Glimpflich ausgegangen

Seenplatte statt Felderlandschaft: Thansau beim jüngsten Hochwasser. Foto Pilger
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Seenplatte statt Felderlandschaft: Thansau beim jüngsten Hochwasser. Foto Pilger

Nach dem aktuellen Hochwasser können nun auch die beiden bekannten Schwachstellen, nämlich der Bereich um den Kindergarten sowie der Kammeranger, besser geschützt werden. Im Vergleich mit anderen Regionen, zog Bürgermeister Christian Praxl bei der Gemeinderatssitzung eine erste Bilanz des Unwetters, sei die Gemeinde Rohrdorf dennoch relativ glimpflich davon gekommen.

Rohrdorf - Die Soforthilfe in Höhe von 1500 Euro hätten 16 Bürger beantragt und erhalten.

Ein neues Grabensystem südlich der Biedererstraße samt neuer Durchlässe soll gemäß der Planung der RMD Consult die Wassermassen künftig besser auf die Entwässerungsgräben im Bereich der Neubeuerer Straße verteilen und dadurch das Siedlungsgebiet Flieder-, Weißdorn- und Wacholderstraße entlasten. Die betroffenen Eigentümer an der Biedererstraße, so Praxl, hätten sich bereits grundsätzlich mit dem Vorhaben einverstanden erklärt.

An der Südseite der Eulenstraße ist zudem ein etwa ein Meter hoher Damm vorgesehen sowie eine Schutzmauer, um das Hochwasser in den Wiesen neben der Staatsstraße zu halten. Rund 16500 Kubikmeter Wasser könnten dort angesammelt werden und dann dosiert ablaufen. An die betroffenen Landwirte werde nach jeder Überflutung eine Entschädigung ausgezahlt.

Nicht alle Eigentümer seien bislang damit einverstanden. Sollten jedoch Klagen gegen den Genehmigungsbescheid eingehen, habe das Landratsamt bereits angekündigt, sofortigen Bauvollzug anzuordnen.

Erneut bewährt hat sich unterdessen der Umbau der Rohrdorfer Ache. Diese war, wie gewünscht in den Badesee übergelaufen; sogar der Steg ging auf Tauchstation. Der Bürgermeister bat um Hinweise, wo der Wasserablauf womöglich noch verbessert werden müsste.

Lob und Dank sprach das Gemeindeoberhaupt allen Einsatzkräften und Helfern aus, die zum Teil über sehr viele Stunden hinweg unermüdlich auf den Beinen gewesen sind.

Mit Nachdruck mahnte derweil Franz Dinzenhofer (CSU) an, sämtliche Entwässerungsgräben künftig konsequent und zuverlässig zu entbuschen und auch die Kiesfänge regelmäßig zu räumen.

Zudem kritisierte Dinzenhofer, dass der Trinkwasser-Notverbund mit Rosenheim angesichts der Wetterprognosen nicht vorsorglich abgeriegelt worden war. Ob dies möglich ist, will der Bürgermeister nun mit dem Wasserwart abklären. Die Verbindung zum Trinkwassernetz der Stadt Rosenheim sei zwar am Montag abgesperrt worden, erklärte Praxl dazu. Es war jedoch nicht auszuschließen, dass von dort bereits Verunreinigungen eingeschleppt worden seien.

In den Thansauer Haushalten läuft nun gechlortes Wasser aus dem Rosenheimer Netz aus den Hähnen. Der Gemeindebereich südlich der Autobahn sei davon indes nicht betroffen; dieser werde derzeit ausschließlich aus dem Hochbehälter in Apfelkam versorgt.

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