Fassade von Sturmwind beschädigt

Ein Sturm beschädigte den Putz des denkmalgeschützten Gebäudes.
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Ein Sturm beschädigte den Putz des denkmalgeschützten Gebäudes.

Neubeuern – Erstmals ist das dreigeschossige Wohnhaus mit Flachsatteldach im Jahr 1577 erwähnt und Hans Hupfauf als Eigentümer im Mautbuch verzeichnet.

Damit ist das ehemalige Schiffsmeisterhaus wahrscheinlich das zweitälteste Gebäude am Marktplatz. Nun wollen die Eigentümer die Fassade, die in einem schlechten Zustand ist, sanieren. Doch zuvor muss ein Sanierungskonzept erarbeitet werden.

1988 wurde bei Renovierungsarbeiten an der Fassade unterhalb der aufgetragenen Farbschichten eine historische Malerei zwischen den Etagen entdeckt. Hierbei handelt es sich um einen Schiffszug, der wohl auf das alte Schiffsmeisteranwesen zurückzuführen ist.

„Die Vermutung lag nahe, dass unter der Oberfläche noch weitere Malereien vorhanden sind. Um diese zu schützen und eine ansehnliche Oberfläche für die Renovierung zu erreichen, wurde vom Denkmalschutzamt eine Überputzung mit einer Gewebearmierung veranlasst“, weiß Michael Pertl, Malermeister in Neubeuern.

Damals setzte sich der Wohnungseigentümer Rudi Lax dafür ein, dass das freigelegte Fresko aus dem 18. Jahrhundert für die Nachwelt erhalten bleibt. Die Eigentümer, Familien Rudi Lax, Göbel und Bartl (Bartholomäus Mayer), verzichteten auf den Zuschuss der Denkmalschutzbehörde und teilten sich die Kosten.

Putz droht,abzufallen

Nach einigen Jahren löste sich auf der linken Seite des ersten Obergeschosses stellenweise die Armierung vom Untergrund. Um ein Abfallen der oberen Putzschicht zu verhindern, wurde diese provisorisch von den Eigentümern mit Holzlatten stabilisiert.

Am 20. Dezember 2019 wütete ein Sturm durch die Marktgemeinde und riss die teilweise losen Putzflächen ab. Jetzt soll die Fassade saniert werden. „Bevor nun die Instandhaltungsarbeiten beginnen können, müssen alte Dokumentationen eingesehen und ein Sanierungskonzept vom Denkmalschutzamt in Kooperation mit dem Farbenhersteller erarbeitet werden“, berichtet der Sachverständige Pertl. Er weist auf die kulturhistorische Bedeutung des Hauses hin: „Die im Rotton gehaltenen Fenstereinfassungen lassen sich aufgrund der eigenwilligen Elemente auf deren Entstehung in der Renaissance zurückführen.“ rep

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