Gamswild zieht jetzt schon ins Tal

Auch Schäden, die Biber anrichten – wie hier in Sonnhart – beschäftigten die Nußdorfer Jäger. Die Tiere überwinden auch solche Barrieren, um an Baumaterial heranzu kommen. Steffenhagen

Nußdorf. – Auf ein durchaus erfolgreiches Jagdjahr 2019 kann die Jagdgenossenschaft Nußdorf zurückblicken.

Insbesondere deswegen, weil die Jäger mit der Erfüllung des Dreijahresabschussplans fast eine Punktlandung hinlegen konnten, wie der Erste Vorsitzende, Baltharsar Kogler im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen betonte.

Krähen verbreitensich stark

Wie er ausführte, sieht unter anderem der Abschussplan 380 Rehen über drei Jahre vor. Das sind 126 Stück pro Jahr, die die Jägerschaft auch im letzten Jahr verbuchen konnten. Außerdem wurden acht Stück Gamswild, ein Stück Rotwild sowie zahlreiche Füchse, Hasen und Krähen erlegt, wie die Bilanz zeigt. Insbesondere hätten die Krähen in der den letzten Jahren sich stark verbreitet, sodass im letzten Jahr 108 der Vögel zur Strecke gebracht wurden. Im Jahr zuvor waren es noch 53 Stück gewesen.

Seit vielen Jahren beschäftigt das Thema Biber die Gemüter der Landwirte. Was für den einen ein durchaus putziges Tier ist, kann für den anderen zum leidigen Ärgernis werden. Denn die unter Naturschutz stehenden Tiere sorgen mit ihrem geschäftigen Treiben für erhebliche Schäden in der Land- und Forstwirtschaft. Um ihr Lebensumfeld gestalten zu können fällen sie statthafte Bäume und legen damit Staudämme an, mit denen sie schließlich über Nacht Ackerflächen überschwemmen. „Die Klagen der Betroffenen sind groß, helfen aber nicht weiter, wenn die Schäden nicht den zuständigen Stellen im Landratsamt angezeigt werden“, erklärte Kogler. Denn hier werde gegebenenfalls über eine „Entnahme“ von Bibern entschieden.

Die Waldbegehung im April 2019 sei schlecht ausgefallen, wie Kogler feststellt. Besonders sei das im Bereich des Niedersberg der Fall gewesen. Hier seien starke Verbissschäden an Laubholz und Tannen sowie Fegeschäden an Douglasien festgestellt worden. Daher habe die Jagdgenossenschaft auch die Anzahl der zu erlegenden Rehe im Abschlussplan erhöht.

Noch keineWildschweine

Der Plan sah vor, dass 2019 insgesamt elf Stück Gamswild erlegt werden sollten. Dass die vorgesehene Anzahl erreicht wurde, sei mit dem Umstand verbunden, dass mit der Jagd zu spät begonnen worden sei, so der Jagdvorsteher. In den letzten Jahren sei die Gams vermehrt ins Tal gedrängt worden. So konnten die Tiere im Ortsteil Haus und unterhalb des Sulzberges beobachtet werden. Daraufhin habe man beim Landratsamt eine Verlängerung der Jagdzeit um 16 Tage bewirken können, jedoch ohne den gewünschten Erfolg erzielen zu können.

„Zum Glück haben wir noch keine Wildschweine im Nußdorfer Revier sichten können. Allerdings kommen sie immer näher heran“, stellte Kogler fest. Die Befürchtungen der Landwirte vor dem Schwarzwild seien nicht unbegründet, denn die regelmäßig in Rotten auftretenden Tiere sorgen bei ihren nächtlichen Streifzügen für erhebliche Flurschäden. Eine Grenze sei für sie eventuell die Autobahn, die sie nicht allzu leicht überschreiten können, so Kogler. „In gut zwei Jahren läuft der zwölfjährige Jagdpachtvertrag aus“, schaut Kogler bereit in die Zukunft. „Seit über 50 Jahren werden die Nußdorfer Reviere an einheimische Jäger verpachtet. Diese Tradition hat für uns den Vorteil, dass man sich nicht nur gut kennt, sondern dass man Probleme recht schnell besprechen und lösen kann“, sagt der Jagdvorsteher. So hoffe er, dass auch in Zukunft wieder einheimische Jäger die Pacht übernehmen werden.

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