Großkarolinenfeld: Gemütlicher Biergarten statt Volksfest?

Spaßband im Festzelt – beides wird es heuer nicht geben. Wenn das Frühlingsfest in Großkarolinenfeld stattfindet, dann in völlig anderer Form.
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Spaßband im Festzelt – beides wird es heuer nicht geben. Wenn das Frühlingsfest in Großkarolinenfeld stattfindet, dann in völlig anderer Form.

„Wir bereiten uns auf vieles vor, aber nicht in Richtung Volksfest“. Sagt Christian Fahrenschon. Das Frühlingsfest in Großkarolinenfeld ist das erste Volksfest im Landkreis. Dieses Jahr vom 15. bis 24.Mai. Wenn es denn stattfindet. Was momentan noch keiner weiß.

von Sylvia Hampel

Großkarolinenfeld – Fahrenschon weiß nur, dass er kleiner plant, als je zuvor: Es wird kein großes Bierzelt mit Partybands und üppiger Speisekarte geben, das ist schon sicher. Biergartenbetrieb unter freiem Himmel, mit Selbstbedienung bei den Brotzeiten, mit Abstand zwischen den Tischen und nicht so vielen Personen pro Tisch, dazu ein paar Fahrgeschäfte und ein paar Buden, das kann sich Fahrenschon gut vorstellen. „Eine kleine, überschaubare Veranstaltung im Ort und für den Ort, eine gemütliche Pause beim Spaziergang“, so denke er sich das, sagt Fahrenschon.

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An Wurfbuden, bei Lebkuchenherz oder rotem Liebesapfel – Abstand halten kein Problem. Im Autoscooter darf dann eben nur eine Person pro Wagen sitzen, beim Kinderkarussell bleibt das Pferd zwischen Polizeimotorrad und Hubschrauber leer. Alles machbar, findet Fahrenschon. Außerdem plane er den Einsatz von Sicherheitsleuten auf dem kleinen Festplatz am Rathaus. Die dazwischengehen, wenn zwei halbstarke Kerle unbedingt in einen Scooter wollen. Die bitten, Abstand zu halten, wenn mehr als vier Personen an einem Biertisch Platz nehmen.

Schausteller passen aufeinander auf

Dass die Schausteller eventuell nicht mitziehen könnten, da hat Fahrenschon keine Bedenken. „Es sind gute Leute“, sagt er. Und er fühle eine Verpflichtung ihnen gegenüber, denn die meisten haben über den Winter keine Einnahmen, bräuchten die Feste im Frühjahr und Sommer. Außerdem kontrollierten sie sich gegenseitig, dass ja keiner über die Stränge schlägt.

Zeltküche und Partybands sind gestrichen

Imbiss mit Selbstbedienung statt Zeltküche, das stehe für Großkarolinenfeld schon fest. Und Partybands, die sind 2020 nicht gefragt, „fünf, sechs Musiker einer Blaskapelle“, das gefiele Christian Fahrenschon für den Biergarten.

Seniorentag wird nachgeholt: Hendl und Halbe im Herbst

Eines ist auch schon klar: Einen Seniorentag wird es, wenn das Biergarten-Frühlingsfest am Rathaus stattfindet, nicht geben. „Lauter Menschen einer Risikogruppe? Nein, bestimmt nicht!“ Lieber gebe er Gutscheine aus und lade die Senioren im Herbst mal zu Hendl und Halbe ein.

Rückbesinnung auf das Lokale

Die Corona-Pandemie habe zu einer Rückbesinnung aufs Lokale geführt, findet Fahrenschon, und da sei ein kleines Fest genau richtig. „Die Menschen brauchen doch auch eine positive Perspektive.“

5000 Liter Desinfektionsmittel

Und hygienisch fehle sicher nichts. Er habe im Februar 5000 Liter Desinfektionsmittel gekauft, da komme er lange mit aus. Dass an jedem WC eine Desinfektionsstation sei, sei ja selbstverständlich.

Hoffen auf gelockerte Einschränkungen

Er hoffe, so Fahrenschon, dass die Corona-Fallzahlen nach Ostern so aussehen, dass einige Einschränkungen aufgehoben, zumindest gelockert werden. Falls nicht könne er kurzfristig absagen. Hofft aber, dass das nicht nötig ist, denn „man kann das Frühlingsfest in Großkarolinenfeld, zu dem in zehn Tagen ein paar tausend Menschen kommen, ja nicht mit dem Herbstfest vergleichen, wo es in der gleichen Zeit 1,5 Millionen sind.“

Entscheidung frühestens nächste Woche

Eine Entscheidung der Gemeinde steht noch aus. Der Bürgermeister ist nach seiner Corona-Erkrankung noch nicht wieder im Dienst, der Geschäftsleiter hat Urlaub – eine Entscheidung könnte frühestens nächste Woche fallen.

Fahrenschon verspricht: „Wenn das Leben wieder etwas hochgefahren wird, dann stehen wir parat.“

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