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Vor allem Baumaßnahmen schlagen zu Buche

Großkarolinenfeld: Großprojekte belasten Haushalt 2021

Großprojekte haben ihren Preis: In Großkarolinenfeld wurde ein neues Rathaus gebaut, das Umfeld am Erlbach aufgewertet, eine neue Brücke über die Rott errichtet und Straßen saniert. Die Kosten dafür schlagen noch heute im Haushalt zu Buche.
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Großprojekte haben ihren Preis: In Großkarolinenfeld wurde ein neues Rathaus gebaut, das Umfeld am Erlbach aufgewertet, eine neue Brücke über die Rott errichtet und Straßen saniert. Die Kosten dafür schlagen noch heute im Haushalt zu Buche.
  • VonKatharina Heinz
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Die vergangenen Großprojekte werfen ihre Schatten auf den Großkarolinenfelder Haushalt. Investitionen wie der Rathausneubau, Erschließungsmaßnahmen in Großkaro-Süd oder der Neubau der Rott-Brücke wirken sich auch heute noch auf die Finanzlage aus.

Großkarolinenfeld – „In den vergangenen Jahren hatten wir Haushalte jenseits von Gut und Böse“, sagte Bürgermeister Bernd Fessler (parteilos) in der Haushalts-Sitzung des Gemeinderates. „Unwahrscheinlich“ hohe Summen seien vor allem den Baumaßnahmen geschuldet gewesen. Von diesen würden in 2021 teils noch Reste abgewickelt.

Ortsentwicklung wird nicht vernachlässigt

Dennoch plant man in der Gemeinde weiter in die Zukunft. Gerade im Bereich Ortsentwicklung werde sich viel tun – und entsprechende Gelder wurden in Haushalt und Finanzplan eingestellt.

Auch in der Opposition betrachtete man die bereitgestellten Finanzmittel für zukünftige Vorhaben als „ausgeglichen“ und stimmte dem Haushalt zu – wenn auch unter Vorbehalt.

350.000 Euro für digitale Klassenzimmer

Der Verwaltungshaushalt wurde mit 14,3 Millionen Euro festgesetzt, der Vermögenshaushalt mit gut neun Millionen Euro. Kämmerer Wolfgang Oberfeld stellte einige der Einzelposten vor. So stehen im Bereich der Schulen Instandhaltungsmaßnahmen an. Und für die digitalen Klassenzimmer sind 350.000 Euro vorgesehen.

Bei der Mindestzuführung wurde es knapp

Einen Ansatz im Bereich der Gemeindestraßen hat man nach Gemeinderatsbeschluss von Anfang Februar reduziert. Das war nötig, da man sonst die Mindestzuführung zum Vermögenshaushalt nicht erreicht hätte. Eine Sanierung der Gemeindestraße Mühlbach über Ried für 230.000 Euro wurde daher gestrichen.

Die Großkarolinenfelder finanzieren ihre Gemeinde kräftig mit

Die Gewerbesteuereinnahmen wurden mit 1,2 Millionen angesetzt – rund 61 000 Euro weniger als im Vorjahr. Der Ansatz ist laut Oberfeld „realistisch“. Es könnte durch Auswirkungen der Corona-Pandemie allerdings sein, dass Unternehmen noch Verluste einfahren. Der Gemeindeanteil an der Einkommenssteuer – der größte Einnahmenposten – wird mit rund 4,9 Millionen Euro beziffert. Die Schlüsselzuweisung des Freistaates liegt bei rund zwei Millionen Euro.

Größter Ausgabeposten ist das Personal mit 3,9 Millionen, gefolgt vom Sach- und Betriebsaufwand mit 3,7 Millionen. Die Kreisumlage an den Landkreis beträgt knapp 3,5 Millionen Euro.

2,5 Millionen Euro auf oder unter Straßenniveau

Der Vermögenshaushalt spiegelt die Investitionen in die Zukunft wieder. Eingestellt sind Mittel für die Ortsmitten Großkarolinenfeld und Tattenhausen, für neue Urnenwände am Friedhof und für ein neues Fahrzeug der Feuerwehr Großkarolinenfeld.

1,1 Million Euro wird in der Erde vergraben, ist für Wasser und Abwasser vorgesehen. 1,4 Millionen Euro werden in den Straßen- und Brückenbau investiert. Eine „Zitterpartie“ ist laut Bürgermeister derzeit der Posten „Großkarolinenfeld Süd“. Diese Maßnahme ist nach Sicht der Gemeinde als „Ausbaumaßnahme“ zu sehen und als solche erwartet man vom Freistaat Erstattungen in Höhe von 60 Prozent. Sollte dies als „Erschließung“ angesehen werden, müssten die Anwohner einen Großteil der Kosten tragen. Derzeit muss die Gemeinde die Summe zwischenfinanzieren.

Vorsichtig planen und handeln

Das Fazit von Kämmerer Oberfeld: Der Haushalt sei stabil, entspreche den gesetzlichen Anforderungen und komme ohne Kreditaufnahme aus. Die Verschuldung liegt mit knapp elf Millionen Euro zum Jahresende 2021 über dem Landesdurchschnitt ähnlicher Gemeinden.

Es seien daher alle Einnahmemöglichkeiten auszuschöpfen und Ausgaben auf das unbedingt nötige Maß zu beschränken, so der Kämmerer.

Mit Tafelsilber gegen den Schuldenberg

Das sahen auch die Mitglieder der FW/GBV im Gemeinderat so. Dr. Erwin Gutsmiedl betonte: „Wir sollten darüber nachdenken, Tafelsilber einzusetzen.“ Denn sonst zementiere sich der Schuldenberg. Fraktionssprecher Josef Baumann sah die Verschuldung kritisch. Dennoch sei der Haushalt ausgewogen.

Doch man müsse in Zukunft sparsam planen. Und die Fraktion stimme dem Haushalt unter der Maßgabe zu, dass auch die Posten des Finanzplanes mit Ernsthaftigkeit abgearbeitet würden. Einstimmig beschloss das Gremium den Haushalt, die Haushaltssatzung sowie den Finanzplan.

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