Aus dem Gemeinderat

Knapp gegen freien Träger entschieden: Gemeinde Schechen übernimmt Container-Kita

Schechen bekommt einen provisorischen Kindergarten. Die Trägerschaft über diesen, den dritten, Kindergarten soll die Gemeindeverwaltung übernehmen.
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Schechen bekommt einen provisorischen Kindergarten. Die Trägerschaft über diesen, den dritten, Kindergarten soll die Gemeindeverwaltung übernehmen.
  • vonKatharina Heinz
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Soll die Gemeinde die Trägerschaft des provisorischen Kindergartens im Tannenweg übernehmen, oder diese Aufgabe an einen freien Träger übergeben? Die Verwaltung wollte einen freien Träger, der Gemeinderat nicht. Und die Kirche hatte abgelehnt.

Schechen – In der Kommune nimmt die Zahl der Kinder, die einen Betreuungsplatz brauchen, stetig zu. Daher hat man sich entschlossen, zunächst im Tannenweg einen übergangsweisen Kindergarten in einem Container zu errichten. Innerhalb von etwa fünf Jahren soll dann ein neuer Kindergarten im Schechener Ortsgebiet gebaut werden. Die Frage ist nun: Wer kümmert sich um die Verwaltung des provisorischen Kindergartens?

Verwaltung bevorzugt einen freien Träger

Bürgermeister Stefan Adam (CSU) bevorzugte, die Trägerschaft an einen freien Träger zu übergeben. Immerhin gäbe es in der Region eine breite Auswahl und diese Organisationen seien extra für diese Aufgabe ausgelegt. Die Kirche hat laut Adam abgelehnt, die Trägerschaft für die Übergangs-Kita zu übernehmen.

Arbeitsaufwand für die Verwaltung

Auch den großen Aufwand für die Gemeindeverwaltung nannte er als Argument. Irmengard Taubenberger, die im Rathaus unter anderem für die Kindergartenangelegenheiten zuständig ist, bestätigte: „Das macht eine wahnsinnige Arbeit.“

Verwaltung hat es bisher gut gemacht

Einige Gemeinderatsmitglieder waren dennoch überzeugt, dass man diese Aufgabe selbst übernehmen sollte. „Das ist bisher gut gelaufen und war verlässlich“, sagte Volker Schmidt (SPD/ÜW). Sonst müsse man sich mit drei Anbietern auseinandersetzen, was auch ein gewisser Aufwand für die Verwaltung sei. Auch Dr. Florian Zeller (CSU) gefällt es nicht, drei unterschiedliche Träger in der Gemeinde zu haben. Er betonte, dass sich der Aufwand für zwei Kindergärten in der Verwaltung nicht automatisch verdoppeln würde.

Verwaltungsmitarbeiterin Taubenberger erklärte, dass man diese Aufgabe mit dem aktuellen Personal nicht schaffen könne. Sie kalkulierte mit einer zusätzlichen Bürokraft für rund zehn Stunden die Woche.

Personalprobleme haben alle

Dass freie Träger bei Personalausfällen besser aufgestellt seien, wie Bürgermeister Adam vermutete, glaubte Schmidt nicht. Die Personalnot werde in diesem Bereich überall größer. Sabine Altendorfer (CSU) regte an, grundsätzlich mobile Reverserven für die Gemeindekindergärten einzustellen.

Die Frage der Defizitdeckung

Doch es gibt auch ein weiteres Problem: Freie Träger verlangen in der Regel eine Defizitvereinbarung, so dass die Gemeinde bei einem Kostendefizit einspringen muss. Üblich sei eine Defizitkostenübernahme von 100 Prozent. Anders ist das beim Kindergarten Spatzennest in Pfaffenhofen, für den die Kirche die Trägerschaft übernommen hat. Hier hat man sich geeinigt, dass die Gemeinde lediglich 80 Prozent des Defizits übernehmen muss.

80 Prozent für die Kirche, 100 für andere?

Sollte nun ein weiterer Träger in der Gemeinde tätig werden und 100 Prozent verlangen, müsste man diesen Wert eventuell auch für die Kita Pfaffenhofen anpassen – Mehrkosten für die Gemeinde also. „Das ist schon etwas abschreckend, wenn wir das der Kirche dann auch zugestehen müssen“, meinte Andreas Rausch (CSU).

Gemeinderat will Gemeinde als Träger

Daraufhin machte Adam den Vorschlag, zu prüfen, ob sich ein freier Träger findet, der mit einer Defizitvereinbarung von 80 Prozent einverstanden wäre. Dann müsste man den Betrag für die Kirche nicht anpassen. Mögliche Anbieter sollten sich über ein Interessenbekundungsverfahren bei der Gemeinde bewerben. Denkbar knapp – mit neun zu zehn Stimmen – lehnte der Gemeinderat diesen Vorschlag aber ab. Damit soll die Gemeindeverwaltung die Trägerschaft für den provisorischen Kindergarten übernehmen.

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