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Flintsbach ist von allen fünf Trassen des Brenner-Nordzulaufs massiv betroffen

Flintsbachs Bürgermeister Stefan Lederwascher (links) diskutiert mit Bahn-Planer Manuel Gotthalmseder über die Verknüpfungsstelle in Kirnstein, die an der engsten Stelle im Inntal entstehen könnte. steffenhagen

Italien ist schon weiter – auch wenn manch ein Oberbayer das anzweifelt. Während dort schon an den Umgehungen von Bozen und Trento gearbeitet wird, wird im Inntal noch mit der Bahn diskutiert.

Flintsbach – „Wir sind die einzige Gemeinde, die von allen fünf Grobtrassen betroffen ist“, sagte Flintsbachs Bürgermeister Stefan Lederwascher. Dabei könnte es die Gemeinde arg treffen, weil auf der Höhe von Kirnstein eine Verknüpfungsstelle geplant ist. Denn hier soll eine Möglichkeit geschaffen werden, damit Züge von der Bestandsstrecke auf die Neubaustrecke oder auch umgekehrt wechseln können.

An der engsten Stelle das Bauwerk?

„Ausgerechnet an der engsten Stelle im Inntal soll so ein Bauwerk entstehen“, beklagt sich einer der Besucher des Infomarktes zum Brenner-Nordzulauf in Flintsbach. „Da bleibt nicht mehr viel Platz. Auf einer Breite von rund 1000 Metern müssen sich der Inn, die A93, zwei Landstraßen, eine Erdöl-Pipeline, eine Gasleitung, eine 110 KV-Stromleitung und gegebenenfalls dann auch noch die Verknüpfungsstelle mit Neubau- und Bestandsstrecke den Raum teilen“, ergänzt der Rathauschef.

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Aber auch weiter nördlich ergeben sich Probleme auf Flintsbacher Gemeindegrund. Eine Variante sieht vor, dass die Bestandsstrecke östlich in Richtung Inn verlagert werden soll. „Folge: Der Bahnhof müsste mitwandern und gegebenenfalls die beiden Bahnhöfe von Flintsbach und Brannenburg zusammengelegt werden“, sagt einer der Anwohner, der sich mit diesem Thema schon intensiver beschäftigt hat.

Ausbau der Bestandsstrecke vom Tisch

Der Ausbau der Bestandsstrecke im großen Stil soll nun nicht mehr erfolgen, erklärte ein Bahnsprecher auf Anfrage eines Anwohners, der bemängelte, dass neben den fünf Grobvarianten die Variante Bestandsstrecke nicht mehr verfolgt wird. Dazu habe die Bahn drei entscheidende Punkte geprüft: den digitalen Ausbau, den Bau eingleisiger Ortsumfahrungen, den durchgängigen dreigleisigen Ausbau der Strecke. Schließlich wären die Experten zu dem Entschluss gekommen, dass diese Variante keine geeignete Lösung sei, weil zu viele Ortschaften tangiert wären.

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21 Orte zwischen Grafing und Kufstein betroffen

Auf der Strecke Grafing-Kufstein liegen immerhin 21 Orte und massive Eingriffe in die Wohnbebauung wären nicht zu vermeiden gewesen, so der Bahnsprecher. Zudem erweise sich der Bahnhof Rosenheim mit seinen 750 Zugbewegungen aus fünf Zuläufen als Nadelöhr. Dieser müsste bei vollem Betrieb umgebaut werden und das würde den Bahnverkehr für längere Zeit beeinträchtigen. Außerdem könne man auf dieser Strecke nicht einmal schneller fahren als heute.

Eine Dame aus Flintsbach, die seit viele Jahren unmittelbar neben der Bahnstrecke lebt, begrüßte diese Entscheidung und stellte fest: „Die Lärmbelastung hier ist so groß, dass wir bei den hohen Temperaturen selbst nachts kein Fenster öffnen können, weil wir sonst kein Auge zu bekommen.“

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„Die italienischen Kollegen sind weiter als wir.“

Wie es auf der anderen Seite des Brenners aussieht, beschäftigte auch den ein oder anderen Inntaler Bürger. „In Italien kommt der Bau des Brennerzulaufs auch nicht weiter – falls das dort überhaupt was wird“, munkelte ein Flintsbacher Bürger und sprach einen Punkt an, der offenbar viele Gemüter erregt: „Warum sollen wir hier den Nordzulauf bauen, wenn es in Italien dann nicht mehr weitergeht?“ Dazu der Bahnsprecher: „Mit der Umsetzung des Abschnitts Franzenfest-Weitbruch auf italienischer Seite wird in Kürze begonnen. Die Baugenehmigung liegt vor und die Finanzierung ist gesichert. Außerdem wird an den Umfahrungen Bozen und Trento sowie an der Einfahrt zum Bahnhof Verona gearbeitet.“ Zusammenfassend stellte der Sprecher schließlich fest: „Die italienischen Kollegen sind weiter als wir.“

Die Planungsunterlagen finden Sie auf der Seite von DB und ÖBB:

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