Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Gemeinderat Söchtenau ebnet den Weg

Fischerstüberl Krottenmühl: Der Weg für den Neubau ist frei

Eine alte Ansichtskarte zeigt den Betrieb beim Fischerstüberl, so wie er vor Jahrzehnten aussah. Nun soll dort ein Café mit Seminarhaus entstehen. Der Bebauungsplan ist beschlossen. Hampel
+
Eine alte Ansichtskarte zeigt den Betrieb beim Fischerstüberl, so wie er vor Jahrzehnten aussah. Nun soll dort ein Café mit Seminarhaus entstehen. Der Bebauungsplan ist beschlossen.
  • Sylvia Hampel
    VonSylvia Hampel
    schließen

Die Arbeiten können beginnen, der Bebauungsplan für das Areal des ehemaligen Fischerstüberls ist durch. Der Gemeinderat Söchtenau erließ jetzt die Satzung. Einwände der Nachbarn wurden nicht laut.

Söchtenau – Für das Gelände des Fischerstüberl gab es schon seit Jahrzehnten einen eigenen Bebauungsplan. Altbürgermeister Baumann und der Gemeinderat hatten so sicherstellen wollen, dass auch nach einem Verkauf des Grundstücks durch die Bahn dort eine Gastronomie erhalten bleibt, Zugang zum See möglich ist.

2007 schloss das Fischerstüberl

2007 verkaufte die Bahn das Grundstück meistbietend, das Fischerstüberl schloss und wurde nie wieder eröffnet. 2018 kauften Julia und Adriana Thimm das Grundstück. Sie wollen dort auf 350 Quadratmetern Grundfläche ein barrierefreies Café mit Seeterrasse, Seminarräume und eine Wohnung bauen.

Vorhaben war gut vorbesprochen

Über dieses Vorhaben ist laut Anton Wenisch vom Gemeindebauamt im Vorfeld „erfreulich gründlich“ gesprochen worden, einen städtebaulichen Vertrag zwischen der Gemeinde und Thimms gibt es auch.

Wenig Rückmeldungen bei der Auslegung

Bis Ende April lag der geänderte Bebauungsplan aus, Behörden, Institutionen und Bürger hatten Gelegenheit, Einwände, Bedenken, Kritik zu äußern. 13 Träger öffentlicher Belange meldeten sich gar nicht zurück oder hatten keine Einwände.

Alle vorliegenden Anmerkungen behandelte jetzt der Gemeinderat.

Regierung will schonende Einbindung in Umgebung

Die Regierung von Oberbayern verwies darauf, dass das Areal im Landschaftsschutzgebiet Simssee und im landschaftlichen Vorbehaltsgebiet „Simssee und Umgebung“ liegt. Dementsprechend sei auf eine angepasste Baugestaltung und eine schonende Einbindung in die Umgebung zu achten. Ansonsten stehe der Planung nichts entgegen.

Lesen Sie auch: Gemeinderat Söchtenau ringt mit Bauwünschen im Landschaftsschutzgebiet (Plus-Artikel)

Da die entsprechenden Fachstellen des Landratsamtes am Verfahren beteiligt waren, deren Stellungnahmen in der Planung bereits berücksichtigt werden, wurde dieser Hinweis lediglich zur Kenntnis genommen.

Untere Naturschutzbehörde ist einverstanden

Die Untere Naturschutzbehörde (UNB) am Landratsamt ist mit dem Vorhaben grundsätzlich einverstanden. Sie hatte vor der Rodung der Bäume im Februar eine Prüfung auf Fledermausvorkommen gefordert. Die fand statt, es gab keine Hinweise auf Fledermäuse, die Dokumentation liegt bei der UNB. Der Freiflächenplan wird von Planer Harald Niederlöhner aus Wasserburg wunschgemäß mit der UNB abgestimmt. Wenisch hat in der Hinsicht keine Bedenken: „Die bepflanzte Fläche ist hinterher größer und hochwertiger als bisher.“

Landwirtschaft muss geduldet werden

Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten weist auf die landwirtschaftlich genutzten Flächen jenseits der Bahnlinie München-Salzburg hin: Deren Emissionen seien zu dulden. Den Hinweis nahm der Gemeinderat in den Bebauungsplan auf, mit dem Zusatz, dass das auch für etwaige andere Grundstücksnutzer (beispielsweise Mieter, Anm.d.Red.) gilt.

Bahnanlagen dürfen nicht gestört werden

Die Deutsche Bahn wies darauf hin, dass ihre Anlagen auch während der Bauphase in ihrer Nutzung nicht tangiert werden dürfen, Leitungen, die die Bahneinrichtungen kreuzen sollen, müssen bei der Bahn beantragt werden. Diese Hinweise, so der Gemeinderat, werden an die Bauherrinnen weitergegeben.

Nachbarin besorgt wegen Hangrutschgefahr

Im Vorfeld hatten sich einige Nachbarn über die gefällten Bäume und über die Größe des Vorhabens beschwert. Bei der Auslegung der Planunterlagen meldete sich nur eine Nachbarin. Mit Bedenken wegen der Rutschgefahr an dem steilen Hang mit Lehmboden. Sie bat um Einsicht in das Baugrundgutachten und in das Sicherungskonzept für die Baugrube.

Gefahr des Hangrutsches bekannt

Ein Baugrundgutachten haben Thimms bereits erarbeiten lassen, ebenso hat ein Architekturbüro eine Fotodokumentation der Nachbargebäude zur Beweissicherung erstellt. Dieses wird als Anlage dem Bebauungsplan beigelegt. Die technische Sicherung von Baustellen oder Baugruben ist nicht Bestandteil des Bebauungsplanes. Die Gemeinde werde den Bauwerberinnen aber empfehlen, diese mit den Nachbar abzustimmen.

Der Gemeinderat verabschiedete den Bebauungsplan einstimmig. Bürgermeister Bernhard Summerer (WSK) ist zufrieden: „Ich habe bei dem Vorhaben ein gutes Gefühl.“

Mehr zum Thema

Kommentare