LESERFORUM

Elektrostrahlung hat unterschiedliche Auswirkungen auf den Menschen

Zu „Angriff auf Demokratie“ (Leserbrief von Brigitte Lichtenau) und „Elektrosensibilität: Angriff auf Gesundheit und Selbstbestimmung oder Einbildung?“ (Leserbrief von Herbert Sax):

Als Elektrosensibler kann ich die Thesen von Leserbriefschreiber Herbert Sax so nicht im Raum stehen lassen. Ich arbeite seit den 1970er-Jahren mit digitalen Medien, war 63 Jahre gesund und habe seit zehn Jahren massive gesundheitliche Probleme, wie Zahnausfall, Geruchsverlust, Grauer Star, Hashimoto, Wortfindungsstörungen, Nervenentzündung, Histaminintoleranz, um nur einige zu nennen, sonst würde es den Leserbrief-Rahmen sprengen. Bei all diesen Symptomen zeigen sich unsere Schulmediziner hilflos, da sie nach dem Motto handeln: „Wo ich nichts sehe, ist nichts.“ und „Was nicht sein darf, kann nicht sein.“ Ich habe den Eindruck, dass Herr Sax noch der Irrlehre von der thermischen Wirkung anhängt. Jeder Mensch und jeder Körper reagiert anders auf elektromagnetische Strahlen. Sogar das Bundesamt für Strahlenschutz hat auf seinen frei zugänglichen Internetseiten einige Erkenntnisse versteckt, welche beispielsweise Ergebnisse aus der Reflex-Studie widerspiegeln, demnach Mobilfunkstrahlung ein gentoxisches Potenzial hat. Diese Studienergebnisse wurden jedoch von Professor Lerchl von der Jacobs-Universität Bremen seit Jahren geleugnet und als Fälschung bezeichnet. Im Dezember 2020 hat das Hanseatische Oberlandesgericht Bremen Lerchl jedoch zur Rücknahme seiner Fälschungsbehauptungen gegenüber der Reflex-Studie verurteilt – mit angedrohtem Ordnungsgeld.

Bernhard Hanekamp

Flintsbach

Der Leserbrief von Herbert Sax erfordert eine Klarstellung. Es ist nicht so, dass jemand, der elektrosensibel ist, sofort psychosomatische Störungen bekommt und dies sofort spürt, wenn er diesen Feldern ausgesetzt ist. Daher sind die angeführten Versuche, dass es zu keinen sofortigen gesundheitlichen Auswirkungen durch Elektrosmog gekommen ist, nicht aussagekräftig für die Gefährlichkeit der Strahlung. Vielmehr wirken sich elektromagnetische Felder in Langzeitbestrahlung auf sensible Personen verheerend aus. Die Auswirkungen sind psychosomatisch bei jedem Menschen sehr unterschiedlich und können diagnostisch nicht ätiologisch eindeutig auf Elektrosmog nachgewiesen werden. Das kann ich bei vielen Personen aus meinem Bekanntenkreis feststellen. Der Arzt Dr. Dieter Bauer hat dies ausdrücklich in seinem Leserbrief nachgewiesen. Daher ist der bevorstehende 5G-Ausbau für die Bevölkerung nicht verantwortbar.

Dr. Hans Schindler

Schechen

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