AUSSICHTSTURM IN EICHEN AM SIMSSEE NIMMT GESTALT AN

Freier Blick auf Simssee und die Vögel

Am gestrigen Montag wurden die Holzteile für den Turm angeliefert. Für den kompletten Aufbau wird etwa eine Woche benötigt, hieß es gestern im Söchtenauer Rathaus. niessen
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Am gestrigen Montag wurden die Holzteile für den Turm angeliefert. Für den kompletten Aufbau wird etwa eine Woche benötigt, hieß es gestern im Söchtenauer Rathaus. niessen

Rund eine Woche wird es dauern, dann steht er, der Aussichtsturm in Eichen am Simssee. Aus luftiger Höhe können dann die Besucher den Blick schweifen lassen über Simssee, die Kiesinsel mit seltenen Vögeln und das Gebirgspanorama im Hintergrund. Und Brotzeit machen geht auch.

Söchtenau/Bad Endorf – „Es wird eine Bereicherung für unsere beiden Gemeinden sein. Es ist ein Gemeinschaftsprojekt“, sagt Söchtenaus Bürgermeister Sebastian Forstner. Und auch die Bad Endorfer Bürgermeisterin Doris Laban hält den Beobachtungsturm für eine „richtig gute Sache“. Sei er doch eine attraktive Ergänzung im Naherholungsgebiet. Ähnliche Töne sind aus dem Landratsamt Rosenheim zu hören. „Auf diese Weise können die Besucherströme gelenkt werden. Das tut der Umwelt und dem Artenschutz gut“, sagt Ina Krug, Pressesprecherin im Landratsamt Rosenheim.

Vorausgegangen war ein Wettbewerb unter FH-Studenten. 17 Entwürfe hatten es schließlich im Juni 2016 in die Endrunde geschafft. Der Siegerentwurf stammt von zwei jungen Damen. Doch dieser sei „zu kostenintensiv“ gewesen, „einfach nicht finanzierbar“, hieß es aus dem Söchtenauer Rathaus. Deshalb wurde abgespeckt. „Wir versuchten dennoch, so nah wie möglich am Entwurf zu bleiben“, sagt Anton Wenisch, Bautechniker bei der Gemeinde Söchtenau. Schließlich wurde der Entwurf umgearbeitet und mit 60 000 Euro Gesamtkosten eine Punktlandung vollbracht.

Auf einer sechseckigen Bodenplatte, die bereits im Herbst des vergangenen Jahres gegossen wurde, wird nun in den nächsten Tagen die bereits gestern angelieferte Holzkonstruktion errichtet. Rund 30 Quadratmeter umfasst das betonierte Sechseck, die beiden Aussichtsplattformen des Turms werden je 20 Quadratmeter haben. Ein rundumlaufendes Geländer wird die Besucher schützen.

Der Vogelbeobachtungsturm, der nahe an der Straße in Eichen stehen wird, bekommt eine kiesige Auffahrt, die erste Besucherplattform wird rund 1,50 Meter über Gelände sein. Eine hölzerne Rampe mit Geländer führt dorthin. „Da die Schräge nur rund zwölf Grad beträgt, werden Rollstuhlfahrer oder Personen mit Kinderwagen diese Steigung ohne Probleme meistern können. Das war uns wichtig“, erklärt Wenisch.

Die zweite Plattform in 4,70 Metern Höhe wird über eine Treppe erreichbar sein und eine „tolle Aussicht“ garantieren, sagt Wenisch. Ein Walmdach aus Kupfer wird den Bau, der eine Gesamthöhe von 7,80 Metern erreichen wird, bedecken.

Damit Einheimische, Ornithologen oder einfach alle Naturliebhaber in der Nähe des Turms parken können, wurde er extra in rund 100 Meter Entfernung zum bereits bestehenden Parkplatz gebaut. „Der Weg vom Parkplatz zum Turm wird noch angelegt und asphaltiert“, verspricht Söchtenaus Bürgermeister Forstner.

Der Turm ist auf dem Grund der Gemeinde Söchtenau errichtet, die auch die Folgekosten tragen wird.

Insgesamt teilen sich die Gesamtkosten die Gemeinden Söchtenau, Bad Endorf und der Landkreis zu je zehn Prozent. Den Löwenanteil von 70 Prozent, exakt 45 906 Euro, trägt die Regierung von Oberbayern.

Am Simssee ist der neue Turm das erste Exemplar, ein weiteres steht am Hofstätter See, einige weitere am Chiemsee.

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