Gas geben beim zweiten Krippenbau

Die Schaffung einer weiteren Krippe in Stephanskirchen nimmt Formen an. Der Haupt- und Finanzausschuss hat die grundsätzliche Bereitschaft der Gemeinde signalisiert, am Kindergarten "Sonnenschein" in Haidholzen diese Betreuungseinrichtung für unter Dreijährige zu errichten.Die letzte Bedarfsumfrage der Kommune hatte einen sprunghaft gestiegenen Bedarf an Krippenplätzen ergeben.

Stephanskirchen - 45 Kinder unter drei Jahren benötigen eine Betreuung. Dies entspricht 90 Plätzen, weil Kleinkinder wegen ihres höheren Betreuungsaufwandes doppelt gerechnet werden. Vorhanden sind derzeit jedoch nur 30 Plätze für 15 Kinder, die im katholischen Kindergarten St. Georg geschaffen wurden. Der ungedeckte Bedarf von 60 Plätzen für 30 Kinder sorgt in der Gemeinde für Unruhe unter den betroffenen Eltern. Der Druck auf die Kommune, eine weitere Krippe zu initiieren, ist deutlich gestiegen.

Pfarrer Andreas Ager hat angesichts der Sorgen vieler berufstätiger Mütter und Väter um eine professionelle Betreuung ihrer Kleinkinder den Neubau beim Kindergarten "Sonnenschein" angeregt. Im vergangenen Bauausschuss fanden bereits die vorläufigen Baupläne die Zustimmung. Jetzt stand im Hauptausschuss bereits die Grundsatzentscheidung an, die am Dienstag, 26. Januar, im Rat endgültig verabschiedet werden soll. Denn die Zeit drängt: Geht das Projekt so reibungslos wie bisher weiter, könnte die neue Einrichtung zum neuen Kindergartenjahr im September bereits stehen, berichtete Bürgermeister Rainer Auer. Auf große Verwunderung stieß im Gremium das Tempo, mit dem die Planungen voranschreiten. Kämmerer Wolfgang Eberle zeigte sich erstaunt über diese Reaktion des Ausschusses: "Wie oft wird uns Verwaltungen vorgeworfen, dass wir zu langsam sind, jetzt geht es mal schnell und dann ist es auch nicht recht." Die Zeit drängt nach seinen Angaben auch angesichts der Tatsache, dass die Gemeinde bis 2013 gesetzlich verpflichtet ist, den Krippenbedarf zu decken. Außerdem reicht die neue Einrichtung nur für 15 Kinder, benötigt werden auf Dauer jedoch Plätze für 30.

Aufstockung ist auch im Gespräch

Mit dem Bau am Kindergarten "Sonnenschein" ist jedoch ein weiterer Schritt getan. In Frage kommt offensichtlich nicht nur ein separater Neubau, sondern auch eine Aufstockung des bestehenden Gebäudes. Die kirchlichen Organe müssen der Krippeneröffnung noch zustimmen, haben sich in einer ersten Sitzung jedoch bereits beraten.

Der Haupt- und Finanzausschuss befürwortete eine Kooperation zwischen Gemeinde und Katholischer Pfarrei Stephanskirchen-Haidholzen: Danach übernimmt die Kommune die Baukosten in maximaler Höhe von 500 000 Euro. Hier erwartet sie einen gesicherten 60prozentigen Zuschuss. Die Trägerschaft der Einrichtung geht an die Kirchengemeinde. Wie für die Krippe St. Georg sichert die Gemeinde auch für die neue Einrichtung des Kindergartens "Sonnenschein" ungedeckte Defizite zu 80 Prozent (maximal 15 000 Euro im Jahr).

Diese Rahmenbedingungen fanden im Haupt- und Finanzausschuss die Zustimmung. Ulrike Demberger, von Beruf Erzieherin, begrüßte den Krippenbau und den Standort in Haidholzen. Dezentrale Einrichtungen seien gegenüber dem ursprünglich geplanten zentralen Kinderhaus in Schloßberg die bessere Lösung, zeigte sie sich überzeugt. Sie wies jedoch darauf hin, dass in den Kindergärten in der Gemeinde derzeit viel Unruhe und Informationsbedarf zur Frage, wo welche neuen Betreuungsangebote geschaffen werden, herrsche. Der Bürgermeister konnte dies nicht nachvollziehen: Die Gemeinde habe sich mit Vertretern aller Einrichtungen und Träger an einen Tisch gesetzt und die Vorgehensweise, die von den Verantwortlichen selbst angeregt worden sei, ausführlich besprochen. "Es wird Zeit, wir müssen anfangen", appellierte Auer dafür, jetzt Gas zu geben. duc

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