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Energiesparen in der Krise

Wenn im Inntal nachts die Lichter ausgehen: Burgruine Falkenstein bleibt vorerst im Dunkeln

Die Burgruine Falkenstein bei Flintsbach wird seit einigen Tagen nicht mehr beleuchtet.
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Die Burgruine Falkenstein bei Flintsbach wird seit einigen Tagen nicht mehr beleuchtet.
  • Sylvia Hampel
    VonSylvia Hampel
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Energie sparen, Energie sparen, Energie sparen. Das ist derzeit das Mantra der Politiker landauf und landab. Viele Gemeinden, Landkreise und auch die Kirchen verzichten auf eine nächtliche Beleuchtung etlicher Gebäude.

Inntal - Die Burgruine Falkenstein, einer der markanten Punkte im Inntal, ist seit 1. September nicht mehr beleuchtet. Die Umwelt-, Sozial- und Kulturstiftung des Landkreises, Besitzer des Gebäudes, hat den Stecker gezogen. Das Pikante: Die Beleuchtung war vom Förderverein Burg Falkenstein erst während der Corona-Pandemie installiert worden.

Man beuge sich der Entscheidung der Stiftung heißt es von Seiten des Fördervereins.

„Irgendwann wird ja auch wieder angemacht“

Stefan Lederwascher, der Flintsbacher Bürgermeister, hat in seiner Gemeinde noch keine Aufregung über die abgeschaltete Ruine vernommen, „höchstens Bedauern“: Die Beleuchtung sei doch „so schee“. „Aber die wird ja auch irgendwann wieder angemacht“, ist sich der Bürgermeister sicher.

In Oberaudorf gibt es laut Geschäftsleiter Florian Seebacher keine öffentlichen Gebäude, die nachts beleuchtet werden. Nur die Kirchen in Oberaudorf und Reisach würden bis 22 Uhr angestrahlt. Da sei aber auch schon nachgedacht worden, das abzustellen. Der Pfarrer war an seinem freien Montag nicht zu erreichen, aber einer Oberaudorferin fiel am Sonntag Abend auf, dass das Kloster Reisach im Dunkeln lag.

Neubeuern war schon früher dran

Dunkel ist es auch in Neubeuern. Und das schon länger. Nach der Marktbeleuchtung wurden Kirchen und Schloss abgeschaltet. „Wir sind zwar stolz auf unsere Schule und auf den Bergfried, aber wir können auch mal darauf verzichten“, sagt Jörg Schönfeld. Deswegen habe man sich mit Gemeinde, Gewerbe und Kirche schon vor den Ferien darauf geeinigt, derzeit auf nicht notwendige Beleuchtung zu verzichten.

Stolperfalle bleibt beleuchtet

Notwendig ist in Brannenburg die Beleuchtung der Nachbildung des Dammbaches am Rathaus. Vier LEDs auf jeder Seite sorgen dafür, dass niemand hinfällt. „Wir hatten schon einen Prozess deswegen - und auch da war beleuchtet - das brauchen wir nicht nochmal“, so Bürgermeister Matthias Jokisch. Andere Gebäude würden ohnehin nicht angestrahlt und die Straßenbeleuchtung sei zu zwei Dritteln auf LED umgestellt. Einziger Lichtverzicht in diesem Jahr: Zur Adventszeit wird normalerweise die Ägidiuskirche illuminiert. 2022 nicht.

„Bei uns werden Gebäude nicht aus Statusgründen angeleuchtet“, sagt Ludwig Guggenberger, Geschäftsleiter in Nußdorf. Die Gemeinde habe schon bei den ersten Anzeichen, dass es zu einer Energiekrise kommen könnte, überlegt, wo man notwendige Beleuchtung dimmen könnte. Etwas Licht zur besseren Orientierung, wo im Ort - Zentrum oder nicht - man sich gerade befinde, halte er aber für sinnvoll. Die Kirche sei bisher von der Dämmerung bis 23 Uhr beleuchtet worden, zum einen wegen der Uhr, zum anderen wegen der indirekten Beleuchtung des Friedhofs. Dr. Hans Hausner von der katholischen Gemeinde erklärte, diese habe bei der Gemeinde den Antrag gestellt, die Beleuchtung aus zu machen. Der Antrag läuft noch.

In Kiefersfelden ist das „Innsola“, das Freizeitbad, nachts nur noch sanft beleuchtet. Im Bad wird auch gespart, das Wasser bleibt kühler, eine Sauna und ein Dampfbad sind nicht in Betrieb. Andere beleuchtete öffentliche Gebäude gibt es in Kiefersfelden sonst nicht. Bürgermeister Hajo Gruber hatte in der jüngsten Gemeinderatssitzung gesagt, er halte eine Nachtabschaltung von Gebäudebeleuchtungen für ein deutliches Zeichen.

Gegenwert von drei Waschmaschinen

Was eine Abschaltung tatsächlich bringt, das hängt natürlich immer von Alter, Art und Zahl der Strahler ab. Hans Weiß vom Förderverein hat es für die Burgruine Falkenstein mal durchgerechnet: die beiden Strahler verbrauchen zusammen 399 Watt. Bei vier Stunden Beleuchtung am Tag kommen da im Jahr 584 Kilowattstunden zusammen. Das entspricht etwa drei haushaltsüblichen Waschmaschinen.

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