzt einfach sicher“. Und auch für eine Zeit nach Corona seien die Luftreinigungsgeräte ein Gewinn. Schließlich filterten sie auch „normale“ Erkältungsviren heraus und auch für Asthmatiker und Allergiker sei die aerosolfreie Raumluft ein Riesenplus.

Leises Rauschen begleitet den Unterricht

Laut Herstellerangaben liegt die Filterwirkung der Geräte bei 99 Prozent. Die Tatsache, dass sie nicht völlig lautlos arbeiten, sondern ein leises Rauschen zu hören ist, sei gegenüber den Vorteilen vernachlässigbar, meinen die Lehrerinnen. Man gewöhne sich ganz schnell daran, und nähme es bald nicht mehr wahr.

Auch für Bürgermeister Johannes Thusbaß sind die Luftreinigungsgeräte ein Gewinn und jeden investierten Cent wert: „Lehrer, die sich auf den Unterricht konzentrieren können, weil sie wissen, dass das Klassenzimmer automatisch virenfrei gehalten wird, sind entspannter. Und das spüren die Kinder“.

Masken-Vorschrift bei Luftfilter eigentlich überflüssig

Er würde sich nur wünschen, dass die Vorschriften für die Schulen in Zukunft an die vorhandene technische Ausstattung angepasst würden: „Maskentragen am Platz sollte in einem Klassenzimmer mit einem Luftreinigungsgerät, einer CO2 Ampel und wöchentlich getesteten Kinder auch bei etwaig wieder steigenden Inzidenzzahlen nicht mehr nötig sein“.

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Ein Wunsch, dem die beiden Lehrerinnen beipflichten: Gerade in der Grundschule sei es wichtig, dass die Kinder das ganze Gesicht ihrer Lehrkräfte sehen könnten: Ob man bei dem, was man sagt, lächelt oder nicht, nur an den Augen abzulesen, sei für die Kinder an sich schon schwierig, „von den hinteren Reihen aus aber ist es unmöglich.“

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