Gemeinderat lehnt den Bau einer Kleinwindkraftanlage ab

Nußdorf. –Auf dem Werksgelände der Manfred Holzner GmbH & Co.

KG Schotterwerke in Nußdorf soll eine Kleinwindkraftanlage zur Eigenversorgung entstehen. Sie soll eine Höhe von etwa 28 Meter haben, der Durchmesser des Windrades beträgt circa 42 Meter. So bleibt es unter der Grenze von 50 Metern.

Diese Höhe bis zum Punkt der höchsten Flügelspitze ist für die Genehmigung das maßgebliche Kriterium. Mit dieser 250-Kilowatt-Anlage kann der oft starke „Erler Wind“ nach Ansicht des Antragstellers gut genutzt werden. Die geplante Baumaßnahme liegt im Landschaftsschutzgebiet Inntal Süd und im Ausschlussgebiet für Windkraftanlagen im Regionalplan. Direkt angrenzend befindet sich ein FFH-Gebiet, also Schutzgebiet nach Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie. Es trägt den Namen „Inn auwald bei Neubeuern und Pionierübungsplatz Nußdorf“. Nach Rücksprache mit dem Landratsamt Rosenheim sei klar, dass das Vorhaben dem Schutzzweck des Landschaftsschutzgebietes widerspreche, wie Nußdorfs Bürgermeister Sepp Oberauer mitteilte. So könne die erforderliche Erlaubnis für die Anlage nicht erteilt werden. Darüber hi naus wären Auswirkungen auf das FFH-Gebiet zu erwarten sowie artenschutzrechtliche Folgen. Dazu zählen wegen der Nähe zum Auwald Schlagopfer bei Fledermäusen und Vögeln. Die nehmen die Flügel der Windräder nicht als Gefahr wahr und geraten so immer wieder in tödliche Nähe der rotierenden Blätter.

Gemeinderat Alois Linder (PFN) sprach sich generell dafür aus, dass Möglichkeiten für Windkraftnutzung geschaffen werden. Allerdings solle die geplante Anlage weiter weg vom FFH-Gebiet und mehr zur Schotteraufbereitungsanlage hin verlegt werden. Sepp Maurer (CSU) gab den Hinweis, dass gerade im Nußdorfer Gemeindegebiet bereits zahlreiche regenerative Energienutzungen, wie etwa Wasserkraftanlagen, betrieben werden, um auf ökologischer Basis Strom herzustellen. Er sieht mit dem Bau eines Windrades eine schwere Beeinträchtigung des Landschaftsbildes einhergehen.

Grundsätzlich positiveSicht auf Windkraft

Die weitere Diskussion im Gemeinderat ergab, dass das Gremium grundsätzlich der Windkraftnutzung positiv gegenüber steht. „Allerdings nicht an diesem Standort“, sagte Oberauer. So wurde die Anfrage der Firma Holzner mit 13:1 Stimmen negativ beschieden.

Für den vorgeschlagenen Standort, wohlgemerkt. Für eine weitere Beratung benötigt der Gemeinderat nun vom Antragsteller weiterführende Unterlagen und Alternativvorschläge. Ansonsten könnte es für das Projekt heißen: Vom Winde verweht. stv

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