BAU- UND PLANUNGSAUSSCHUSS

Einmal „Ja“ und einmal „Nein“ zur Nachverdichtung in Stephanskirchen

An der Hoffeldstraße (Bild) kann ein Mehrfamilienhaus entstehen, an der Ahornstraße in der geplanten Form nicht.
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An der Hoffeldstraße (Bild) kann ein Mehrfamilienhaus entstehen, an der Ahornstraße in der geplanten Form nicht.

Nachverdichtung ist nicht gleich Nachverdichtung, waren sich die Gemeinderäte im Bau- und Planungsausschuss einig. Wer ohne Rücksicht auf die Umgebung auf drei Stockwerken bis an die Baugrenzen baut, der muss umplanen.

Stephanskirchen – Es war der letze Bauantrag, der im vergangenen Jahr im Rathaus einging: In der Hoffeldstraße soll ein Mehrfamilienhaus mit fünf Wohnungen, fünf Carports und vier Stellplätzen entstehen.

Passt in die Hoffeldstraße

Aus ortsplanerischer Sicht stehe dem Vorhaben nichts entgegen, so die Bauverwaltung: in der Nachbarschaft gebe es bereits Häuser mit vergleichbarer Höhe, die benötigten Stellplätze seien nachgewiesen und entsprächen der gemeindlichen Satzung, der Bauträger wisse, dass bei Gebäuden mit mehr als zwei Wohnungen die Wohnungen eines Stockwerks barrierefrei erreichbar sein müssen.

Wasserversorgung neu regeln

Zur Wasserversorgung des Gebäudes gab es noch einige Bedingungen, was daran liegt, dass dort zuvor schon ein Gebäude stand und die Versorgung neu zu regeln ist. Die Anregung aus den Reihen des Ausschusses, die Stellplätze doch anders anzuordnen, stieß aus praktischen Gründen auf Ablehnung. Dem Bauantrag wurde zugestimmt, ein Ausschussmitglied war dagegen.

Passt nicht in den Ahornweg

An anderer Stelle in Schloßberg, im Ahornweg, lehnte der Bau- und Planungsausschuss ein Mehrfamilienhaus ab. „Wir befürworten ja Nachverdichtung“, so Bürgermeister Karl Mair (Parteifreie), „aber hier haben wir zwei Kritikpunkte: die Stellplatzsatzung wird nicht eingehalten und drei Vollgeschosse sind zu viel für die Umgebung.“

Stellplatzsatzung nicht eingehalten

In der Bauvoranfrage zum Abbruch eines Einfamilienhauses und Bau eines Mehrfamilienhauses mit acht Wohnungen und Gemeinschaftsraum sind elf Tiefgaragenplätze und drei oberirdische Stellplätze verzeichnet. Laut gemeindlicher Satzung müssten es mindestens vier Plätze im Freien sein, die dann auch noch über eine maximal fünf Meter breite Zufahrt erschlossen werden müssen.

Optisch zu massiv für die Umgebung

In der Umgebung des geplanten Mehrfamilienhauses mit drei Stockwerken und Flachdach gebe es bisher nur Gebäude mit zwei Vollgeschossen und Satteldach. Das Flachdach lasse die drei Vollgeschosse deutlich massiver wirken, so die Ansicht der Bauverwaltung. Außerdem seien die Baugrenzen bis zum Maximum ausgereizt, merkte Stephan Mayer (Parteifreie) an, das wirke schon sehr wuchtig.

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Er finde es ja toll, dass mehr als die Hälfte des Energiebedarfs des Gebäudes aus erneuerbaren Energien kommen soll, werde dennoch gegen die Voranfrage stimmen. Das taten alle anderen Ausschussmitglieder auch.

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