30 Firmen kontaktiert und wenig Angebote erhalten

So sieht die neue Kläranlageim Modell aus. Aufgrund der derzeitigen Überlastung in der Baubranche gehen nur wenige Angebote ein. re

Oberaudorf – Als unbefriedigend wertete der Leiter der Gemeindewerke Oberaudorf, Michael Schmid, in der Sitzung des Gemeinderats die Angebotssituation in Sachen neue Kläranlage.

Für die Gewerke Sanitär, Heizung, Kälte und Fernwärme seien teilweise trotz mehrfacher Ausschreibungen keine Angebote eingegangen oder die Ausschreibungen wegen überhöhter Preise aufgehoben worden.

Kosten werdenfortgeschrieben

Die Kostenfortschreibung mit den derzeit bekannten Preisen (jetzt sind 95 Prozent des Auftragsvolumens vergeben) ergibt für die neue Kläranlage eine Gesamtsumme von derzeit 12 050 959 Euro brutto.

In Abstimmung mit dem Gemeinderat waren alle offenen Gewerke nochmals mit Submissionsdatum Ende Januar 2020 neu ausgeschrieben worden. Wie Schmid ausführte, habe man erneut knapp 30 Firmen telefonisch kontaktiert und um Angebotsabgaben gebeten.

Der Werkleiter in seinem Sachstandsbericht: „Davon hatte über die Hälfte ihr Interesse, auch für mehrere Sparten bekundet. Tatsächlich waren jedoch teilweise erneut keine Angebote eingegangen.“

Auf erneute Nachfrage bei ausgewählten Firmen wurden dann einige Angebote nachgereicht. Mit allen Firmen seien Nachverhandlungen geführt worden. Schmid: „Teilweise konnten gegenüber den ursprünglichen Preisen nochmals Nachlässe ausgehandelt werden.“

Dennoch lägen die Preise, wie bereits in der Sitzung des Gemeinderats im November 2019 angekündigt, teilweise deutlich über den Kostenschätzungen von Juli 2018.

So wurden für das Gewerk Heizung zwei Angebote abgegeben, die nach Schmids Angaben nachverhandelt wurden. Der günstigste Bieter liegt bei 221 854 Euro, die Überschreitung der Kosten bei 50 Prozent.

„Können nichtin Glaskugel sehen“

Vier Angebote liegen für das Gewerk Sanitär vor. Das günstigste Angebot liegt bei 69 384 Euro. Um zehn Prozent wird die Kostenschätzung beim Gewerk Fernwärme überschritten.

Der günstigste Bieter –- nach Nachverhandlung – gab ein Angebot in Höhe von 19 846 Euro ab. Schon vor zwei Jahren wies Architekt Helmut Aigner vom Planungsbüro Dünser, Aigner und Kollegen aus München auf die Baupreisindexsteigerung, die gute konjunkturellen Wirtschaftslage sowie die starke Auslastung der Firmen hin. Wie sich die Preise in Zukunft entwickelten, sei nicht abzusehen, sagte er damals.

Der Markt sei schlichtweg nicht kalkulierbar, vorgelegte Zahlen – reine Schätzungen. Aigners Einschätzung vor zwei Jahren: „Wir können nicht in die Glaskugel schauen.“ ge

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