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300.000-Euro-Projekt

Geldregen aus EU-Agrar-Topf: Brannenburgs Bergwacht wird umfassend saniert

Auf 300000 Euro ist der Innenumbau des Brannenburger Bergwachthauses veranschlagt: (von links) Gwendolin Dettweiler von der Leaderarbeitsgemeinschaft Mangfalltal-Inntal, Nussdorfs Bürgermeisterin Susanne Grandauer, Flintsbachs Bürgermeister Stefan Lederwascher, Raublings Bürgermeister Olaf Kalsperger, Leonhard Pichler, der Bereitschaftleiter der Brannenburger Bergwacht, Dr. Georg Kasberger, der Chef des Amtes für Ländliche Entwicklung und Matthias Jokisch, Bürgermeister von Brannenburg.
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Auf 300.000 Euro ist der Innenumbau des Brannenburger Bergwachthauses veranschlagt: (von links) Gwendolin Dettweiler von der Leaderarbeitsgemeinschaft Mangfalltal-Inntal, Nussdorfs Bürgermeisterin Susanne Grandauer, Flintsbachs Bürgermeister Stefan Lederwascher, Raublings Bürgermeister Olaf Kalsperger, Leonhard Pichler, der Bereitschaftleiter der Brannenburger Bergwacht, Dr. Georg Kasberger, der Chef des Amtes für Ländliche Entwicklung und Matthias Jokisch, Bürgermeister von Brannenburg.
  • VonJohannes Thomae
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Die Bergwacht Brannenburg hat seit Anfang diesen Jahres eine landwirtschaftliche Betriebsnummer. Das liegt nun aber nicht daran, dass die Bergwacht in Zukunft rund um das Bergwachthaus Gemüse anbauen oder ein, zwei Ziegen halten möchte, um die Finanzen aufzubessern. Mit Geld hat es aber dennoch etwas zu tun.

Brannenburg – Es mag zunächst skurril klingen, hat aber einen triftigen Grund: Die Bergwacht Brannenburg hat eine landwirtschaftliche Betriebsnummer. Warum? Der seit langem nötige Innenumbau des Bergwachthauses wird vom europäischen Leader-Programm gefördert.

Die Fördermittel, mit denen Leader arbeiten kann, stammen aus dem Agrarfonds der EU. Deshalb ist es nur logisch, dass die Endvergabe der Gelder vom Amt für ländliche Entwicklung (ALE) übernommen wird. „Wir haben einfach die entsprechende Struktur für die Verteilung von Fördergeldern“, sagt Amtsleiter Dr. Georg Kasberger.

Förderung ist für Projekt essentiell

Für die Bergwachtler in Brannenburg war jedenfalls klar: der Innenumbau ihres Hauses wäre ohne Leader-Förderung keinesfalls zu stemmen. Mit der Förderung sei es zwar machbar, aber trotzdem nicht ganz einfach. Die Bergwachtler klopften deshalb zunächst einmal bei den Bürgermeistern ihres Einsatzgebietes an, also in Brannenburg, Bad Feilnbach, Neubeuern, Nussdorf und Raubling.

Dort hatten die Verwaltungen für das Anliegen ein offenes Ohr und sicherten pro Gemeinde einen Zuschuss von 15.000 Euro zu. Mit diesen insgesamt 75.000 Euro war zusammen mit den vorhandenen Eigenmitteln ein Grundstock gesichert, so dass es Sinn machte sich für das 300.000 Euro Vorhaben um eine Leader-Förderung zu bewerben.

Für Bevölkerung und Tourismus

Bei den entsprechenden Gremien Überzeugungsarbeit zu leisten, fiel ebenfalls nicht schwer, wie Gwendolin Dettweiler von der Leaderarbeitsgemeinschaft Mangfalltal-Inntal betonte. Denn eine leistungsfähige Bergwacht diene nicht nur der Sicherheit der einheimischen Bevölkerung, sondern auch dem Tourismus und helfe somit Wertschöpfungsketten stabil zu halten.

Und dass diese Leistungsfähigkeit einen Innenumbau des Bergwachthauses geradezu zwingend notwendig macht, war nicht schwer zu belegen. Bislang waren nämlich Einsatzzentrale, Briefing- und allgemeiner Versammlungsraum nicht getrennt, sondern in einem Raum zusammen untergebracht.

Mehrere Räume für größere Einsätze

Schon bei normalen Einsätzen, von denen man etwa 130 pro Jahr verzeichnet, kein leichtes Arbeiten. Erst recht nicht bei größeren, bei denen Feuerwehr und Polizei mitbeteiligt sind, etwa bei Waldbränden an den Berghängen oder wenn es darum geht, Vermisste zu suchen. „Wir haben dann schon auch mal mehrere Dutzende Personen bei uns im Haus, weil wir bei solchen Einsätzen mit den anderen Kräften eine gemeinsame Einsatzzentrale haben“, erzählt Leonhard Pichler, Bereitschaftsleiter der Bergwacht.

„Die Bereitschaftszentrale hier einzurichten, macht Sinn, weil wir hinterm Haus ein Gelände haben, auf dem nicht nur einer, sondern mehrere Hubschrauber landen können“. Auch für solche „großen Einsätze“ wird man durch den Umbau bald ausreichend Platz haben: Denn den Raum, in dem sich in Zukunft die „kleine“ Einsatzzentrale befinden wird und den Raum, in dem in „Normalfällen“ die anrückenden Bergwachtler über die Einsatzlage gebrieft werden, kann man „zusammenlegen“: Dann entsteht eine große Einsatzzentrale, die genügend Platz bietet, auch wenn Polizei oder Feuerwehr mitbeteiligt sind.

Grundausbildung dauert rund drei Jahre

Für Leonhard Pichler ist es auch wichtig, dass der vorhandene Schulungsraum im Obergeschoss eine Verbesserung erfährt. Denn ein fortwährendes Ausbildungsangebot ist ein zentrales Thema bei der Bergwacht, schon die „Grundausbildung“ dauert drei Jahre.

Und nicht zuletzt wird im Obergeschoss der ebenfalls dort vorhandene Gesellschaftsraum barrierefrei erschlossen. „Wir haben bei der Bergwacht keine Altersgrenze. Denn für die, die sich nicht mehr fit genug fühlen, um selbst mit ins Gelände zu gehen, finden sich bei Einsätzen aber auch sonst mehr als genügend Aufgaben“, sagt Leonhard Pichler. „Es ist aber fatal, wenn die, die sich auf diese Weise auch in höherem Alter einbringen oder jahrzehntelang eingebracht haben, an keinem Fest, an keiner Veranstaltung mehr teilnehmen können, weil für sie das obere Stockwerk unerreichbar wird“.

Dank geht an die Unterstützer

Der Dank der Brannenburger Bergwachtler gilt aber nicht nur Leader und den an der Förderung beteiligten Gemeinden, sondern vor allem auch allen privaten Spendern und Unterstützern und dieser Dank, so betont Leonhard Pichler. Mit den Mitteln, die die Bergwacht vom Innenministerium und aus der Umlage der Krankenkassen erhalte, sei eine Bergwacht gerade mal so zu finanzieren. „Damit das Arbeiten aber auch Spaß macht, die Leute bei diesem Ehrenamt dabeibleiben, das körperlich aber manchmal auch psychisch einiges verlangt und immer wieder junge Leute nachkommen, braucht es mehr. Und dieses Mehr verdanken wir unseren Unterstützern“.

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