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Verband gegründet

Förderung von FFP2-Produktion: Maskenhersteller fühlen sich von Politik im Stich gelassen

Klaus Unterseer, FFP2-Maskenhersteller aus Riedering, gehört zu den ersten Mitgliedern des Maskenverbands Deutschland.
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Klaus Unterseer, FFP2-Maskenhersteller aus Riedering, gehört zu den ersten Mitgliedern des Maskenverbands Deutschland.
  • Sylvia Hampel
    VonSylvia Hampel
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Schutzmasken knapp, Schutzkleidung auch – auf den Hilferuf der Politik vor einem Jahr reagierten etliche Unternehmen und stiegen um auf FFP2-Masken-Produktion. Anfang 2021 ließ die Politik die zuvor geförderten Maskenhersteller fallen. Die kämpfen jetzt im Maskenverband Deutschland gemeinsam ums Überleben.

Riedering/Landshut – Der Bund förderte den Ein- oder Umstieg und ab Herbst lieferten die deutschen Hersteller von FFP 2-Masken. „Das hat gezeigt, dass man in Deutschland schnell was auf die Beine stellen kann und dabei einen hohen Qualitätsanspruch erfüllen“, sind sich Klaus Unterseer, Maskenproduzent aus Riedering, und Jürgen Schindlbeck, Maskenproduzent aus Landshut, einig.

Übeflutung mit chinesischen Masken ab Frühjahr

Die erste Not war behoben, da fluteten ab Anfang des Jahres chinesische Masken Supermärkte und Apotheken. Der Freistaat Bayern füllte seine Lagerbestände für den Katastrophenfall mit Masken aus China. An der Ausschreibung konnten Unterseer, Schindlbeck und andere Kollegen aus Bayern noch nicht einmal teilnehmen. Auch Nordrhein-Westfalen kaufte im großen Stil Masken aus Fernost – mit ungültigen CE-Zeichen und unzureichender Schutzwirkung. Nachzulesen auf ww.produktwarnung.eu. Dort findet sich auch ein Rückruf des Freistaates Bayern: Er hatte unzureichende Masken an Bedürftige verteilt.

Die Masken von Unterseer, Schindlbeck und anderen, produziert mit Rohstoffen aus Deutschland, oft auf deutschen Maschinen und mit den höchsten Qualitätsansprüchen, blieben liegen. Weil sie in der Produktion 25 bis 50 Cent mehr kosteten, als die Konkurrenz aus Fernost.

Unterseer hat in seinem Lager mehr als eine Million Masken liegen, in Schindlbecks Firma ging die Zahl der Mitarbeiter von 200 auf 110 zurück, „einige Kollegen haben schon aufgegeben“, weiß Unterseer.

Maskenverband mit immer neuen Mitgliedern

Andere schlossen sich zum Maskenverband Deutschland zusammen. Initiator und Gründungsvorsitzender: Orhan Söhmelioglu aus Landshut. Der Maskenverband hat zur Zeit rund 40 Mitglieder, Tendenz steigend. Unterseer ist Mitglied der ersten Stunde, Schindlbeck Schriftführer und Sprecher des Verbandes. „Gemeinsam ist man stärker“, sagen beide.

Qualität nicht nur fordern, auch kaufen

Ziel des Maskenverbandes Deutschland ist unter anderem, klar zu machen, dass gute Qualität zu fairen Preisen in Deutschland hergestellt wird. Produkte, die jeder Qualitätskontrolle standhalten, die zum Teil doppelt und dreifach zertifiziert sind. Dass diese geforderte Qualität dann aber auch gekauft werden muss.

Bei Politikern macht sich Wahlkampf bemerkbar

Das versuche man auch den Bundes- und Landtagsabgeordneten klar zu machen, so Schindlbeck. Die allerdings sind nach dem einen oder anderen Maskenskandal ohnehin vorsichtig, „und jetzt macht sich auch der Wahlkampf bemerkbar“, sagt Schindlbeck.

Masken sind da kein gutes Thema, zu viele Menschen sind des Maskentragens überdrüssig. Schreiben an die Bundesministerien für Gesundheit und für Finanzen seien auch unterwegs.

Genug Kapazitäten im Land

Die deutschen Maskenhersteller haben die Produktionskapazitäten, nicht nur Deutschland im Notfall dauerhaft mit Masken zu versorgen. Noch. Denn wenn alle Appelle des Maskenverbandes an Politiker, Institutionen und Käufer nichts fruchten, werden zunehmend Betriebe aufgeben.

Dann verlieren die hochwertigen heimischen Masken den Kampf gegen Billigprodukte aus Fernost. Dann geht es nicht nur um die eigene Gesundheit, dann geht es auch um Arbeitsplätze. In Riedering, Landshut, München, Augsburg, Passau und anderswo.

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