Grenzöffnung nach wochenlanger Corona-Sperre: Freudentränen beim Wiedersehen in Kufstein

Wiedersehen der Geschwister Helga Schmidt und Hans Richter nach über zwei Monaten Grenzsperre. Da gab es Tränen und viele Emotionen. schmidt
+
Wiedersehen der Geschwister Helga Schmidt und Hans Richter nach über zwei Monaten Grenzsperre. Da gab es Tränen und viele Emotionen.

„Ja, es hat am Sonntag Tränen gegeben,“ gibt die Kiefersfeldnerin Helga Schmidt zu, als sie nach über zwei Monaten erstmals wieder ihren Bruder in Kufstein besuchen konnte. In der Nacht zum Sonntag, 18. Mai, waren die Sperrzäune am Grenzübergang Kiefersfelden-Staatsstraße abgebaut worden

Kiefersfelden/Kufstein – Damit war der Weg ins nahe Kufstein - zumindest für Familienbesuche- wieder frei. „Brav hatten wir das Bundespolizei-Formular „Selbstdeklaration“ ausgefüllt und mitgeführt, aber es gab keine Kontrollen – wie in alten Zeiten,“ begeisterte sie sich.

Lesen Sie auch

Coronavirus: Besorgte Bürger demonstrieren in der Region friedlich – Gastro startet neu

Besuchte die Kiefersfeldenerin sonst ihren Bruder jede Woche, so gab es während der Corona-Totalsperre nur telefonischen Kontakt: „Das ist nicht annähernd dasselbe.“ Um so emotionaler war das Treffen am Sonntag, zumal man sich Auge in Auge viel zu erzählen hatte. „Am meisten fehlte mir der Kontakt, als mein Mann vor drei Wochen einen Herzinfarkt hatte.

Mehr zum Thema

Corona in Bayern - Lockerung an Grenze zu Österreich: Söder und Seehofer machen sich vor Ort ein Bild

Nicht nur, dass ich ihn im Krankenhaus nicht besuchen konnte, auch meine Geschwister in Kufstein konnten mir nur telefonisch beistehen.“ Das sie so etwas in Friedenszeiten erleben würde, hätte sie sich Anfang des Jahres nicht vorstellen können. Zumindest für die familiären Kontakte scheint dies nunmehr der Vergangenheit anzugehören.

+++

Tipp der Redaktion: Kennen Sie schon unseren kostenlosen Feierabend-Newsletter? Die Top-Themen der Region um 17 Uhr per E-Mail – sauber ausrecherchiert und aufgeschrieben von Ihrer OVB-Redaktion. Jetzt Newsletter ausprobieren!

+++

Jetzt hoffen alle, dass sich die Situation weiter normalisiert und es am 15. Juni wirklich die völlige Grenzöffnung gibt. „Für uns Kieferer ist Kufstein wie für Stephanskirchen das nahe Rosenheim. Man kauft dort ein und hat dort all seine gesellschaftlichen Kontakte. Das lässt sich nicht ersetzen.“ roc

Mehr zum Thema

Kommentare