Grünes Licht für neue "Mittelschule"

Die Entwicklung der bayerischen Schulpolitik und ihre Auswirkungen auf Bad Endorf und Hemhof-Höslwang standen im Mittelpunkt der Diskussion in der jüngsten Sitzung des Endorfer Marktgemeinderats. Zahlreiche Zuhörer, hauptsächlich Eltern, waren gekommen und meldeten sich auch mehrfach in der Diskussion zu Wort.

Bad Endorf - Die Sorge der Eltern und der Gemeinderäte zielt darauf, dass kleine Zwergschulen geschlossen und die Schüler gezwungen werden, tagtäglich in größere Schulen, die sich aus Verbünden ergeben, zu fahren. Ein regelrechter Schultourismus sei die Folge, so die Befürchtungen der Eltern. Unter dem Schlagwort "Kurze Füße - kurze Wege" sollen gerade Grundschüler wohnortnah eingeschult werden, forderten sie in Redebeiträgen.

Recht einig waren sich die Räte, als es um die Frage ging, ob die Bad Endorfer Hauptschule zur "neuen bayerischen Mittelschule" avancieren solle. Auf Grund der demografischen Entwicklung werde auch in Bad Endorf die Hauptschülerzahl schrumpfen. Besuchten noch 337 Schüler und Schülerinnen die Endorfer Volksschule, so werden es nach neuesten Berechnungen im Schuljahr 1014/15 nur mehr 302 sein, legte Rektor Wolfgang Erban die Entwicklung dar.

Die neue "Mittelschule" soll die Hauptschulen, die immer mehr zum ungeliebten Stiefkind unter den Schulen wurden, stärken, indem sie neue Profile umsetzen. Die berufliche Orientierung und die intensive Vorbereitung auf das Berufsleben durch Einführung der drei berufsorientierten Zweige Technik, Wirtschaft und Soziales soll dem Rechnung tragen. Außerdem sollen durch zusätzliche Maßnahmen die Schüler gefördert werden. Ein wichtiger Eckpunkt dabei: Die Ganztagesbetreuung.

Diese werde, so erklärte Erban, dem Schulaufwandsträger, also der Marktgemeinde, mit rund 5000 Euro pro Jahr zu Buche schlagen. Allerdings werden dann auch weniger Hortplätze benötigt. Den Rest der Kosten werde die Regierung von Oberbayern übernehmen.

Mit großer Mehrheit befürworteten die Marktgemeinderäte, dass die Endorfer Volksschule den Antrag auf "Mittelschule" stellen solle. Da diese neue Schulform aus der Hauptschule heraus entwickelt wird, müsse rein rechtlich zwischen Grundund Hauptschule getrennt werden, doch praktisch werde sich nichts ändern. Einem neuen Schulverbund wurde eine Absage erteilt.

Schwierig stellt sich die Schulsituation der Grundschule Hemhof-Höslwang mit je einem Schulhaus in Hemhof und Höslwang dar. Wie die zum Schuljahresende ausscheidende Rektorin Elisabeth Kern in der Sitzung erklärte, werde auch hier die Schülerzahl weiter sinken. Für das Schuljahr 2012/13 sei sicher, dass keine erste Klasse gebildet werden könne, da nur zehn Schüler im passenden Alter da sind. Im Folgejahr jedoch sehe es wieder anders aus. Außerdem, so teilte Kern mit, solle ihre Stelle nicht neu besetzt werden.

Was nun letztlich mit der Grundschule Hemhof-Höslwang geschieht, steht noch nicht endgültig fest. Der Rat entschied, dass die Bemühungen der Grundschule unterstützt werden, damit auch in Zukunft Schüler wohnortnah beschult werden können. Außerdem soll der Schulverbund Bad Endorf-Höslwang erhalten bleiben. Sollte es nicht möglich sein, die Schulverwaltung vor Ort zu belassen, so solle sie in die Verwaltung an der Volksschule Bad Endorf übergehen.

Der Punkt "Energetische Sanierung des Kindergartens Hirnsberg" wurde zurückgestellt, weil bei der Überprüfung durch das Landratsamt festgestellt wurde, dass im Gebäude ein zweiter Fluchtweg fehle. Grünes Licht gab es für den Bebauungsplan "Am Schleifmühlenweg". ske

Kommentare