Gemeinsam zurück zur Natur

Leben und Überleben in der Wildnis und Natur trainierte ein Jahr lang Anian Ardaya Lieb in einer „Teaching-Drum-Outdoor-School“ im US-Bundesstaat Wisconsin – vor 13 Jahren war er mit seinen Eltern im Wildnis-Camp.

Bad Feilnbach – Die Verbindung zur Natur vertiefen: Das hat sich Dirk Schröder, Betreiber der Wildnisschule Chiemgau und des Wildnis-Camps „Jenbachtal“, auf seine Fahnen geschrieben.

Was dort im Camp genau passiert und wie es dort ausschaut, wollten sich jetzt einige Kommunalpolitiker sowie Ute Preibisch, Leiterin der Kur- und Gästeinformation, anschauen. Auf die Idee zum gemeinsamen Ausflug kam Preibisch. Da Betreiber Schröder in der jüngsten Sitzung des Wirtschafts-, Kur- und Tourismus-Ausschusses das Konzept des Wildnis-Camps vorgestellt hatte.

Start amWanderparkplatz

Jetzt startete die Truppe unter dem Motto „Der Mensch braucht Natur und die Atmosphäre des Mitei nanders“ am Wanderparkplatz „Unteres Jenbachtal“. Mit dabei waren Schröder, Wildnispädagogin Mirijam Adlkirchner, Preibisch sowie Zweiter Bürgermeister Josef Rauscher (CSU), Dritter Bürgermeister Andreas Henf ling (ÜW), Katharina Angermaier und Christian Bergener (ÜW), Stephan Oberprieler, Thomas Forster und Petra Eirainer (Grüne).

Schröder führte die Truppe auf einem Pfad auf der Ostseite des Jenbachs bis zu einem Weidendom, dem Eingang in ein Areal zur „Entschleunigung und zum Kraft tanken“. „Hier beginnt das Eintauchen in die Natur“, erklärte er. „Kinder und Erwachsene können hier die Werte der Natur erkennen.“ Das Areal mit Tipis als Musikzimmer und Gemeinschaftsräumen, Zeltplatz, Küche, Trenntoiletten mit ökologischer Kompostierung ist seit 15 Jahren im Besitz der Wildnisschule. Zur Verfügung gestellt hatte es der Bad Feilnbacher Hans Ostermeier mit der Grundidee, Menschen in die Natur zurückzuführen.

Die verschiedenen Angebote finden bei jedem Wetter statt, so Schröder. Dazu gehören: Mit Pfeil und Bogen schießen, Führungsrollenspiele mit verbundenen Augen, am Lagerfeuer kochen, mit Naturmaterialien tarnen, im Jenbach baden und Wasseruntersuchungen nach Forscherart durchführen. „Das ist besonders bei Kindern sehr beliebt. Da sind die Smartphones schnell vergessen.“

Unbekannte machen„wilde Lagerfeuer“

Entscheidend sei der respektvolle Umgang mit der Umgebung, aber auch das Miteinander. Im Rahmen der Exkursion lernten die Teilnehmer die Kunst des Gerbens einer Wildtierhaut kennen. Prädestiniert dafür ist Anian Ardaya Lieb, der mit seinen Eltern vor 13 Jahren das erste angebotene Familientraining im Wildnis-Camp im Jenbachtal absolvierte und 2019 Leben und Überleben in der „Teaching-Drum-Outdoor-School“ in Wisconsin kennenlernte.

Die Teilnehmer kamen auch auf die Probleme während des Lockdowns zu sprechen. Denn wegen Corona sei jeglicher Zeltbetrieb eingestellt und auch das Wildnis-Camp verwaist. Während dieser Zeit machten Unbekannte im Wildnis-Camp „wilde Lagerfeuer“ und hinterließen obendrein jede Menge Glasscherben sowie Müll aller Art. Für Ordnung sorgten dann wieder Betreiber Schröder und sein Team.

Dieses Problem, so einige Räte, habe es nicht nur an dieser Stelle gegeben. Deshalb könne überlegt werden, ob ein Ranger eingesetzt werden soll. Denn diese gebe es bereits in anderen Tourismuszentren im Voralpenland. Ebenso sei es in den letzten Jahren immer wieder zu Irritationen mit Forst, Jagd und Fischerei gekommen. Vorgeschlagen wurde vonseiten des Gremiums ein Zusammentreffen mit Jagdpächtern und Fischereiverein. Das Ziel solle sein, das Wildnis-Camp besser kennenzulernen und zu sensibilisieren.

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