Einig im Grundsatz

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Vor dem finanziellen Kollaps steht die Gemeinde Raubling sicher nicht - auch dank derzeit üppig sprudelnder Steuerquellen und der Veräußerung von Tafelsilber. Die Sparappelle der SPD-Fraktion haben dennoch ihre Berechtigung, schließlich sind Grundstücksverkäufe keine Dauerlösung zum Stopfen von Haushaltslöchern, und auch auf der Einnahmeseite kommen auf die Gemeinde Raubling bestimmt wieder Zeiten zu, die weit weniger positive Zahlen mit sich bringen werden, als dies derzeit der Fall ist.

Wenngleich sich ihre Schulden seit dem Amtsantritt von Bürgermeister Olaf Kalsperger knapp verdreifacht haben, besteht allerdings für Panikmache kein Anlass. Mit und ohne Eigenbetriebe liegt der Schuldenstand der Gemeinde noch immer knapp unter dem Landesdurchschnitt vergleichbarer Kommunen. Auch die im nächsten Jahr vorgesehene Kreditaufnahme hat ihre Berechtigung. Es ist schlicht und ergreifend vernünftig, den notwendigen Geh- und Radweg entlang der B15 dann anzulegen, wenn der Staat die Straße eh saniert - haushaltspolitische Überlegungen hin oder her.

Wer am Raublinger Ratstisch genau zugehört hat, stellt fest, dass den Bürgermeister und seine CSU-Fraktion in Sachen Finanzpolitik letztlich keine Welten von den anderen Fraktionen trennen. Was SPD-Sprecherin Alexandra Burgmaier in ihrem deutlichen Appell zur Sparsamkeit anmahnte, hat der Bürgermeister letztlich nur etwas anders formuliert untermauert, wenn er einräumt, man werde lernen müssen, nein zu sagen.

Auch Olaf Kalsperger weiß, dass ein finanzpolitischer Grundsatz zur Etatkonsolidierung auch für Raubling gilt. Die Zinsen von heute, die morgen nicht mehr für die Tilgung von Krediten anfallen, sind die besten Investitionsspielräume der Zukunft und damit eine wesentliche Basis nachhaltiger Haushaltspolitik.

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