Unterricht digital

So meistert die Grundschule Oberaudorf den Corona-Alltag

Mit vereinten Kräften für die Grundschule Oberaudorf: (von links) Bürgermeister Dr. Matthias Bernhardt, Schulleiter Matthias Wiesensarter, Carola Mayländer, Vertreterin des Elternbeirats , Elternbeiratsvorsitzende Michaela Brecheisen und Daniela Bernhardt vom Elternbeirat.
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Mit vereinten Kräften für die Grundschule Oberaudorf: (von links) Bürgermeister Dr. Matthias Bernhardt, Schulleiter Matthias Wiesensarter, Carola Mayländer, Vertreterin des Elternbeirats , Elternbeiratsvorsitzende Michaela Brecheisen und Daniela Bernhardt vom Elternbeirat.
  • vonRoland Schmidt
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Die Corona-Pandemie hat große Auswirkungen auf das Schulleben an der Grundschule Oberaudorf. Bürgermeister Professor Dr. Matthias Bernhardt, Schulleiter Matthias Wiesensarter und die Elternbeiratsvorsitzende Michaela Brecheisen schildern , wie sie die derzeitigen Herausforderungen bewältigen.

Oberaudorf – Im Zentrum der Bemühungen stünden der Netzausbau und der intensive Austausch mit den Schülern, die vor allem unter dem fehlenden Kontakt mit Klassenkameraden und Lehrern leiden würden, wie Schulleiter Matthias Wiesensarter betont.

Gemeinde der Sachaufwandsträger

„Für uns als Sachaufwandsträger wurde sehr schnell deutlich, dass wir in vielen Teilen der Schule Nachholbedarf haben, was die Digitalisierung anbelangt“, so Bürgermeister Matthias Bernhardt.

Wie an allen Schulen seien in sehr kurzer Zeit neue Unterrichtsformen eingeführt worden. Die Gemeinde habe daher umgehend Mittel aus verschiedenen Programmen des Freistaats abgerufen und Eigenmittel investiert, um die Digitalisierung der Schule voranzubringen. Die meisten der Klassenzimmer seien inzwischen mit Beamern und Dokumentenkameras ausgestattet. Diese seien entsprechend dem von den Lehrern erstellten Lehrkonzept angeschafft worden.

Lizenzen für Schoolfox

Lizenzen für das Kommunikationstool Schoolfox und 14 Leihlaptops für Schüler seien besorgt worden. Bernhardt: „So wollen wir sicherstellen, dass jeder Schüler am Online-Angebot teilnehmen kann.“

Weiterhin wurde ein Gigabit-Anschluss für das Schulhaus beauftragt, genauso wie eine WLAN-Infrastruktur, die sich nach Bedarf ein- und ausschalten lässt.

Wie der Bürgermeister ausführt, werde im Laufe der nächsten Tage die Internetgeschwindigkeit in der Schule fast versechsfacht, wodurch sich die Möglichkeiten zum Online-Unterricht weiter verbessern sollten.

Markt wie leer gefegt

„Leider benötigen manche Aufträge im Moment mehr Zeit als gewünscht, da der Markt für Geräte und Infrastruktur, die im Förderrahmen liegen, wie leer gefegt ist“, bedauert das Gemeindeoberhaupt. Hinsichtlich der kontroversen Diskussion über die Beschaffung von Lehrergeräten betonte Bernhardt, dass man bei allen Anschaffungen sehr eng und sehr gut mit der Schulleitung zusammen arbeite.

Bernhardt: „Nachdem der Wunsch für die Beschaffung von Lehrergeräten an die Gemeinde herangetragen worden ist, haben wir, Gemeindeführung und Gemeinderat, sofort und einstimmig beschlossen, dies zu tun.“ Was allerdings nicht gefalle, sei laut Bürgermeister die Ausgestaltung der Förderschiene durch den Freistaat.

Lehrer Beschäftigte des Freistaats

„Die Lehrer sind Beschäftigte des Freistaates. Somit ist dieser für deren Ausstattung und den Unterhalt der Geräte zuständig. Diese Aufgabe wurde aber auf die Gemeinden übertragen, ohne dass eine Übernahme der IT-Kosten für den Unterhalt der Geräte gewährleistet werden soll“, moniert er. Laut Schulleiter Matthias Wiesenarter stellten die fehlenden Kontakte zu den Klassenkameraden und das Fehlen der direkten Beziehung zur Lehrkraft beim Lernen zuhause die größten Probleme dar. Wiesensarter: „Alleine zuhause lernen und die sehr begrenzten Möglichkeiten, sich mit Freunden zu treffen – das kann eine große Belastung sein.“

Angebot zum Austausch

Deshalb versuchten die Lehrkräfte sowie die Schulsozialpädagogin, allen Schülern ein Angebot zum regelmäßigen Austausch zu machen, sei es durch ein kurzes Gespräch am Fenster in der Schule oder digital.“ Elternbeiratsvorsitzende Michaela Brecheisen sieht in Corona-Zeiten die größte Herausforderung darin, allen Familienmitgliedern gerecht zu werden.

Auf Brecheisens Wunschliste steht ganz oben, „dass vom Kultusministerium eine einheitliche Kommunikationsplattform vorgegeben wird, mit der alle Bedürfnisse des Distanzunterrichts abgedeckt werden und die auch dem aktuellen Datenschutz entspricht“. Eine einheitliche Handhabung der Plattform durch die Lehrkräfte müsste damit zudem einhergehen, fordert die Elternbeiratsvorsitzende.

Lob für Lehrkräfte und Schulleitung

Die Schule befinde sich im Übrigen auf einem guten Weg. Brecheisen: „Die kürzlich bei den Eltern durchgeführte Umfrage hat gezeigt, dass die Eltern die Kreativität, die Motivation und das Verständnis der Lehrkräfte und der Schulleitung loben.“

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