„Es werden viele Dinge anders laufen, als wir das gewohnt sind“

Das komplette Kollegium – auch die Lehrkräfte, die selbst zu einer Risikogruppe gehören – war am ersten Schultag wieder in der Schule. Dennoch findet man sogar während der Pause nur wenige Lehrer im Lehrerzimmer, da jede Klasse eine eigene Pausenaufsicht haben muss.
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Das komplette Kollegium – auch die Lehrkräfte, die selbst zu einer Risikogruppe gehören – war am ersten Schultag wieder in der Schule. Dennoch findet man sogar während der Pause nur wenige Lehrer im Lehrerzimmer, da jede Klasse eine eigene Pausenaufsicht haben muss.

Kein Kaffee für die Fünftklässer-Eltern, damit gehen sie schon los, die Veränderungen am Gymnasium Raubling. Für rund 1100 Schüler, Lehrer und Verwaltungsmitarbeiter musste Schulleiter Dr.Armin Stadler ein Hygienekonzept entwickeln. Und für einen möglichen zweiten Lockdown vorausdenken.

Von Karin Sönmez

Raubling – „Wir sind voller Optimismus, aber es werden viele Dinge anders laufen, als wir das gewohnt sind.“ So beurteilt Schuldirektor Dr. Armin Stadler vom Gymnasium in Raubling die aktuelle Situation. Viele Unternehmungen und Schulfahrten können nicht oder nur eingeschränkt stattfinden.

Schüler lernen neue Regeln

Viele Bereiche sind beim aktuellen Hygienekonzept der Schule abzudecken. Natürlich werden die Schüler und Schülerinnen gleich zu Beginn intensiv mit den neuen Gesundheitsvorschriften vertraut gemacht. Aber auch organisatorisch ist Vieles zu bedenken.Zum Beispiel wird gerade ein umfangreiches Hygienekonzept erstellt, auf dessen Basis die Mensa wieder öffnen kann. Das ist wichtig, da es ja auch wieder Nachmittagsunterricht geben wird.

Nachmittagsunterricht soll Lücken schließen

Dieses Jahr wird es sogar vermehrt Unterrichtsstunden am Nachmittag geben, da ein breit angelegter Förderunterricht angeboten wird, der zum Teil auch verpflichtend ist, erläutert Dr. Stadler. Mit diesen zusätzlichen Lerneinheiten sollen speziell die Schüler, die durch die Situation im letzten Schuljahr abgehängt wurden, wieder auf den aktuellen Stand des Lehrplanes gebracht werden.

Leihcomputer angeschafft

Besonders erfreut zeigt sich der Schuldirektor über die großzügige Unterstützung des Landratsamtes bei den gestiegenen technischen Anforderungen. „Die Schulschließung im letzten Halbjahr hat uns eindringlich gezeigt, dass unsere vielfältigen Bemühungen im Bereich der Digitalisierung nicht nur zeitgemäß waren, sondern auch rechtzeitig und vorausschauend in die Wege geleitet wurden.“ Auch weitere Leihgeräte konnten angeschafft werden um für den Fall des Falles gerüstet zu sein.

Mehr Leitungen, mehr paralleler Unterricht

Auch der hauseigene Server wurde aufgerüstet. Mit mehr Leitungskapazität wird auch mehr paralleler Unterricht stattfinden können. „Aber Distanzunterricht kann niemals Präsenzunterricht ersetzen, deshalb setzen wir alles daran, dass es nicht mehr so weit kommt“, so Stadler. Wann und wie der Stufenplan greift, der vom Ministerium ausgearbeitet wurde, wenn ein Covid 19-Fall auftreten sollte, liegt nicht in der Hand der Schule. Das ist Sache des Gesundheitsamtes.

nur eine Beschwerde wegen Maskenpflicht

Und was ist mit den Bedenken der Elternverbände bezüglich Maskenpflicht im Unterricht? Natürlich kann der Schulleiter das verstehen. Auch er ist der Meinung, dass das eine große Belastung sein wird – im Übrigen nicht nur für die Schüler, sondern auch für die Lehrer. Diese dürfen die Masken zwar abnehmen, solange sie am Pult sitzen, aber sobald sie aufstehen, müssen auch sie einen Mund-Nase-Schutz aufsetzen. „Aber was hilft es denn?“, stellt Stadler klar. „Jetzt steht zunächst im Vordergrund, dass uns kein Reiserückkehrer einen Strich durch die Rechnung macht und dass die Schulen geöffnet bleiben. Das sieht auch unsere Elternschaft so. Bisher gab es nur eine einzige Beschwerde.“ Der Schulleiter bleibt zuversichtlich: „Es wird alles funktionieren.“

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