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40 machen bei der Planung mit

Großprojekt geplant: So wünschen sich die Bürger ihr neues Rathaus in Neubeuern

Projektbetreuer Josef Mathis
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Projektbetreuer Josef Mathis

Der Rat der Marktgemeinde hat vergangenen Juli beschlossen, einen Bürgerrat zum Großprojekt Rathaus zu initialisieren. 40 Bürger erklärten sich bereit, sich einzubringen. Nun wurden die Ergebnisse präsentiert.

von Edith Riedl

Neubeuern – Der Rat der Marktgemeinde hat vergangenen Juli auf Anregung von Josef Mathis, dem Projektbetreuer der Baukulturregion Alpenvorland, beschlossen, einen Bürgerrat zum Großprojekt Rathaus zu initialisieren. 200 Bürger wurden dazu nach dem Zufallsgenerator und den demographischen Vorgaben kontaktiert und 40 erklärten sich bereit, sich einzubringen.

Ende Oktober tagte der Bürgerrat und entwickelte in zwei Gruppen zu je zwanzig Personen Antworten auf die Fragen: „Was muss mein Rathaus können? Wo ist ein guter Standort für das Rathaus?“. In der Novembersitzung des Rates präsentierten die Sprecher des Bürgerrates die Ergebnisse.

Überrascht vom großen Engagement

Josef Mathis, der mit der Kommunalberaterin Annemarie Felder die Gruppen als Moderator begleitete, war positiv überrascht von dem großen Engagement der Bürgerräte. Den Gruppen wurde abwechselnd zum einen die Machbarkeitstudie zum Rathaus vorgestellt und zum anderen konnten sie sich vor Ort im Rathaus über die derzeitigen Gegebenheiten ein Bild machen. Von der Gruppe A, die von Annemarie Felder moderiert wurde, trugen Anja Westner und Wolfgang Scherer ihre Ergebnisse dem Gremium vor.

Anja Westner erläuterte die Kernbotschaften, die von der Gruppe erarbeitet wurden: Wir sehen dringenden Handlungsbedarf bezüglich einer durchdachten Planung und der Einstufung als dringlichstes Projekt. Aus der Gruppe kam die Empfehlung, dass das Rathaus neu gebaut werden soll und zwar am Standort Samerstraße neben dem Feuerwehrhaus. Zudem wurde darüber diskutiert, wie das Rathaus bei einem Neubau aussehen soll. Wichtig ist, dass es eine gut funktionierende Behörde sein soll, denn das Rathaus ist die Leitstelle der Gemeinde. Das Gebäude soll nachhaltig sein, indem man den Platzbedarf vorab genau plant.

Die Räume sollten multifunktional gestaltet werden, um auch digitale Sitzungen zu ermöglichen. Als wichtig erarbeitet wurde auch eine gute Beschilderung für ein gutes Zurechtfinden im Rathaus und die Möglichkeiten, sowohl persönlich als auch digital Kontakt zu den Mitarbeitern zu haben. Zudem sollte sich dieses Gebäude energetisch selbst erhalten durch Photovoltaik und Erdpumpe und auch optisch ins Ortsbild passen und den Marktplatz nicht in den Schatten stellen. Aus diesem Grund sollen auch Gästeinfo und Tourismusbüro am bisherigen Standort verbleiben.

Das alte Rathaus hat ausgedient. Neubeuern plant mithilfe des Ideenreichtums seiner Bürger einen Neubau.

Wolfgang Scherer erklärte, wie wichtig es sei, attraktive Arbeitsplätze für die Mitarbeiter zu schaffen. Auch die Einrichtung einer Mensa oder Sozialküche, die auch die Kindergärten und die Schule beliefern würde, war ein wichtiger Argumentationspunkt, ebenso wie ein sozialer Wohnraum für kurzfristige Unterbringungen. Die jugendlichen Teilnehmer der Gruppe äußerten den Wunsch nach einem Jugendraum. Auch ein Repair-Café könnte untergebracht werden, ebenso wie Seniorengruppen. Die Gesundheitsvorsorge für die Mitarbeiter im derzeitigen Rathaus sollte nicht übersehen werden.

Für die Gruppe B, die Josef Mathis moderiert wurde, präsentierten Rainer Clerico und Philipp Ringelberg die Ergebnisse. Vor allem waren sich die Teilnehmer auch in der Gruppe B einig, dass ein neues Rathaus gebaut werden sollte und der Standort Altenbeuern und Neubeuern näher zusammen bringen würde.

Wenn Einigkeit über ein neues Rathaus herrscht, muss man auch gleichzeitig ein Nutzungskonzept für das bisherige Rathaus erstellen und überlegen wie es weiterhin sinnvoll genutzt werden kann. Vorschläge gab es, dass beispielsweise das Erdgeschoss weiterhin öffentlich genutzt werden sollte und das Obergeschoss zu Wohnungen baulich verändert werde. Zudem sollten Folgekosten für beide Gebäude genau kalkuliert werden und eine Wettbewerbsjury mit Baupraktikern stattfinden.

Auch die Gruppe B war der Meinung, dass es eine Behörde sein soll, die einen Dienstleistungscharakter hat und ausreichend attraktive Arbeitsplätze anzubieten hat. Serviceorientierung, Verringerung der Wartezeiten wurden zur Sprache gebracht, ebenso wie Digitalisierung, Homeoffice-Möglichkeit und die Empfehlung, sich einen Input bei neugebauten Rathäusern zu holen. Im Außenbereich sollte an überdachte Abstellplätze für Kinderwagen und Fahrräder gedacht werden.

Zur Nutzung des Altbaus im Erdgeschoss gab es Vorschläge für eine Kindergruppe, Mittagsbetreuung, Tagungsräume, Senioren- und Jugendtreff und Lagerräume im Keller.

Die Rahmenbedingungen, die von der Gruppe B erarbeitet wurden lauten dahingehend, dass das Rathaus die Visitenkarte der Gemeinde ist und das Gebäude energieeffizient und barrierefrei sein soll. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen auf jeden Fall in die Planung mit einbezogen werden. Regionale Firmen sollten in die Planung eingebunden und alle Fördermöglichkeiten ausgeschöpft werden.

Hohe soziale Kompetenz

Die Teilnehmer des Bürgerrats haben sich ausnahmslos positiv über die Möglichkeit geäußert, dass sie sich dadurch einbringen konnten. Der Bürgerrat hat, wie Josef Mathis abschließend bemerkte, eine hohe soziale Komponente. Die Arbeit des Bürgerrates ist zwar abgeschlossen, aber es könnten bei der Klausurtagung des Gemeinderates, die Ende Januar/Anfang Februar im Schloss Neubeuern stattfindet, Vertreter des Bürgerrates mit einbezogen werden. „Mit der Entscheidungsfindung sollte sich das Gremium nicht zu viel Zeit lassen“, erklärte Bürgermeister Christoph Schneider (Unabhängige Neubeurer). „Und nach der Klausurtagung muss in der Februar- oder Märzsitzung eine Grundsatzentscheidung getroffen werden“. Vereinbart wurde außerdem, dass vor der Klausurtagung Rathausbegehungen in Bergen und Frasdorf stattfinden sollen.

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