Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Gerichtsurteil

Angehörige der Ex-Frau seit 2016 wüst beleidigt: Was Mann (48) aus der Region jetzt erwartet

Verbale Attacken: 48-jähriger Diplom-Ingenieur beschimpft Angehörige regelmäßig per Telefon.
+
Verbale Attacken: 48-jähriger Diplom-Ingenieur beschimpft Angehörige regelmäßig per Telefon.
  • VonTheo Auer
    schließen

Das Muster war immer gleich: Erst trank ein Diplom-Ingenieur exzessiv, dann beleidigte er Angehörige seiner Ex-Frau. Das ist seine Strafe.

Samerberg – Immer wieder rief der 48-jährige Diplom-Ingenieur seit 2016 Angehörige seiner geschiedenen Ehefrau an, um sie heftig mit Schimpfworten zu beleidigen. Mehrfach wurde er deshalb schon verurteilt. Ein Strafbefehl mit Geldauflagen, Geldstrafen, ja selbst eine Verurteilung zu drei Monaten Haft mit Bewährung konnten ihn nicht davon abhalten, sich – wann immer er sich attackiert fühlte – zunächst zuzusaufen und dann zum Telefon zu greifen.

Betrunken zum Hörer greifen

Dabei sieht er die Schuld eigentlich immer bei den Anderen. Verständlich wird dies, wenn man weiß, dass er wegen seiner Bipolaren Störung, früher hieß dies „manisch-depressiv“ bereits mehrere Monate einer psychiatrischen Einrichtung verbrachte.

Der psychiatrische Sachverständige Fredi Watzlawik aus Traunstein berichtete, dass man den Angeklagten damals wohl medikamentös behandelt habe, er aber nach wie vor psychisch instabil sei und insbesondere unter Alkohol zu solchen Ausschreitungen neige. Dabei sei er niemals gewalttätig, sondern seine Attacken seien ausschließlich verbaler Natur. Somit seien die Straftaten zu geringfügig um eine Unterbringung im Maßregelvollzug zu rechtfertigen. Anzuraten sei aber in jedem Fall eine Therapie, mit welcher der Angeklagte seinen Alkoholkonsum unter Kontrolle bekäme. Sogar zu seiner Untersuchung sei der Proband alkoholisiert angetreten. Auch eine Psychotherapie wegen der nach wie vor vorhandenen Bipolaren Störung sei anzuraten.

Die Staatsanwältin beklagte dass, obschon es sich um relativ geringfügige Vergehen handelte, der Angeklagte vierfach einschlägig verurteilt worden sei. Jedwede gerichtliche Warnung habe letztlich nicht gefruchtet. So habe man es zuletzt, trotz offener Bewährung, bei einer Geldstrafe belassen. Diese Serie von Straftaten müsse nun gestoppt werden.

Sie beantragte eine Haftstrafe von sechs Monaten, die nun nicht mehr zur Bewährung ausgesetzt werden dürfe.

Der Verteidiger Rechtsanwalt Walter Holderle verwies darauf, dass es sich nicht um einen klassischen Straftäter handle. Vielmehr gebe es so viele Brüche in dessen Lebensgeschichte und eine echte psychische Erkrankung, dass eine Haftstrafe dessen Leben nur zum Schlechteren wenden könne. Freilich müsse eine Bestrafung sein. Jedoch sei diese erneut zur Bewährung auszusetzen und mit Auflagen in Form von Therapien zu versehen. Nur so könne man seinem Mandanten und er sich selber helfen.

Letztmalig zur Bewährung

Die Vorsitzende Richterin Frau Dr. Huber gewährte dem Angeklagten eine letzte Chance. Ihr Urteil lautete: Vier Monate Gefängnis, die letztmals zur Bewährung ausgesetzt würden. Dazu hat er sich, betreut von einer Bewährungshelferin, einer Therapie zu unterziehen welche er nur beenden dar, sofern der Therapeut dies befürwortet.

Mehr zum Thema

Kommentare