Firma Gruber

Gemeinderat Vogtareuth: Kiesabbau in Pirach darf um vier Fußballfelder größer werden

Der Kiesabbau in Pirach in der Gemeinde Vogtareuth darf um drei Hektar – rund vier Fußballfelder – erweitert werden. Der Gemeinderat hat dafür in seiner jüngsten Sitzung grünes Licht gegeben.
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Der Kiesabbau in Pirach in der Gemeinde Vogtareuth darf um drei Hektar – rund vier Fußballfelder – erweitert werden. Der Gemeinderat hat dafür in seiner jüngsten Sitzung grünes Licht gegeben.
  • Alexandra Schöne
    vonAlexandra Schöne
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Kein Baggersee, keine Nassauskiesung, aber mehr Platz zum Abbauen: Der Gemeinderat in Vogatareuth hat sich mit dem Kiesabbau der Firma Gruber in Pirach beschäftigt.

Vogtareuth – Für viel Gesprächsstoff hat der Kiesabbau in Pirach in der Gemeinde Vogtareuth in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats gesorgt. Am Ende beschlossen die Gemeinderäte einstimmig, dass der Kiesabbau um eine Fläche von drei Hektar erweitert werden darf und eine Nassauskiesung auf dem Gelände nicht möglich ist.

23 Jahre ist der Bebauungsplan Nr. 12 „Kiesabbau Pirach“ alt. Zu alt, um noch zeitgemäß zu sein. Denn mittlerweile hat sich in Sachen Kies einiges getan. Das mussten auch einige der neuen Vogtareuther Gemeinderatsmitglieder in der Sitzung feststellen. Dementsprechend gab es viele Fragen, viel Diskussionsbedarf und anfangs ein wenig Verwirrung. Abhilfe hat hierbei Rudolf Gruber geschaffen. Er ist der Chef der gleichnamigen Firma aus Schonstett, die den den Kiesabbau betreibt.

Grundwasserspiegel ist gestiegen

Das Areal umfasst zwölf Hektar und ist schon seit vielen Jahren immer wieder Thema in den Sitzungen. Der ursprüngliche Bebauungsplan für das Gelände sieht eine Nassauskiesung vor – mit anschließender Wiederauffüllung der Gruben auf ihr Ursprungsniveau. Bei einer Nassauskiesung werden Kies und Sand abgebaut, während Grundwasser freigelegt wird. Doch weil laut Bürgermeister Rudolf Leitmannstetter (ÜWG) der Grundwasserspiegel mittlerweile um rund 80 Zentimeter gestiegen sei, muss der Bebauungsplan geändert werden. Außerdem seien die Vorschriften bezüglich der Wiederauffüllung der Gruben verschärft worden.

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Für Rudolf Gruber bedeutet das: Sein Vorhaben der Nassauskiesung muss er verwerfen. Gruber dürfe nur noch bis drei Meter über dem Grundwasserspiegel nach Kies graben, erklärt Leitmannstetter. Wenn der Abbau abgeschlossen sei, müssten die Gruben wieder mit dem ausgehobenen Material aufgefüllt werden. „Wir wollen, dass die Wiese rekultiviert wird“, sagt er.

Eine Wiese, kein Baggersee

Geplant ist eine Wiese. Kein See, wie kurzzeitig in der Sitzung diskutiert wurde. Dieser wäre bei einer Nassauskiesung in einem Teilbereich der Grube entstanden. Rudolf Gruber erklärte den Gemeinderäten, dass er den Baggersee ohne Probleme herstellen könnte. Wenn dies überhaupt gewünscht sei. „Er kann eventuell für Fischerei genutzt werden“, schlug er vor.

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Besonders Dritter Bürgermeister Anton Görgmayr junior (ÜWG) war gegen derlei Überlegungen. Er sehe keinen Grund für einen Baggersee. „Mir ist nicht bekannt, welchen Vorteil wir durch den See hätten“, sagte er. Nach kurzer Beratung entschied sich das Gremium einstimmig dagegen. „Den See haben wir wegdiskutiert“, resümierte Bürgermeister Leitmannstetter schmunzelnd.

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Erfolg hatte Rudolf Gruber hingegen bei seinem Anliegen, eine weitere landwirtschaftliche Fläche ebenfalls in eine Kiesgrube zu verwandeln. Diese Fläche grenzt im Norden an den schon bestehenden Kiesabbau an und ist drei Hektar groß. Das entspricht rund vier Fußballfeldern. Laut Leitmannstetter ist das Gebiet Teil des Regionalplanes für den Landkreis Rosenheim, der unter anderem geeignete Gebiete zum Kiesabbau ausweist. „Es ist ein enormer Eingriff in die Landschaft“, sagte der Bürgermeister. Dennoch hatte keiner der Gemeinderäte etwas einzuwenden.

Zufahrtsstraße ist in schlechtem Zustand

Diskussionsbedarf gab es hingegen bei der Zufahrtsstraße zum Kiesabbau. Diese führt bei der Ortschaft Viehausen vorbei. Sie sei durch die jahrelange Nutzung durch Lkw und Bagger in einem schlechten Zustand, sagte Leitmannstetter. Sie müsse zum richtigen Zeitpunkt erneuert werden. Das war in der Gemeinderatssitzung besonders Alexander Unrecht (CSU-parteifreie Wähler) wichtig. Er forderte einen konkreten Zeitplan zur Sanierung der Straße. Unrecht will sichergehen, dass diese auch wirklich stattfindet.

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Bürgermeister Leitmannstetter schlug daraufhin vor, dass die Mitglieder des Bauausschusses zunächst zur Kiesgrube fahren und sich die Straße gemeinsam ansehen. Dann soll gemeinsam mit Rudolf Gruber ein Sanierungsplan gemacht werden.

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