Grobtrasse: Neubeurer See in Gefahr

Als belastbaren Raumwiderstand wertet der Marktgemeinderat den Neubeurer See. Auch damit soll bewiesen werden, dass die vorgeschlagene Trassenführung raumunverträglich ist.
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Als belastbaren Raumwiderstand wertet der Marktgemeinderat den Neubeurer See. Auch damit soll bewiesen werden, dass die vorgeschlagene Trassenführung raumunverträglich ist.

Die von der Bahn vorgeschlagene Grobtrasse betrifft auch den „Nebeurer See“, der als Naherholungsgebiet überregionale Bedeutung hat. Der Marktgemeinderat Neubeuern sieht Handlungsbedarf und erarbeitet eine Stellungnahme.

Von Edith Riedl

Neubeuern – Auch der Marktgemeinderat Neubeuern hat sich in seiner jüngsten Sitzung mit dem aktuell laufenden Raumordnungsverfahren zum Brenner Nordzulauf beschäftigt. Alle Gemeinden sind aufgefordert, bis zum 24. Juli eine Stellungnahme abzugeben. Und unter den Gemeinderäten herrschte Einigkeit: Man ist gegen den Grobtrassenvorschlag der Bahn, sei dadurch doch das Naherholungsgebiet Neubeurer See massiv gefährdet, so das Gremium. Die von Rechtsanwalt Roland Schmidt und Bürgermeister Christoph Schneider (Unabhängige Neubeurer) erarbeitete Stellungnahme wurde vom Marktgemeinderat einstimmig beschlossen.

Neubeurer See habe überregionale Bedeutung

Schneider berichtete, dass man sich bereits im vergangenen Sommer mit einem Fachanwalt zu diesem Thema ausgetauscht und in einer Sondersitzung im Februar die gemeindlichen Einwände erarbeitet habe. Diese sind im Verfahren nun rechtlich einzubringen und von der Regierung von Oberbayern abzuwägen. „Im Endeffekt müssen wir Argumente finden, wieso die blaue Grobtrasse raumplanerisch als raumunverträglich gilt“, erläuterte Schneider – und brachte dann die einzelnen Raumwiderstände der Gemeinde vor.

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„Das Naherholungsgebiet Neubeurer See, welches überregionale Bedeutung hat, und nicht zuletzt die ortsbildprägende Landwirtschaft, die erhalten bleiben soll sowie das Landschaftsschutzgebiet sind unsere Hauptanliegen, die wir ins Verfahren einbringen werden und in der Stellungnahme ausführlich erläutert sind“, sagte Schneider. Weitere Argumente waren darüber hinaus das interkommunale Wasserschutzgebiet, welches sich zu Teilen auch über die Gemeinde Rohrdorf erstreckt, sowie die gemeindliche Abwasserbeseitigung und das Ansinnen, den Bau- und Wertstoffhof ebenfalls in diesem Bereich anzusiedeln, um in Innenbereichslage Wohnungsbau betreiben zu können.

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Diskussionsbedarf gab es unter den Gemeinderäten nur darüber, wie man die Bevölkerung besser erreichen könnte.

Einen Schulterschluss aller vier Fraktionen im Marktgemeinderat soll es in den nächsten Tagen geben. Ebenso sind gemeinsame Infostände am Neubeurer See und vor dem Edeka-Markt geplant. Vorgesehen ist auch eine gemeinsame Eingabe aller politischen Parteien und Fraktionen.

Je persönlicher eine Stellungnahme, desto besser

Abschließend rief Schneider die Zuhörer dazu auf, sich am Verfahren zu beteiligen. Es stünden viele Musterstellungnahmen der Bürgerinitiativen zur Verfügung. Aber je persönlicher eine Stellungnahme der Bürger sei, desto mehr falle sie bei der Prüfung ins Gewicht. Denn beim Raumordnungsverfahren erfolge kein Vergleich der Trassenvarianten untereinander. Jede werde gesondert betrachtet und keine Vorzugstrasse ermittelt. Aber die Erkenntnisse aus dem Raumordnungsverfahren werden in das Trassenauswahlverfahren einfließen, erläuterte Schneider.

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