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Schule in der Pandemie

Schulleiter aus Rohrdorf und Stephanskirchen über Herausforderungen des digitalen Unterrichts

Gerade für die Kleinen war im vergangenen Schuljahr mehrmals Schulanfang – im Grunde nach jeder Unterbrechung wieder. Trotzdem haben sich nach Meinung der Lehrer die meisten damit überraschend gut arrangiert.
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Gerade für die Kleinen war im vergangenen Schuljahr mehrmals Schulanfang – im Grunde nach jeder Unterbrechung wieder. Trotzdem haben sich nach Meinung der Lehrer die meisten damit überraschend gut arrangiert.
  • VonJohannes Thomae
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„Das vergangene Jahr war mehr als fordernd, hat allerdings die Entwicklung wie im Zeitraffer vorangetrieben“. Diese Einschätzung auf ein Jahr „Corona-Unterricht“ teilen Florian Burggraf, Rektor der Otfried-Preußler-Schule Stephanskirchen, und Wolfram Inngauer, Geschäftsführer der Montessori Schule Rohrdorf.

Stephanskirchen/Rohrdorf – Entwicklung ist laut der Schulleiter der Aufbau eines digital unterstützten Unterrichtes, der nach Ansicht vieler die Schule der Zukunft bestimmen wird. Hier ist das, was vor dem März 2020 noch Zukunftsmusik war, in einem Jahr zu einer Art Normalität geworden.

Schwachstellen der Digitalisierung

Eine Normalität, die natürlich auch Schwachstellen der Digitalisierung zeigt. Florian Burggraf wie Wolfram Inngauer räumen ein, dass die Kluft zwischen den aktiven Schülern, die auch im Unterricht von sich aus nachfragen würden, und jenen, die zurückhaltend seien und eher geneigt, über ihrem Nichtmitkommen zu resignieren, im Distanzunterricht größer geworden sein könnte. Man versuche zwar, das Zurückbleiben zu erkennen, bemühe sich auch individuell um jedes Kind, aber die Eingriffsmöglichkeiten seien gegenüber dem normalen Schulalltag mit täglichem Kontakt doch reduziert.

Besserer Austausch zwischen Eltern und Lehrern

Viel hängt hier von der Unterstützung der Eltern ab, und auch dabei zeigt sich wieder die Ambivalenz der Entwicklung: So seien die Eltern, ihr Teil der Betreuung und ihre Rückmeldungen an die Schule, so sagt Florian Burggraf, viel wichtiger geworden.

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„Auf der anderen Seite wurden hier die Kontaktkanäle stark ausgebaut“. Oft sei es manchen Eltern berufsbedingt nicht möglich, zu einem Gespräch über etwaige Probleme ihrer Kinder in die Schule zu kommen, erläutert der Rektor. „Das ist jetzt, mit dem Ausbau digitaler Kommunikationswege kein echtes Problem mehr. Im Grunde ist der Austausch zwischen Lehrern und Eltern deutlich intensiver geworden“. Und Wolfram Inngauer berichtet, dass sich in der Montessori-Schule sowieso alle auf einer Ebene der Kommunikationsplattform bewegten. „Ich bin für alle, Eltern wie Schüler, ohne irgendwelche Hürden erreichbar – und es funktioniert“.

Kinder anpassungsfähiger als Erwachsene

Ein Punkt, der viele Eltern bewegt, ist die Frage, ob den Kindern ohne den täglichen unmittelbaren Kontakt zu ihren Altersgenossen nicht ein wichtiger Teil ihrer Persönlichkeitsbildung fehlt. Hier sind Florian Burggraf und Wolfram Inngauer vergleichsweise gelassen. „Ich glaube, dass die Kinder hier wesentlich anpassungsfähiger sind als wir Erwachsenen“, sagt Burggraf, „Kinder leben sich schnell in die jeweils aktuelle Realität ein, sie holen Versäumtes auch schnell wieder nach“.

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Ein Beispiel für die Anpassungsfähigkeit hat Inngauer: Gerade die älteren Kinder legten da viel Kreativität an den Tag, erzählt er. „Sie nützen die Möglichkeit der individuellen Chatgruppen, die sie in unserem Kommunikationssystem einrichten können, durchaus nicht nur zum Ratschen, sondern auch, um sich gegenseitig zu helfen. Hier wächst sehr wohl auch das Handeln in Eigenverantwortung“.

Aktueller Lockdown harte Belastung

Dennoch, auch da sind sich der Rektor der staatlichen wie der Geschäftsführer der privaten Schule einig, hat das Corona-Jahr, hat vor allem der zweite Lockdown alle Beteiligten stark belastet. „Die Lehrkräfte haben in dieser Zeit mehr als nur volle Leistung erbracht, sie sind teilweise am Ende ihrer Kraft“, sagen beide übereinstimmend.

Stück Normalität wohl erst ab September

Ein Zustand, den die Eltern, die ebenfalls über Gebühr gefordert waren, nur zu gut kennen. Die Osterferien deshalb für alle eine äußerst wichtige Auszeit. Wie es danach weitergeht, ist derzeit wieder mehr als unsicher, wenn Florian Burggraf auf mittlere Sicht auch optimistisch ist:

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Er hofft zumindest für den Beginn des nächsten Schuljahres dank der dann vorangeschrittenen Impfungen auf einen weitgehend normalen Unterricht. Vielleicht mit Maskenpflicht, eventuell mit größeren Abständen, aber doch mit allen Schülern.

Distanzunterricht nicht die schlechteste Lösung

Bis dahin, so meint er, sei auch Distanzunterricht nicht die schlechteste Lösung: Im vergangenen Jahr habe man an den Schulen gelernt, damit umzugehen. Die technische Ausstattung ist auch an den staatlichen Schulen weitgehend vorhanden, die Programme laufen und Kinder wie Lehrer lernten schnell, damit umzugehen.

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