Am 19. Dezember um 18 Uhr

Funken der Hoffnung: Landwirte aus Chiemgau organisieren weihnachtlichen Traktor-Konvoi

Funkelnde Schlepper: Ein weihnachtlicher Konvoi aus Traktoren fährt durch den Chiemgau.
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Funkelnde Schlepper: Ein weihnachtlicher Konvoi aus Traktoren fährt durch den Chiemgau.
  • Tina Blum
    vonTina Blum
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Wenn sich Menschen am Glanz der Lichter erfreuen und Kinderaugen zu glänzen beginnen, dann wird der Zauber der Weihnachtszeit spürbar. Ein wenig von diesem Zauber wollen Landwirte in Eggstätt, Bad Endorf, Rimsting, Breitenbrunn, Prien und Gstadt nun versprühen.

Chiemgau – Heuer, wo Begriffe wie „Kontaktbeschränkung“ und „Infektionsschutzmaßnahmen“ die Adventszeit überschatten, Christkindlmärkte, Sternsingen abgesagt und Gottesdienste nur eingeschränkt möglich sind, kann Zusammenhalt Trost spenden.

Weihnachtszauber auf großen Rädern

Deswegen haben sich rund 30 Landwirte aus dem Chiemgau zusammengetan und einen weihnachtlichen Traktor-Konvoi durch die Gemeinden Eggstätt, Bad Endorf, Rimsting, Breitenbrunn, Prien und Gstadt geplant. Am Samstag, 19. Dezember, geht es um 18 Uhr am Kreisverkehr in Natzing (Gemeinde Eggstätt) los.

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„Wir wollen, dass die Corona-Zeit nicht nur mit Negativem verbunden wird“, sagt Hans Plank aus Eggstätt. Der 34-Jährige ist Landwirt mit Leib und Seele. Deswegen war er sofort dabei, als sich die örtliche Gruppe von „Land schafft Verbindung“ (LSV) über Whatsapp über die Idee austauschten.

Vorurteile über Landwirte aus dem Weg räumen

Die landesweite Verbindung hatte sich im September 2019 gegründet, berichtet Josef Hofmeyer, Landwirt aus Rimsting. Er koordiniert die teilnehmenden Bauern im Landkreis. Aufgrund des wachsenden Drucks von Politik und Lebensmittelindustrie protestierten die Landwirte 2019 gegen steigende Auflagen. Ihr Motto: Miteinander reden, statt gegeneinander. „Das Ziel ist es, die Verbraucher und Landwirte einander näher zu bringen und mehr Verständnis zu schaffen“, erklärt er. Die Bauern erlebten häufig, dass ein großer Teil der Bevölkerung keinen Bezug mehr zur Landwirtschaft und daher ein falsches Bild hätte.

Den Menschen eine Freunde machen

Mit dem Weihnachts-Konvoi wollen die Landwirte nicht protestieren. „Es steht keine politische Absicht dahinter“, so Hofmeyer. Stattdessen wollten sie den Menschen in dieser schwierigen Zeit eine Freude machen, Zusammenhalt zeigen und sich bedanken. Denn in diesem Jahr sei es spürbar gewesen, dass die Leute regionaler eingekauft haben: „Es hat ein Umdenken gegeben“, sagt Hans Plank.

Auch die Corona-Auflagen werden eingehalten: „ In Abstimmung mit Ordnungsamt, Landratsamt, Polizei und den Bürgermeistern dürfen wir durchziehen“, freut Plank. Jeder sitze allein in der Kabine, dadurch ergebe sich keine erhöhte Infektionsgefahr.

Spende für kranke Kinder

Anschließend wollen die Landwirte ihre Aktion mit einer Spendenübergabe an die Kinderkrebsklinik der Björn Schulz Stiftung in Mitterndorf beenden, und einen, „Funken der Hoffnung“ bringen, so Plank,

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