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Jetzt auch Schutzhaus fertig

Ganz flink zum Naturkindergarten: Rohrdorf brauchte kein Jahr von der Idee zur Eröffnung

Tagelanges Sauwetter – dann bietet das Schutzhaus des naturnahen Kindergartens genügend Platz, um sich aufzuhalten. Das kleine Häuschen davor ist eine Spende eines Elternpaares.
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Tagelanges Sauwetter – dann bietet das Schutzhaus des naturnahen Kindergartens genügend Platz, um sich aufzuhalten. Das kleine Häuschen davor ist eine Spende eines Elternpaares.
  • VonJohannes Thomae
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Der Gemeinderat sagt: „Wir machen das“ und 282 Tage später flitzen die ersten Kinder im Rohrdorfer Naturkindergarten herum. Das funktioniert, wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen.

Rohrdorf – Es war in der Gemeinderatssitzung vom 18. September letzten Jahres, als die CSU-Fraktion die Idee eines Naturkindergartens in das Gremium einbrachte. Ein Vorschlag, der durchaus auf Zustimmung stieß.

Die Frage, die sich der Gemeinderat jedoch stellte, war, ob ein dritter Kindergarten in Rohrdorf wirklich dauerhaft ausgelastet werden könnte.

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Die Entscheidung, dies zunächst zu klären und dann das Projekt gegebenenfalls in Angriff zu nehmen, fiel einstimmig. Doch keiner hat wohl damals an die Prognose von Wolfram Inngauer geglaubt: Der Geschäftsführer des Montessori-Fördervereins, der als ein möglicher Träger bei der damaligen Sitzung ein Rederecht eingeräumt bekam, war zuversichtlich, dass ein solcher Kindergarten – so er denn beschlossen würde – binnen eines Jahres eröffnet werden könnte.

Der große Moment: Bürgermeister Simon Hausstetter (links) und Montessori-Vorstandsmitglied Hamun Tanin eröffnen das Schutzhaus des Kindergartens.

282 Tage vom Beschluss bis zur Eröffnung

Genau dies ist eingetreten, am 1. September nahm der Kindergarten seinen Betrieb auf, nun ist auch die Schutzhütte eröffnet. Vom endgültigen Gemeinderatsbeschluss für den Aufbau bis zur Eröffnung vergingen, wie Bürgermeister Simon Hausstetter sagte, gerade einmal 282 Tage. Das ganze Projekt beispielhaft zügig auf die Beine gestellt, aber keinesfalls durchgepeitscht: Der Bedarf war am Anfang eindeutig festgestellt worden, die Auswahl des Trägers wurde bei einer eigenen Gemeinderatssitzung nach gründlicher Diskussion getroffen und auch die Frage nach Größe und Ausstattung der Schutzhütte hatte man intensiv erörtert.

Schutzhütte größer als geplant

Dieses ist mit 54 Quadratmetern am Ende größer geworden, als am Anfang gedacht, eine Entscheidung die sich jetzt, da man das fertige Haus sehen kann, als die richtige erwies. Nicht zuletzt deswegen, weil das Grundstück des naturnahen Kindergartens eine Quell-Lage ist, die bei Regen auch entsprechend nass werden kann. Für die Kinder ist die Aussicht, möglicherweise auch mal „matschen“ zu dürfen, natürlich großartig. Und der Sinn eines Naturkindergartens ist es ja gerade, dass man das Wetter und die Elemente wirklich in Natur und in Echt erlebt. Die Tatsache aber, dass man sich, wenn es mal über mehrere Tage hinweg richtig ungemütlich werden sollte, in ein ausreichend großes Haus zurückziehen und dort auch wieder trockenwerden kann, ist sicher ein Riesenplus.

Bauhof setzte sich besonders ein

Möglich machte die termingerechte Errichtung des Holzgebäudes, das wurde von allen Seiten immer wieder betont, nicht zuletzt der besondere Einsatz des Bauhofes und seines Leiters, Georg Schweiger. Wolfram Inngauer brachte es auf den Punkt, als er zu Bürgermeister Simon Hausstetter sagte: „Man kann Sie zu diesem Bauhof nur beglückwünschen!“

Auch die Eltern sind sehr aktiv

Viel beigetragen haben auch die Eltern der Kinder. 200 Arbeitsstunden haben sie schon bislang in den Ausbau der Freiflächen investiert, weitere 200 werden wohl noch dazukommen. Diese Elternbeteiligung ist ein fester Bestandteil des Montessorikonzeptes und soll die Identifikation mit der Einrichtung der Kinder stärken.

Erwachsene können von Kindern lernen

Kinder seien etwas, von denen die Erwachsenen zu lernen hätten, das betonten Pfarrerin Rosemarie Rother und Pfarrer Robert Baumgartner. Das Staunen und die Neugier, die bei Kindern noch ganz natürlich wären, sind idealerweise etwas, was auf die Erwachsenen zumindest ein klein wenig abfärbt.

Junge, aber erfahrene Pädagoginnen

Für die Umsetzung des ambitionierten pädagogischen Konzepts sei man auch personell gut gerüstet, meint Inngauer. Man sei stolz darauf, trotz der schwierigen Arbeitsmarktsituation ein Team aus jungen, dabei aber erfahrenen Pädagoginnen gewonnen zu haben. Eine Tatsache, die offenbar auch vom aufsichtsführenden Landratsamt so gesehen wird: das pädagogische Konzept wurde als Grundlage für die Betriebserlaubnis anstandslos genehmigt, es gab auf seiner Basis sogar eine Ausnahmegenehmigung, im ersten Jahr 26 Kinder aufzunehmen. Damit konnte vier weiteren Kindern ein Platz angeboten werden, die in Achenmühle keinen mehr erhalten hatten.

Der Naturkindergarten ist, da waren sich alle einig, auf jeden Fall eine Bereicherung für die Rohrdorfer Kindergartenlandschaft und ein Zeichen, wie schnell man auch große Vorhaben verwirklichen kann, wenn nur alle Beteiligten um des gemeinsamen Zieles willen konstruktiv zusammenarbeiten.

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