RAT NUSSDORF DISKUTIERTE ANSCHLAG

Fazit: Runden Tisch bilden

Die Übergriffe auf die Asylunterkunft in Nußdorf sind von zwei jungen Nußdorfern begangen worden. Welche Konsequenzen daraus zu ziehen seien, darüber wurde in der jüngsten Ratssitzung in Nußdorf diskutiert. Ergebnis: Ein „Runder Tisch“!

Nußdorf – „Leider ist es nun Gewissheit geworden, dass die Übergriffe auf unsere Asylunterkunft von zwei jungen Nußdorfer Männern begangen wurden“, sagte Nußdorfs Bürgermeister Sepp Oberauer, der mit diesem Satz ein sehr unerfreuliches Thema in der letzten Ratssitzung ansprach.

Insgesamt seien laut Polizei vier Straftaten in Nußdorf begangen worden: Hakenkreuzschmierereien, Sachbeschädigungen, ein Brandanschlag und das Zünden von Feuerwerkskörpern zur Einschüchterung der Asylbewerber. Oberauer erklärte, dass die Polizei mit der Herausgabe von Informationen sehr restriktiv umgehe und ihm somit keine weiteren Informationen vorliegen würden. Es sei aber klar geworden, dass es keine Vernetzung zu rechten Gruppierungen im Hintergrund gegeben habe, sondern dass es sich offensichtlich um zwei Einzeltäter handele.

Für ihn sei bedrückend, dass es junge Nußdorfer waren, die eigentlich über Vereine in die Dorfgemeinschaft integriert sind. „Bedrückend auch deswegen, weil es gegen Menschen ging, die unsere Hilfe dringend benötigen“, so der Rathauschef.

Außerordentliches Rederecht erhielt Renate Pröbstl in der Sitzung. Sie ist Asylbeauftragte der Gemeinde und sprach für den Asylhelferkreis. Sie erklärte, dass sie nicht über die Asylanten referieren wolle, sondern sie wolle vielmehr die Frage stellen: „Was kann oder was muss in der Gemeinde über das bereits Bestehende hi naus getan werden, um die Wogen wieder zu glätten?“

Sie stellte zunächst fest, dass es bei allem Wohlwollen gegenüber den Asylbewerbern in Nußdorf Bürger geben würde, die mit der Aufnahme der Flüchtlinge nicht einverstanden seien. Diese hätten Angst vor der Zukunft.

So erinnerte Pröbstl daran, dass Nußdorf eine ähnliche Entwicklung bereits nach dem Zweiten Weltkrieg erlebt habe, als Tausende von Flüchtlingen in die Region gekommen seien. „Wir müssen uns mit diesem Thema friedlich auseinandersetzen“, forderte sie. In der Auseinandersetzung mit dem Fremden würde sie etwas Positives sehen. Auseinandersetzung bedeute für sie immer auch Entwicklung.

Sie schlug schließlich dem Gemeinderat vor, ein Gremium in der Gemeinde zu bilden, das sich mit dem Thema „Asylbewerber“ auseinandersetzen solle.

Nach kurzer Diskussion im Gemeinderat wurde festgehalten, dass es in Kürze einen runden Tisch aus Vertretern des Gemeinderates und anderer dörflicher Gruppierungen geben soll, der sich des Themas annehmen soll.

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