KONZEPT VORGESTELLT

In Schechen soll Photovolatik-Anlage inklusive Biotop entstehen

Direkt nördlich des Schechener Ortsteils Hochstätt soll ein großes Photovoltaikfeld entstehen. Rein rechnerisch könnte es 800 Haushalte versorgen.
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Direkt nördlich des Schechener Ortsteils Hochstätt soll ein großes Photovoltaikfeld entstehen. Rein rechnerisch könnte es 800 Haushalte versorgen.
  • vonKatharina Heinz
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Strom für rund 800 Haushalte regenerativ erzeugen – das ist die Idee von Andreas und Vitus Zeller aus Schechen. Zusammen mit der Firma Maxsolar wollen sie bei Hochstätt eine Freiflächen-Photovoltaikanlage errichten. Die soll aber nicht nur Strom produzieren, sondern auch Vorteile für die Umwelt bieten.

Schechen – Das Konzept stellten Andreas und Vitus Zeller in der vergangenen Sitzung des Gemeinderates vor.

„Wir haben letztes Jahr den Hof unserer Eltern übernommen“, berichtete Vitus Zeller. Nun wollen sie die Anlage erhalten und entwickeln. Als sie sich näher mit dem Thema „Solar“ befasst haben, erfuhren sie, dass es für Gebiete an Bahnstrecken oder Autobahnen besondere Konditionen nach dem EEG-Gesetz gebe.

Brüder holten Fachfirma an Bord

Daraufhin haben sich die Brüder mit der Firma Maxsolar zusammengetan, die ein Konzept ausgearbeitet hat. Für das deutschlandweit tätige Unternehmen war Thomas Schachner vor Ort. Er erklärte im Gemeinderat, dass nur 15 Prozent der Energie, die in Deutschland verbraucht wird, erneuerbar sei. Doch man brauche diese Art der Energiegewinnung, um die Klimaziele zu erreichen. „Mit Dachanlagen allein schaffen wir das nicht, daher sind Freiflächen-Photovoltaikanlagen prädestiniert“, so Schachner.

Fläche hat gute Sonneneinstrahlung

Insbesondere große Flächen böten dabei einen Kostenvorteil. Dort könne man Strom für knapp unter fünf Cent pro Kilowatt produzieren, der Verkaufspreis für den Verbraucher betrage dann nur knapp über fünf Cent. Die besagte Fläche bei Hochstätt umfasst etwa 2,5 Hektar, liegt etwas abgelegen an der Bahnstrecke und verfüge laut dem Experten über eine gute Sonneneinstrahlung.

2,8 Millionen Kilowattstunden Strom möglich

Mit der geplanten Leistung von 2673 kW-Peak könnten etwa 2,8 Millionen Kilowattstunden Strom Jahr erzeugt werden, womit rechnerisch 800 Haushalte mit regenerativer Energie versorgt werden könnten. „Damit würde Schechen einen großen Beitrag zur Energiewende leisten“, betonte Schachner.

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Die Freiflächen-Photovoltaikanlage soll mit Solarmodulen bestückt werden, die im Maximum 2,70 Meter hoch sind. Nach der Nutzung könnte alles einfach zurückgebaut werden. Betreiber werden die Brüder Zeller sein.

Solarpark als Rückzugsort für bedrohte Tiere

Denen schwebt aber nicht nur Stromgewinnung vor. Denn der Solarpark soll auch als Rückzugsort für bedrohte Tiere dienen und die Biodiversität fördern. Nach dem „EULE – Evaluierungssystem für eine umweltfreundliche und landwirtschaftsverträgliche Energiewende“ wird ein Konzept erarbeitet, wie die Fläche als Biotop genutzt werden kann.

So soll am Boden regionales Saatgut verwendet werden, um für eine blühende Pflanzenvielfalt zu sorgen. Hecken oder Totholz könnten Fledermäusen oder Bodenbrütern Unterschlupf bieten. Imker könnten ihre Bienenkästen aufstellen, und Nahrungsangebot für Wildbienen wäre ebenso vorhanden. Auch eine Schafbeweidung ist für die Betreiber denkbar, die außerdem Führungen durch das Biotop anbieten wollen.

Das Vorhaben gefiel

Das Vorhaben gefiel der Gemeindeverwaltung und dem Gremium. Die Verwaltung teilte allerdings mit, dass eine vorhabenbezogene Bauleitplanung notwendig ist. Davor müsste ein städtebaulicher Vertrag geschlossen werden.

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Die Gemeinderatsmitglieder hatten einige fachliche Fragen. Sabine Altendorfer (CSU) wollte wissen, wie es mit der Abnahme des Stroms aussehe. Laut Schachner gebe es eine Zusage von Bayernwerk, den Strom einspeisen zu können. Lucas Rothstein (SPD/ÜW) fragte nach der Nutzungsdauer. Schachner erklärte, dass die Module gut 30 Jahren halten würden. Es komme aber eher auf den Energiemarkt an.

Speicher ist aktuell nicht wirtschaftlich

Dr. Florian Zeller (CSU) erkundigte sich nach einer möglichen Speicherung. Hierzu erklärte der Experte, dass die gesamte Energiemenge eingespeist werden soll. Das Thema „Speicher“ habe man bei der Bauleitplanung zwar im Blick – das sei aber aktuell noch nicht wirtschaftlich.

„Ich finde das eine gute Sache“, brachte Bürgermeister Stefan Adam (CSU) auf den Punkt. Das Gremium sah das genauso und stimmt einstimmig dafür, den Antragstellern die Einleitung eines Bauleitplanverfahrens in Aussicht zu stellen.

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