Aus dem Gemeinderat

Grünes Licht für ein Seniorenkompetenzzentrum für 100 Bewohner in Raubling

In Raubling im Ortsteil Obermühl, Nähe Kapellenweg/Kirchdorfer Straße, soll auf rund 10000 Quadratmeter ein Seniorenkompetenzzentrum entstehen.
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In Raubling im Ortsteil Obermühl, Nähe Kapellenweg/Kirchdorfer Straße, soll auf rund 10000 Quadratmeter ein Seniorenkompetenzzentrum entstehen.
  • Barbara Forster
    vonBarbara Forster
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  • Volkhard Steffenhagen
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Dass für die Senioren mehr Angebote geschaffen werden sei „wichtig und notwendig“, findet Bürgermeister Olaf Kalsperger (CSU). Deshalb ist er froh, dass in ferner Zukunft in der Gemeinde ein Seniorenkompetenzzentrum entstehen soll. Hinter dem Projekt stehen vier erfahrene Investoren.

Raubling – Die Gemeinde braucht ein zweites Zentrum für Senioren. Das bemerkten René Knödel und seine Frau Sylvia, schon vor rund zehn Jahren. Die beiden betreiben seit über zwölf Jahren das Pflegeheim St. Anna in Raubling. Daher wüssten sie ganz genau, dass die Nachfrage nach Versorgungsplätzen für ältere Menschen kontinuierlich steige.

Seit langem suchte René Knödel deshalb nach einem passenden Grundstück. Und vor einem dreiviertel Jahr wurde er fündig: In Raubling am Kapellenweg, in der Nähe des Gymnasiums, soll ein „Seniorenkompetenzzentrum“ entstehen. Neben Familie Knödel als Investoren, beteiligen sich an dem Projekt auch die Brüder Georg und Thomas Anagnostopoulos, die zuvor das Pflegeheim St. Anna betrieben hatten.

Grundstück liegt im Außenbereich

In der jüngsten Gemeinderatssitzung in Raubling wurde dieses Thema diskutiert. Am Ende beschloss das Gremium mit 23:1 Stimmen die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplanes zum Neubau dieses Projekts. Parallel zum Bebauungsplan wird für das Grundstück der Flächennutzungsplan geändert, da es sich im Außenbereich befinde.

René und Sylvia Knödel kennen die Brüder Anagnostopoulos schon seit vielen Jahren. Gemeinsam hätte sich irgendwann die Idee entwickelt, mehr für die Senioren zu tun. Der Vorschlag fand auch in der Gemeinde und bei den Raublinger Hausärzten Zuspruch, erklärten die Investoren auf Nachfrage.

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Der Bau des Seniorenkompetenzzentrums sei im Ortsteil Obermühl, auf rund 10. 000 Quadratmeter geplant. Die vier Investoren stellten den Antrag auf Einleitung zur Aufstellung eines Bebauungsplanes, um das Gebäude zu errichten, hieß es in der Sitzung. Das viergeschossige Haupthaus (drei Vollgeschosse zuzüglich Keller- und Dachgeschoss) soll in U-Form entstehen und Platz für rund 100 Senioren auf einer Fläche von 7.680 Quadratmetern Brutto-Grundfläche (BGF) bieten.

Daneben sind drei kleinere Häuser mit einer Fläche von jeweils 1.260 Quadratmetern (zwei Vollgeschosse zuzüglich Keller- und Dachgeschoss) geplant. 45 Senioren sollen hier in betreutem Wohnen ein Zuhause finden, das ihnen die Selbstständigkeit bewahrt und gleichzeitig so viel Hilfe wie nötig bietet. Bei Bedarf könnten die Bewohner hauswirtschaftliche und pflegerische Dienste in Anspruch nehmen. Auch ein Café mit Sitzflächen im Freien sowie Arzt- und Behandlungsräume seien geplant, erklärte Knödel auf Nachfrage.

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„Wir können von Glück reden, dass auf uns ein Investor zugekommen ist, der an dieser Stelle ein Grundstück gefunden hat, auf dem ein solches Objekt entstehen könnte“, sagte Raublings Bürgermeister Olaf Kalsperger (CSU). Denn immer mehr Senioren fragten nach solchen Einrichtungen. „Im Landkreis gibt es das seniorenpolitische Gesamtkonzept. Ein Seniorenzentrum auf dieser Fläche widerspricht eigentlich dem Ganzen, das liegt viel zu weit draußen“, stellte Brunhilde Rothdauscher (Bündnis 90/Die Grünen) fest. „Sicherlich liegt das Objekt nicht im Bereich des Ortskerns, aber die Senioren sind eher häuslich gebundene Bewohner und werden sich vorrangig im unmittelbaren Umkreis der Gebäude bewegen,“ sagte Kalsperger. Am Ende stimmte die Mehrheit für die Aufstellung eines Bebauungsplans.

Die Kosten lassen sich noch nicht beziffern

„Mit dem Beschluss ist nun sichergestellt, dass man ins Verfahren geht“, erklärte Kalsperger auf Nachfrage. Im nächsten Schritt müsse eine konkrete Planung vorliegen. Dann könne es in die Auslegung gehen. „Ich finde es wichtig und notwendig, dass in Raubling solche Angebote geschaffen werden.“

Den künftigen Betreibern sei es ein Anliegen, Jung und Alt zusammenzubringen. Gerade deshalb sei die unmittelbare Nähe zum Gymnasium ideal, sagt Knödel: Neben Praktikumsplätzen für Jugendliche denke man auch über einen „Mittagstisch“ nach. Außerdem möchte man sich viele „Kompetenzen ins Haus holen.“ Das beinhalte auch Therapieformen – von Logopädie bis hin zu Physiotherapie.

Was die Investitionskosten betrifft, hielten sich die Betreiber vorerst bedeckt. „Das lässt sich noch nicht genau beziffern“, sagte Knödel.

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