Erfolgreicher Protest der Dorfbewohner: Künftig gilt Tempo 30 in Schaurain

Als Sofortmaßnahme zur Temporeduzierung wurde in Schaurain bei der Bushaltestelle ein sogenannter „elektronischer Zeigefinger“ aufgestellt. Obwohl er bislang erst ab Tempo 50 mahnen darf, bringt er doch einige Autofahrer bereits jetzt dazu, besser auf ihre Geschwindigkeit zu achten.
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Als Sofortmaßnahme zur Temporeduzierung wurde in Schaurain bei der Bushaltestelle ein sogenannter „elektronischer Zeigefinger“ aufgestellt. Obwohl er bislang erst ab Tempo 50 mahnen darf, bringt er doch einige Autofahrer bereits jetzt dazu, besser auf ihre Geschwindigkeit zu achten.

Rund 70 Einwohner hatten genug: Mit einem von allen unterschriebenen Antrag forderten sie den Gemeinderat Rohrdorf auf, die Geschwindigkeit im Ort zu begrenzen – mit Erfolg.

Rohrdorf – Dass die Anliegen der Bürger von Verwaltung und Politik – vor allem auf kommunaler Ebene – tatsächlich ernst genommen und auch umgehend behandelt werden – diese positive Erfahrung konnten die Bürger von Schaurain machen. Sie hatten in der jüngsten Rohrdorfer Gemeinderatssitzung den Antrag gestellt, für ihre Ortsdurchfahrt die Möglichkeit einer Temporeduzierung zu überprüfen: D Jetzt werden Tempo-30-.Schilder aufgestellt.

Mehrere Möglichkeiten

Die Ortsdurchfahrt sei schmal, ohne Gehweg, an den Ortseingängen auch noch unübersichtlich und im Ort gebe es 20 Kinder, die auf dieser Straße zur Bushaltestelle gehen, , so die Antragsteller. Deshalb bestand für die Gemeinderäte von Anfang an Klarheit darüber, dass hier etwas passieren müsse, schließlich war der Antrag von allen rund 70 Einwohnern unterschrieben worden und ein Großteil davon hatte sich auch zur Gemeinderatssitzung eingefunden. Auch für Bürgermeister Simon Hausstetter (Bürgerblock) lag es auf der Hand: Wenn ein solcher Antrag in einem Ortsteil eine dermaßen breite Unterstützung findet, dann ist es keine Frage, dass die Gemeinde hier nach ihren Möglichkeiten aktiv werden muss.

Infrage standen allein genau diese Möglichkeiten. Verschiedene Gemeinderäte, unter anderem Martin Fischbacher vom Bürgerblock plädierten dafür, dass die Gemeinde möglichst sofort Tempo 30 Schilder aufstellen solle. Für andere, wie Markus Unterseher (Freier Wählerblock Höhenmoos-Achenmühle) hingegen war dies „zu forsch“. Auch er meinte zwar, dass man möglichst schnell etwas unternehmen müsse, die Schritte aber rechtlich auf sicherem Grund stehen müssten, weshalb am Anfang notwendigerweise ein Ortstermin mit der Polizei zu stehen habe. Ein Vorgehen, gegen das nicht nur Martin Fischbacher, sondern auch andere Gemeinderäte insofern Bedenken hatten, als sie befürchteten, dass man bei einer ablehnenden Haltung der Polizei schlechter dastünde als vorher.

Auf Kompromiss geeinigt

Der Kompromiss, auf den man sich einigte, war, dass als Sofortmaßnahme schon am nächsten Tag ein sogenannter elektronischer Zeigefinger aufgestellt werden sollte: Dieser dürfe zwar, solange es noch keine beschilderte Beschränkung 30 km/h gäbe, erst ab Tempo 50 aufblinken, brächte aber zumindest für die Autofahrer einen zusätzlichen Hinweis, auf ihre Geschwindigkeit zu achten. Eine Hoffnung, die sich, wie aus Schaurain zu hören ist, in der Folge zumindest zum Teil bewahrheitete: Etliche Autofahrer bremsen tatsächlich ab, sobald sie die elektronische Tafel wahrnehmen. Der Gemeinderatsbeschluss umfasste daneben aber auch noch einen gemeinsamen Ortstermin mit der Polizei, der Ende . Juli stattfand. Wie Bürgermeister Hausstetter berichtet, riet Polizeihauptkommissar Thorsten Weigelt von der zuständigen Polizeiinspektion in Brannenburg dabei von einer Temporeduzierung ab.

Unauffälliger Straßenabschnitt

Aus polizeilicher Sicht sei der Straßenabschnitt unauffällig, der letzte Unfall 20 Jahre her. Die Polizei ging deshalb in ihrer Argumentation von Paragraf 1 der Straßenverkehrsordnung aus, der von jedem Verkehrsteilnehmer ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksichtnahme erfordere, sodass kein anderer gefährdet oder behindert würde.

Für Schaurain bedeute das das Einhalten einer angepassten Geschwindigkeit, die an unübersichtlichen Stellen wie bei den Ortseingängen von Schaurain ganz von selbst eine Te

mporeduzierung beinhalte. Dennoch, so Hausstetter, habe die Polizei eingeräumt, dass die letzte Entscheidung für eine Temporeduzierung bei dieser Gemeindeverbindungsstraße bei der Gemeinde Rohrdorf läge. Die Verwaltung wurde daraufhin umgehend tätig und bestellte die entsprechenden Tempo-30-Schilder. Mit ihrer Lieferung wird in den nächsten Tagen gerechnet, die Aufstellung erfolgt dann sofort.

Weitere bauliche Maßnahmen?

Fürs weitere Vorgehen will man das zukünftige Fahrverhalten abwarten, gegebenenfalls könnte man die Schilder auch in Zukunft sporadisch durch den elektronischen Zeigefinger ergänzen,. Falls auch das auf Dauer keine Abhilfe bringt, müsste man, so die Ansicht des Gemeinderates, eventuell tatsächlich über eine erzwungene Temporeduzierung durch bauliche Maßnahmen an den Ortseingängen nachdenken. Für’s Erste aber ist man optimistisch, dass die offizielle Temporeduzierung zielführend ist und hofft auf Mündigkeit der Autofahrer.

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Schon wegen der unübersichtlichen Ortseingänge möchten die Schaurainer, dass der Autoverkehr in ihrem Ort verlangsamt wird. In den nächsten Tagen werden deshalb Schilder aufgestellt werden, die das Durchfahrtstempo auf 30 Kilometer reduzieren.

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