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Aus für das Sommergeschäft?

Gastwirt Markus Schwaiger entsetzt über Vollsperrung der Ortsdurchfahrt in Flintsbach

Nach monatelanger Zwangspause aufgrund der Pandemie hatte Gastwirt Markus Schwaiger (links) all seine Hoffnungen auf das Sommergeschäft gesetzt. Doch die geplante Vollsperrung der Kufsteiner Straße vermasselt ihm nun die Tour, fürchtet er. Auch seine Frau Sabine (Mitte ) und seine Tochter Victoria (rechts) sind entsetzt.
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Nach monatelanger Zwangspause aufgrund der Pandemie hatte Gastwirt Markus Schwaiger (links) all seine Hoffnungen auf das Sommergeschäft gesetzt. Doch die geplante Vollsperrung der Kufsteiner Straße vermasselt ihm nun die Tour, fürchtet er. Auch seine Frau Sabine (Mitte ) und seine Tochter Victoria (rechts) sind entsetzt.
  • Barbara Forster
    VonBarbara Forster
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Erst der Lockdown, dann die geplante Vollsperrung: Falkenstein-Wirt Markus Schwaiger bangt um sein Sommergeschäft. Denn seine Gaststätte liegt direkt an der Kufsteiner Straße, die im Juni für sechs Wochen beidseitig gesperrt werden muss.

Flintsbach – Für Markus Schwaiger (56) aus Flintsbach waren die letzten Monate eine harte Zeit. Seit Corona erlebt der Geschäftsführer mit seiner Wirtschaft, dem Gasthof Falkenstein, ein ständiges Auf und Ab. Einen möglichen Lichtblick sah er in der bevorstehenden Sommersaison: „Nach vielen Monaten einer unseligen Zwangspause bestand die realistische Hoffnung auf eine wirtschaftliche Erholung im Sommer.“

Im Zeitraum vom 7. Juni bis 18. Juli wird die Kufsteiner Straße für die Erneuerung der Straße vom Soinweg bis zum Umspannwerk auf einer Länge von 1,3 Kilometern gesperrt.

Aber nun werden ihm mit der Erneuerung der Staatsstraße im wahrsten Sinne des Wortes weitere Steine in die Wege gelegt. Der Gasthof liegt direkt an der Kufsteiner Straße, die im Juni aufgrund der Arbeiten für sechs Wochen beidseitig gesperrt werden soll.

Links und rechts abgeschieden

Die Sperrung wird in zwei Bauabschnitten vollzogen: Der Erste erstreckt sich vom Umspannwerk bis zum Feuerwehrgerätehaus und der Zweite vom Gerätehaus bis hin zum Soinweg. Im letzteren Abschnitt liegt die Wirtschaft.

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Links und rechts sind die Wege zum Gasthof dann drei Wochen blockiert. Gäste und Lieferanten können Schwaiger nur zu Fuß erreichen. „Tolle Aussichten“, findet der Gastronom. An sich sei die Sanierung ja eine gute Nachricht. Jahrelang wurde an der Straße nichts gemacht, sagt Schwaiger. Doch die Arbeiten fallen mitten in die Saison und vermutlich genau auf das Ende des Lockdowns.

Nun fürchtet er nicht nur um sein Sommergeschäft, sondern auch um sein Personal: „Werden sich Teile meines Personals mit diesen ,tollen‘ Aussichten eine andere Arbeitsstelle suchen? Habe ich nach Abschluss der Arbeiten noch Personal, um unsere Gastronomie weiter betreiben zu können?“ Für den 56-Jährige ist es unerklärlich, weshalb die Kufsteiner Straße mit einer Länge von 1,3 Kilometer in zwei Abschnitten komplett gesperrt werden muss.

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Diese Frage wurde auch in der vergangenen Gemeinderatssitzung thematisiert. Franz Rappl, Diplom-Ingenieur für Hoch-, Tief-, und Straßenbau, erklärte hierzu, dass eine halbseitige Verkehrsführung mit Ampelregelung aufgrund des Arbeitsschutzes nicht möglich sei. Auf Nachfrage beruft sich Baurat Alexander Eisner vom Staatlichen Bauamt Rosenheim auf das einschlägig gültige Regelwerk „Arbeitsstättenrichtlinie“ (ASR). Und diese Regel besagt, dass nach Einhaltung aller Sicherheitsabstände eine sichere Verkehrsführung auf der Restfahrbahnbreite nicht möglich sei.

Flintsbachs Bürgermeister Stefan Lederwascher versteht die Sorgen der Anwohner. Ende März gab es für Gewerbebetriebe und Landwirte auch extra Infoveranstaltungen zu diesem Thema. „Wir sind ja schon froh, dass wir die Arbeiten auf zwei Bauabschnitte unterteilen konnten, um die Belastung etwas zu reduzieren.“ Die Vollsperrung sehe er schon auch als Problem für die Gewerbebetriebe – „aber halbseitig geht halt nicht“, betont er. Was den Zeitraum betreffe, sei man weitestgehend unflexibel: „Wir dürfen nur außerhalb der Ferienzeit bauen, weil die Ortsdurchfahrt die Umleitungsstrecke der Autobahn ist“, erklärt Lederwascher.

Verkaufsstand im Garten sei sein Plan B

Einen Plan B hätte Schwaiger notfalls schon ausgeklügelt: „Dann würde ich in meinem privaten Garten, der außerhalb der Sanierungszone liegt, einen Verkaufsstand eröffnen.“ Aber er ist sich nicht sicher, ob sich der Aufwand auch lohnen würde. Die andere Option wäre wieder zu schließen.

So oder so: Dieses „bürgerunfreundliche Vorgehen“ ist für Schwaiger unentschuldbar. Denn er ist überzeugt: Andere Wege gäbe es. Aber keiner möchte die hohen Kosten tragen. Dass dann lieber circa 300 Anwohner „wochenlang“ von der Zufahrt abgeschnitten werden sollen, ist dem 56-Jährigen unbegreiflich.

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